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Armeebotschaft 2024: Nachrichtenbeschaffung und Lagedarstellung verbessern

Der Bundesrat unterbreitet dem Parlament mit der Armeebotschaft 2024 erstmals die Eckwerte zur konzeptionellen Ausrichtung der Armee der kommenden zwölf Jahre. Die Fähigkeiten im Bereich des Nachrichtenverbunds und der Sensoren sollen gestärkt werden, indem die Mittel zur Nachrichtenbeschaffung und zur Lagedarstellung in allen Wirkungsräumen verbessert werden.

29.02.2024 | Kommunikation Verteidigung, Roland Studer

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©VBS/DDPS

Für die Aufgabenerfüllung der Armee in allen Lagen ist die Nachrichtenbeschaffung eine wichtige Voraussetzung. Stäbe und Verbände des militärischen Nachrichtendienstes sind dafür zuständig, alle Führungsstufen mit Informationen über einen Gegner, die Partner und die Umwelt zu versorgen. Dank verschiedener Mittel, sogenannter Sensoren, können sie die Lage darstellen, Bedrohungen oder Gefahren beurteilen und Informationen mit zivilen Organen austauschen.

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©VBS/DDPS

Neues Aufklärungssystem schliesst Fähigkeitslücke

Für die Nachrichtenbeschaffung am Boden verfügt die Armee über spezielle Aufklärungs- und Späherformationen. Diese sind mit geschützten Fahrzeugen, Wärmebildgeräten und Feldstechern ausgerüstet. Um die Gegenseite zu identifizieren und Ziele zu bezeichnen, fehlen jedoch präzisere und witterungsunabhängige Beobachtungsmittel, die mobil und stationär eingesetzt werden können. Das neue taktische Aufklärungssystem wird diese Fähigkeitslücke schliessen. Einige Verbände verfügen zudem über Mini-Drohnen, die eine Echtzeitaufklärung im bodennahen Raum erlauben. Diese sind vorerst aber nur in kleinen Mengen zu Versuchszwecken vorhanden. Mit den derzeit vorhandenen Mitteln kann somit kein stufengerechtes Lagebild erstellt werden.

Lage- und witterungsunabhängige Luftaufklärung

Die Nachrichtenbeschaffung im Luftraum erfolgt teilweise durch ein Aufklärungsdrohnensystem. Für umkämpfte Lufträume und auf grössere Distanzen eignen sich diese aber nicht. Dafür braucht es Kampfflugzeuge, die sich selbst schützen können. Mit der Einführung des neuen Kampfflugzeugs wird die Armee ihre Fähigkeit zur weitreichenden, lage- und witterungsunabhängigen Luftaufklärung wieder aufbauen.

©VBS/DDPS

Sensorik für Luftverteidigung zu wenig geeignet

Das Luftlagebild dieser luftgestützten Sensoren wird mit bodengestützten Sensoren ziviler und militärischer Art ergänzt ‒ vor allem mit dem Luftraumüberwachungs- und Einsatzleitsystem sowie mit dem taktischen Fliegerradar. Letzteres wird ab 2025 alterungsbedingt ausser Dienst gestellt. Insgesamt ist die Sensorik darauf ausgelegt, die Lufthoheit zu wahren. Für die Luftverteidigung ist sie nicht robust genug und zu exponiert.

Von kommerziellen Anbietern abhängig

Auch die Nachrichtenbeschaffung im Weltraum gewinnt für die Armee zunehmend an Bedeutung, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation, Erdbeobachtung, Geolokalisierung und Präzisionsnavigation. Die Armee ist heute weitgehend von satellitengestützten Leistungen kommerzieller Anbieter und einzelner Kooperationspartner abhängig. Sie prüft gegenwärtig, wie sie den Weltraum in Einklang mit der «Weltraumpolitik 2023», die der Bundesrat am 19. April 2023 verabschiedet hat, besser nutzen kann (mehr Informationen in den Links).

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©VBS/DDPS

Aufklärungsmittel verbessern

Um die Fähigkeiten des Nachrichtenverbunds zu verbessern, müssen die Aufklärungsmittel in allen Wirkungsräumen qualitativ und quantitativ verbessert werden. Dadurch lassen sich Fähigkeitslücken bei der Nachrichtenbeschaffung in allen Wirkungsräumen und auch bei der Verdichtung des Lagebilds schliessen.

Für diesen Fähigkeitsaufbau sind neben dem Werterhalt und einer Ergänzung der bestehenden Sensoren weitere Investitionen erforderlich, namentlich in ein Passivradar, in ein teilmobiles Radar kurzer und grosser Reichweite, in Mini-Drohnen sowie in die Signalaufklärung. Überdies prüft die Armee, wie sie den Weltraum für die Nachrichtenbeschaffung und die Kommunikation vermehrt nutzen kann.

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