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«COMMON ROOF 23»: Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Deutschland und Österreich

Milizsoldaten und zivile Mitarbeitende des Projekts Kommando Cyber üben den Ernstfall einer Naturkatastrophe. Gemeinsam mit Vertretern der deutschen Bundeswehr und des österreichischen Bundesheeres hat die Schweizer Armee die IKT-Übung «Common Roof 23» durchgeführt. Ziel der Übung ist es, den Informationsaustausch während einer Naturkatastrophe in einem dafür bereitgestellten Netzwerk sicherzustellen.

26.10.2023 | Kommunikation Verteidigung, Till Nauck

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Ein Milizsoldat der Schweizer Armee anlässlich der Betriebsführung während der Übung «COMMON ROOF 23». ©VBS/DDPS

Ein fiktives Erdbeben in der Bodenseeregion verursacht grosse Schäden an der zivilen Infrastruktur. Auch die Telekommunikation ist stark beeinträchtigt. Züge entgleisen, die Versorgung wird unterbrochen und breite Unruhe in der Bevölkerung sind die Folgen. Teile der Schweizer Armee werden zur Unterstützung aufgeboten.

Die Behörden und Streitkräfte der betroffenen Länder müssen rasch reagieren. Um die Situation zu kontrollieren, muss ein sicheres Netzwerk geschaffen werden, so dass die Möglichkeit zum Versenden und Empfangen von Daten und Nachrichten besteht. Der Betrieb dieses Netzwerkes stand im Zentrum der Übung «Common Roof 23».

Realitätsnahe Übungswelt

Um die Übung möglichst realitätsnah zu gestalten, wurde ein komplett separates Netz geschaffen. In dieser Übungswelt können unterschiedlichste Störungen, sogenannte Incidents, simuliert werden. Über einen Newsfeed werden aktuelle Meldungen zur Umweltkatastrophe verfasst und in die Service-Zentrale eingeschleust, weitere Dashboards stehen für Lagebilder zur Verfügung. «Wir üben, wie wir Informationen zwischen den beteiligten Ländern austauschen können. Die Kommunikationsfähigkeit ist zentral», erzählt ein beteiligter Milizsoldat.

Durch das Central-Service-Management werden eintretende Störungen laufend bearbeitet und koordiniert. Die Übungsleitung simulierte kleinere Fehler, wie z.B. die Störung einer Login-Funktion bis hin zum kompletten Ausfall der «Landline», also der Verbindung zu den länderübergreifenden Standorten.

Fällt diese Verbindung zum Netz aus, kann auf eine Satellitenverbindung zurückgegriffen werden, welche wiederum durch den Hochfrequenz-Funk (HF) redundant gehalten wird.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Die Übung wurde sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland und in Österreich durchgeführt. In Bern waren über 50 Personen im Einsatz, darunter auch Armeeangehörige aus Deutschland und Österreich. Da gerade Naturkatastrophen keinen Halt vor Landesgrenzen machen, ist das gemeinsame Training mit den Nachbarländern wichtig.

Konstanter Informationsfluss

Nach dem Ticketprinzip werden die Incidents beim Service Support Desk abgearbeitet und koordiniert. Dabei stehen der konstante Informationsfluss und die Kommunikation zwischen den einzelnen Bearbeitungsstellen im Vordergrund. Die Angehörigen der Armee müssen in der Lage sein, Störungen zu erkennen und diese korrekt zu klassifizieren. Dabei ist ein funktionierendes Prozessmanagement zentral.

Auf Herz und Nieren überprüft

In der Übung wurden alle Prozesse und Systeme in einem Stresstest auf Herz und Nieren überprüft. Die Schweizer Übungsleitung des Projekt Kommando Cyber ist sehr zufrieden mit den Resultaten: «Die Übung verlief auch dieses Jahr erfolgreich. Wir konnten wertvolle Lehren ziehen und Erfahrungen gewinnen. Insbesondere zeigte sich erneut die hohe Leistungsbereitschaft der Schweizer Milizarmee.»


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