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Korpsgeistanlass: Erfolgreiche Premiere im Zeichen der Werte und Erfahrungen

Kompetent, respektiert, anerkannt – gestern, heute, morgen. Die Werte der Unteroffiziere standen beim ersten Korpsgeistanlass des Lehrverbands Flab 33 im Zentrum. Rund 600 Uof kamen am Freitag, 23. September 2022, im Kulturzentrum Braui in Hochdorf zusammen, um einen ersten Blick auf die Vision 2030 werfen zu können, über gemeinsame Werte zu sprechen und mit Input-Referaten, wertvolle Einblicke und Inspirationen zu erhalten.

27.09.2022 | Komm Gr LVb Flab 33

Rund 600 Unteroffiziere waren am ersten Korpsgeistanlass im Kulturzentrum Braui in Hochdorf dabei.

«Die Unteroffiziere sind das Rückgrat der Armee», betonte Chefadjutant Richard Blanc. Der Gastgeber und Organisator des ersten Korpsgeistanlasses schwor die Unteroffiziere der Flab gewissermassen auf ihre Rolle und Aufgabe ein. Dabei nahm er auch Bezug auf die Vision 2030 für die Unteroffiziere der Schweizer Armee.
 

Die finale Version der Weiterentwicklung der Vision der Unteroffiziere folgt zwar erst noch, als Teil der Arbeitsgruppe konnte Chefadj Blanc aber bereits einen Einblick darin geben. Im Zentrum werden sieben Handlungsfelder stehen, für welche die Uof klare Aufträge und Stossrichtungen bekommen sollen mit dem Ziel, dass alle in die gleiche Richtung gehen. Auch die Werte, welche bereits bestehen, werden darin Thema sein und geschärft. Diese standen dann auch in der Braui im Zentrum.

«Sie müssen andere so behandeln, wie Sie selbst behandelt werden möchten», gilt es beispielsweise in Bezug auf den Wert des Respekts, erläuterte Chefadj Blanc. Die Führungsrolle der Unteroffiziere bedürfe längst nicht mehr einer Drill- und Sanktionskultur, sondern einer gesunden Fehler- und Feedback-Kultur mit dem Faktor Mensch und eigenständigem Denken und Handeln im Mittelpunkt.

Letzter Austausch vor dem Start des Korpsgeistanlasses. V.l. Pius Müller, Peter Soller, Richard Blanc, Jean-François Joye und Björn Klaiber.
Letzter Austausch vor dem Start des Korpsgeistanlasses. V.l. Pius Müller, Peter Soller, Richard Blanc, Jean-François Joye und Björn Klaiber.

Was uns schon die Römer gelehrt haben
Umrahmt und untermalt wurden die Werte mittels drei Input-Referaten von externen Gästen. Mit Chefadj a D Pius Müller machte nicht nur ein ehemaliger Fhr Geh CdA den Anfang, Müller ist auch der Erschaffer des Buchs «Das Rückgrat der Armee - Die Unteroffiziere und Ihr Wirken von 1798 bis heute». Entsprechend blickte der Chefadj a D auf die Geschichte der Uof zurück und konnte den Anwesenden AdA in der Braui Hochdorf aufzeigen, was die Rolle der Uof in der Armee war und ist, sowie die Relevanz des Wertes Kompetent. Sein Referat zeigte eindrücklich auf, wie die Unteroffiziere, damals noch unter anderen Bezeichnungen, seit den Griechen und Römern für Ausbildung und Disziplin in den Armeen eine tragende Rolle spielen.

Bundeswehr Einsatz in Afghanistan und mit den UN in Afrika
Bleibende Eindrücke im Saal hinterlassen hat das Gast-Referat von Oberstabsfeldwebel Björn Klaiber. Der Unteroffizier der Bundeswehr stand in Afghanistan, dem Balkan und im Niger im Einsatz und trägt mehrere Bundesverdienstkreuze. Disziplin und Vertrauen bildeten den Kern des Referats des deutschen Kollegen. Mit Geschichten und Erlebnissen aus dem Alltag des Einsatzes im Ausland, zog er die Uof im Saal in seinen Bann und konnte auf eindrückliche Art und Weise aufzeigen, weshalb Werte und Vertrauen dermassen wichtig sind. Insbesondere zeigte er auf, welch grosse Relevanz vermeidlich kleine Dinge im Einsatz haben. Ein Fahrzeug nicht auf Tankfüllung oder Wasservorrat zu überprüfen vor dem Einsatz, kann verheerend sein, wenn aus einem eigentlich kurzen, geplanten Einsatz plötzlich eine mehrtägige Aktion wird.

«Das habe ich mir noch nie so überlegt und es war sehr lehrreich», erzählte ein Wachtmeister nach dem Anlass. Dieses Bewusstsein und diese Anekdoten werde er auch in seinen nächsten FDT mitnehmen, ergänzte ein anwesender Fourier.

Militärische Führungsinstrumente als Erfolgsrezept im Einsatz
Den Abschluss der Referate-Reihe machte Mike Jaussi. Der Hauptfeldweibel verdient sein Geld in der Privatwirtschaft in der Gastronomie- und Hotelerie-Branche, wo er mehrere Betriebe führt. Er räumte nicht nur mit Vorurteilen auf, sondern konnte beweisen, welchen Wert die militärische Führungsausbildung für die Privatwirtschaft hat. Zwar komme durchaus einmal ein Spruch, wenn er mit militärischen Führungsinstrumenten ankomme, vor allem, wenn militärische Begriffe verwendet werden, erläuterte Jaussi in der Braui. Adaptiere man die Begriffe jedoch auf den zivilen Wortgebrauch und erklärt erst im Nachgang, dass es sich um militärische Massnahmen handle, seien Mitarbeiter und Partner meist überrascht und beeindruckt.

Was kommt auf die Fliegerabwehr zu? – Die Zukunft
Beeindruckt waren die Uof im Saal auch vom neuen Patriot System, zu welchem Stabsadj Michael Stähli erste detailliertere Einblicke gab. Er zeigte auf, wie die einzelnen Feuereinheiten organisiert sind und welche neuen Funktionen entstehen, die durch Unteroffiziere ausgefüllt werden. Stabsadj Stählis Fazit: Es entstehen spannende neue Fachaufgaben.

Für Vorfreude sorgte auch die Präsentation von Stabsadj Vincent Krattinger. Er stellte mit MBAS (Modulares Bekleidungs- und Ausrüstung-System) die künftige Bekleidung der AdA. Dazu gehören neben neuen TAZ-Elementen auch neue Kopfbedeckungen oder neue Schutzwesten. MBAS wird voraussichtlich ab 2024 auf die Truppen ausgerollt.

Lob und Grussbotschaft vom Fhr Geh CdA
«Ich kann nicht etwas sagen, was ich selbst nicht mache», resümierte Chefadjutant Jean-Fronçois Joye, Fhr Geh CdA, zum Einstieg. Es habe ihm grosse Freude gemacht, dass alle Unteroffiziere des LVb Flab 33 an einem Ort zusammengefunden haben, und er sprach ihnen einen grossen Dank für ihren täglichen Einsatz aus. In seiner Grussbotschaft betonte er ebenfalls, dass auch der Chef der Armee selbst, KKdt Thomas Süssli, grosse Wertschätzung für Unteroffiziere habe und deren Rolle weiter stärken will, da sie essenziell für die Funktionstüchtigkeit der gesamten Armee sei.

Diese Worte wurden denn auch von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Saal sehr geschätzt. «Man fühlt sich im Alltag nicht immer so wertgeschätzt», so ein Wachtmeister im Anschluss und er ergänzt: «Wenn man aber hört, dass sogar der Chef weiss, dass es ohne uns nicht funktioniert, motiviert das einem schon.»

Geglückte Premiere und möglicher gemeinsamer Anlass
Unter dem Strich war der Korpsgeistanlass des LVb Flab 33 also eine gelungene Premiere. Ob es den Anlass im kommenden Jahr in dieser Form wieder gibt, bleibt vorerst offen. Kdt LVb Flab 33, Peter Soller, stellte einen möglichen gemeinsamen Event mit Unteroffizieren und Offizieren in Aussicht – «dazu brauchen wir dann aber einen grösseren Saal», ergänzte er mit einem Schmunzeln im Gesicht bei seiner Grussbotschaft bereits zum Start des Anlasses.

Bereits fest steht, dass der Chefadjutant Richard Blanc den Anlass im kommenden Jahr nicht mehr organisieren wird. Er wechselst im nächsten Sommer seine Funktion und tritt in die Fussstapfen von Chefadj Joye als Fhr Geh CdA.


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