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Trinationaler Erfolg in der Betriebsführung IKT

Am 21. Oktober 2022 haben die DACH-Nationen die Übung «Common Roof» erfolgreich beendet. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben während einer Woche die Aufrechterhaltung von Kommunikationsnetzen und die Zusammenarbeit in der Betriebsführung nach einem Erdbeben trainiert. In der Mitte der Übungswoche überzeugten sich die verantwortlichen Höheren Stabsoffiziere der drei Nationen vom hohen Wissensstand der eingesetzten Truppen.

31.10.2022 | Kommunikation Verteidigung, Andreas Müller

Die Übung Common Roof beweist die gute Zusammenarbeit der DACH-Partner.
Die Übung Common Roof beweist die gute Zusammenarbeit der DACH-Partner. ©VBS/DDPS, Andreas Müller

Im Oktober 2022 führte die Führungsunterstützungsbasis der Schweizer Armee gemeinsam mit der deutschen Bundeswehr und dem österreichischen Bundesheer die Übung «Common Roof» durch. Die Teilnehmenden bereiteten sich zwei Wochen auf das fiktive Szenario eines Erdbebens in der Bodenseeregion vor und hatten während der Übungswoche die Aufgabe, redundante Systeme einzusetzen, diese aufrecht zu erhalten und allfällige Störungen im Netzwerk zu beheben. Obwohl es sich nur um ein fiktives Szenario handelte, operierte die Übung nahe an der Realität. Christian Peier, Chef Ausbildung «Common Roof», zieht ein positives Fazit: «In den meisten Bereichen haben unsere Systeme und Prozesse einwandfrei funktioniert. In anderen konnten wir viel Neues dazu lernen und uns im Laufe der Übung stetig verbessern». Besonders aufgefallen sind Peier auch die Synergien in den Ausbildungsphilosophien der drei Nationen. Und: «Das Milizsystem der Schweiz hat sich einmal mehr bewährt.»

Neues «Lernbegleiter»-System

Zum ersten Mal setzte die Schweizer Armee dieses Jahr ein Lernbegleiter-System ein. Dabei wird die Miliz von zivilen Mitarbeitenden aus der Führungsunterstützungsbasis beim Kennenlernen der verwendeten Systeme begleitet. Für die beiden Lernhelfer Andreas Kipfer und Kevin Burri waren die vier Wochen Zusammenarbeit sehr lehr- und aufschlussreich. «Der Vorteil an unserem Milizsystem ist, dass alle eingesetzten Angehörigen der Armee in ihren zivilen Tätigkeiten einen IT-Background haben. Wir mussten Ihnen kaum etwas erklären», meint Kipfer. Burri ergänzt: «Auch wir als Lernbegleiter konnten von den Milizangehörigen lernen. So arbeitet einer beispielsweise für das Unternehmen, welches eines unserer wichtigsten Systeme in der Armee entwickelt hat.» Die beiden freuen sich, dass ihr Wunsch in Erfüllung ging, näher mit der Miliz als einer ihrer wichtigsten Leistungsbezüger zusammen zu arbeiten, ihren Alltag zu erleben und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen.

Auf der anderen Seite des Lernbegleiter-Systems stehen die Milizangehörigen der Armee. Auch sie ziehen ein positives Resümee. So zum Beispiel auch Soldat Roth, der in der Übung als Service Desk Manager/Analyst im Central Service Management and Control Operations Element, kurz CSE, eingesetzt wurde. Die CSE ist die Koordinationsstelle, bei der die Vorfälle aller drei Nationen gemeldet wurden. Soldat Roth bezeichnet die Übung «Common Roof» als «eine gute Sache»: «Ich habe in den drei Wochen viel gelernt, das ich auch im Privatleben wieder einsetzen kann. Ausserdem konnte ich mich mit vielen Personen vernetzen, die in derselben Branche tätig sind».

Hoher Besuch an der «Common Roof 22»

Zahlreiche Vertreter diverser Organisationseinheiten nutzten die Chance, die trinationale Übung vor Ort zu besuchen. Auch hoher Besuch aus Österreich und Deutschland beehrte die Teilnehmenden. So empfing Divisionär Vuitel, Leiter Projekt Kommando Cyber den Generalmajor Dr. Michael Färber aus Deutschland und Brigadier Gerhard Weiner aus Österreich. Gemeinsam absolvierten sie ein intensives Programm, bei dem sie die verschiedenen Bereiche der Übung in der Schweiz besuchten. Nach einem ereignisreichen Nachmittag zogen die drei Höheren Stabsoffiziere Fazit. «Ich bin beeindruckt von dieser Übung und den Fortschritten, die seit der ersten Durchführung 2014 gemacht wurden. Nun stellt sich die Frage, wie die «Common Roof» weiterentwickelt werden kann. Die aktuelle Weltlage zeigt klar: Was hier gemacht wird, ist relevant und wir müssen das Verständnis in der Bevölkerung dafür erhöhen», hält Generalmajor Dr. Färber fest. Brigadier Weiner hebt besonders den hohen Grad an Professionalität der Übung und ihrer Teilnehmenden hervor. «Das ist ein wichtiges Vorhaben, um gemeinsam weiter zu kommen.» Divisionär Vuitel fasst die Übung zusammen: «Gemeinsam sind wir stärker. Hier wird nicht nur über Interoperabilität geredet, sondern gelebt.»

Am 21.10.2022 ging nicht nur die Übung «Common Roof 2022» zu Ende, sondern auch die Gesamtverantwortung der Schweiz über die Übung. Die Übung findet auch nächstes Jahr wieder vom 02.10. – 20.10.2023 unter österreichischem Lead statt.


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