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Nächste Projektphase: Sicherheitswoche gelingt eine «Punktlandung»

Das Pilotprojekt Sicherheitswoche schreitet voran: Eine Klasse des Berner Gymnasiums Kirchenfeld hat sich Mitte September mit dem Szenario einer Strommangellage auseinandergesetzt und damit einen gesamtheitlichen Blick auf das Thema Sicherheit erhalten. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich mit den Behörden für Rettung und Sicherheit vertraut machen und lernen, wie jede und jeder zur Sicherheit beitragen kann.

29.09.2022 | Kommando Ausbildung, Michael Senn

Die beste der vier Taskforces durfte ihre Erkenntnisse Regierungsrat Philippe Müller präsentieren.
Die beste der vier Taskforces durfte ihre Erkenntnisse Regierungsrat Philippe Müller präsentieren. ©VBS/DDPS, Michael Senn

Das Gymnasium Kirchenfeld ist nach der Kantonsschule Frauenfeld erst die zweite Schweizer Schule, die eine Sicherheitswoche durchführte. Die Sicherheitswoche ist ein Pilotprojekt mit dem Ziel, jungen Erwachsenen die Behörden für Rettung und Sicherheit vorzustellen und sie somit beispielsweise mit der Leistungsfähigkeit der Schweizer Armee vertraut zu machen. Das Szenario, mit dem sich die Schülerinnen und Schüler befasst haben, war laut Regierungsrat Philippe Müller «eine Punktlandung». Die Klasse teilte sich in vier Taskforces auf, in denen sie mittels militärischer Methoden Lösungen zur Bewältigung einer Stromverknappung erarbeiten mussten.

Die vier Gruppen präsentierten zum Abschluss der Sicherheitswoche ihre Resultate in der Aula des Gymnasiums und durften sich dabei unter anderem mit Regierungsrat Philippe Müller, dem Sicherheitsdirektor des Kantons Bern, austauschen.

Erste Optimierungen

Das Projektteam konnte bei der Durchführung in Bern erste Erkenntnisse aus Frauenfeld umsetzen und testen. Dieses Optimierungspotenzial konnte aus den Rückmeldungen der Frauenfelder Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrpersonen abgeleitet werden. Konkret kam es zu kleineren Anpassungen der Methodik und Didaktik. Zudem konnten die Berner Gymnasiastinnen und Gymnasiasten beim Besuch der Zentrale von Schutz und Rettung Bern die Feuerwehr, den Rettungsdienst und den Zivilschutz in nur einem Programmpunkt kennenlernen. In Frauenfeld waren dafür mehrere Besuche und somit mehr Zeit nötig.

Weitere Schritte

In der letzten Septemberwoche findet in der Toggenburger Gemeinde Wattwil die dritte Ausgabe der Sicherheitswoche statt. Danach wird im Frühling des kommenden Jahres eine weitere Durchführung an der Kantonsschule Hottingen die Pilotphase abschliessen. Bern, Wattwil und Zürich stellen drei unterschiedliche Varianten dar, die allesamt auf ihre Durchführbarkeit geprüft werden. Vor einer möglichen Ausweitung auf weitere Schulen müssen entscheidende Fragen geklärt werden. Neben der Grundsatzfrage, ob die Sicherheitswoche das Ziel der Vermittlung des Werts der Sicherheit erreicht, stehen vor allem organisatorische Aspekte im Vordergrund. Dazu gehören etwa das Gleichgewicht von Aufwand und Ertrag, Einbettung und Unterstützung der Bildungslandschaft sowie die Finanzierung.

Sicherheit sei kein selbstverständliches Gut, darin waren sich alle Anwesenden bei der Präsentation der Ergebnisse einig. Der Rektor des Gymnasiums, Dr. André Lorenzetti, verwies zum Schluss auf die Verordnung über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen. Dort heisst es: «Die Schülerinnen und Schüler gelangen zu jener persönlichen Reife, […] die sie auf anspruchsvolle Aufgaben in der Gesellschaft vorbereitet.» Zu diesen anspruchsvollen Aufgaben gehört zweifelsohne auch die Sicherheit. Die Präsentationen der vier Taskforces haben gezeigt, wie das Schweizer Milizsystem zur Wahrung der Sicherheit auf das Engagement aller angewiesen ist.


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