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Die Schweizer Armee unterstützt weiterhin die ukrainische Bevölkerung

Der Krieg in der Ukraine tobt seit über zwei Jahren. Die Schweizer Armee trägt zu den Massnahmen bei, die im Rahmen der humanitären Hilfe der Schweiz in der Ukraine getroffen werden. Bis zum 5. März 2024 lieferte sie mehrmals lebensnotwendige Güter im Wert von rund 34.5 Millionen Franken. Diese Lieferungen stellen einen wichtigen Teil der Schweizer Unterstützung dar. Die Schweiz engagiert sich auch im Bereich der humanitären Minenräumung, indem sie ukrainische Spezialisten ausbildet.

14.03.2024 | Kommunikation Verteidigung, Simon Grunder / Claire Niederer

Die von der Schweiz gelieferten Löschfahrzeuge auf dem Weg in die Ukraine. ©VBS/DDPS
Die von der Schweiz gelieferten Löschfahrzeuge auf dem Weg in die Ukraine. ©VBS/DDPS

Seit Beginn des Krieges im Februar 2022 hat die Schweiz eine Reihe von Massnahmen zur Unterstützung der ukrainischen Bevölkerung ergriffen. Im Rahmen der humanitären Hilfe unterstützt auch die Schweizer Armee die Bevölkerung. Mehrere humanitäre Konvois sind mit Material aus Armeebeständen in die Konfliktgebiete aufgebrochen. Seit Beginn ihres Einsatzes und bis zum 5. März 2024 hat die Schweizer Armee Material und Ausrüstung im Wert von fast 34.5 Millionen Franken geliefert. Die Transporte wurden von der Direktion für Entwicklung und Koordination (DEZA) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten organisiert und finanziert.

Tausende von Winterkleidern und Ausrüstung zur Brandbekämpfung

Die ersten Lieferungen erfolgten bereits im März 2022. Ein Konvoi von sechs Lastwagen machte sich auf den Weg nach Polen, um Hilfsgüter und medizinisches Material aus der Armeeapotheke zu transportieren. Dabei handelte es sich unter anderem um Defibrillatoren, Hygienemasken, Arztkittel, Medikamente, aber auch um 2000 Decken und 21'975 Schlafsäcke.

Im Herbst 2022 wurden weitere Lieferungen getätigt. Die Armee lieferte nun vor allem Ausrüstung zur Brandbekämpfung, zur Reinigung von verseuchtem Wasser und zur Beseitigung von Trümmern. Als dann der Winter kam, startete ein weiterer Konvoi mit 360 Paletten Winterausrüstung, darunter 60'100 Paar Handschuhe, 40'000 Paar Socken und 2000 Decken. Im Frühjahr 2023 erfolgte eine Lieferung von Rettungsfahrzeugen im Wert von fast 2 Millionen Franken. Eine weitere Lieferung mit Winterbekleidung und Löschfahrzeugen - wie Feuerwehrautos und Krankenwagen - erfolgte im Herbst 2023, diesmal im Wert von etwas mehr als 4 Millionen Franken.

Derzeit leistet die Schweizer Armee weiterhin Hilfe, wobei die erste Lieferung von 2024 - datiert von Ende Februar - Material für die humanitäre Minenräumung und die Brandbekämpfung umfasst. Der Wert dieser Lieferung beläuft sich auf rund 850'000 Franken.

Bei jeder Übernahme bereitete die Logistikbasis der Armee das Material in ihren Logistikzentren für den Versand vor. Die DEZA war dann dafür verantwortlich, ihre Lieferungen in die Ukraine zu transportieren, wo sie an lokale Partner übergeben wurden, hauptsächlich an den staatlichen ukrainischen Notdienst und ukrainische Krankenhäuser. Die Transporte wurden von der DEZA finanziert.

Hilfe bei der humanitären Minenräumung und der Brandbekämpfung

Abgesehen davon beschränkt sich die Unterstützung der Armee nicht nur auf die Entsendung von Material. Sie stellt den ukrainischen Behörden auch ihre Fähigkeiten im Bereich der humanitären Minenräumung zur Verfügung, indem sie ukrainische Spezialisten ausbildet. Denn mit dem Krieg haben die mit Antipersonenminen oder nicht explodierter Munition verseuchten Gebiete erheblich zugenommen. Dies stellt eine dauerhafte Bedrohung für die Zivilbevölkerung dar. Aus diesem Grund sind Minenräumungsaktionen notwendig. In diesem Zusammenhang hat der Bundesrat am 29. September 2023 ein Paket von 100 Millionen Franken zur Räumung von Minen in landwirtschaftlichen und zivilen Gebieten in der Ukraine zwischen 2024 und 2027 genehmigt, das zu gleichen Teilen vom VBS und vom EDA bereitgestellt wird. Diese Hilfe ist von entscheidender Bedeutung, da vermutet wird, dass ein Drittel der Ukraine kontaminiert ist, was einer Fläche von 174'000 km2 entspricht. Es kommt zu zahlreichen tragischen Unfällen und die Dekontaminierung ist eine absolute Dringlichkeit, damit sich das Land nach und nach wieder aufbauen kann. Um Hilfe zu leisten, lädt die Armee zivile ukrainische Expertinnen und Experten in die Schweiz ein, um an drei Kursen zum Thema Minenräumung teilzunehmen. Diese Kurse werden in Zusammenarbeit mit dem Genfer Internationale Zentrum für Humanitäre Minenräumung (GICHD) durchgeführt. Das VBS unterstützt dieses Ausbildungsprogramm mit 500'000 Franken und trägt damit dazu bei, die humanitäre Minenräumung in der Ukraine sicherer und effizienter zu gestalten und die Zahl der Opfer zu senken.

Andererseits enthält die aktuelle Lieferung in Fortsetzung der Ende 2023 erfolgten Lieferung von Löschfahrzeugen viel Material für die Brandbekämpfung, darunter Brandschutzlatzhosen, -jacken und -hosen, Wasserkanonen und Umleitungsventile, aber auch Covid-19-Impfpakete für Kinder und Erwachsene, medizinische Handschuhe und fünf Schleifendetektoren für die humanitäre Minenräumung. Dank der Bestände der Logistikbasis der Armee, aus der ein Großteil des Materials dieser Lieferung stammt, kann die Schweiz diesem Land, das sie für seinen Wiederaufbau dringend benötigt, beträchtliche Hilfe zukommen lassen.


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