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Vom Nachschubspezialisten zum Observer: Vielfältige Möglichkeiten in der SWISSCOY

Sdt Mike Dellapina bewarb sich ursprünglich bei der SWISSCOY für das 45. Kontingent als Observer in einem Liaison and Monitoring Team (LMT). Da zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits alle Stellen besetzt war, fand sich eine andere Möglichkeit für ihn: Mit seinem logistischen Berufshintergrund übernahm er die Funktion als Nachschubspezialist beim Nationalen Supportelement im Camp Novo Selo (CNS). Als Verlängerer im Kontingent 46 konnte er dann seine Wunschfunktion übernehmen und ist aktuell als Observer im Einsatz.

21.07.2022 | Wm Alexandra Andrist, stellvertretende Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 46

Das Liaison and Observation Team Obiliq

Sdt Mike Dellapina erfuhr während der Rekrutenschule zum ersten Mal von der SWISSCOY. «Was ich von der SWISSCOY hörte, weckte mein Interesse. Als ich über die Einsatzmöglichkeiten recherchierte, blieb mir die Stelle als Observer in einem Liaison and Monitoring Team im Kopf hängen», erzählt Sdt Mike Dellapina. Doch auf den ersten Blick lief nicht alles nach Plan. Alle Observer-Stellen waren für das Kontingent 45 bereits besetzt. Aber es eröffnete sich eine Alternative für Mike Dellapina: Er trat die Stelle als Nachschubspezialist an – mit der Aussicht, dass es im Kontingent 46 mit seiner Wunschfunktion klappen könnte. «Der Job als Nachschubspezialist passte sehr gut zu meinem zivilen beruflichen Hintergrund in der Logistik. Und ich war begeistert, dass mir das Kompetenzzentrum SWISSINT eine Alternative bot und es eine Möglichkeit als Observer im Kontingent 46 geben könnte», sagt Sdt Mike Dellapina.

Als Nachschubspezialist im Vorgängerkontingent war Mike Dellapina für den Rückschub von Waren und das Supply Chain Management zuständig. «Wenn jemand im Kontingent etwas benötigte, konnten wir im Nachschub unterstützen. Wenn die Mechaniker zum Beispiel Ersatzteile für ein Auto oder Öl brauchten, kamen sie zu uns und wir kümmerten uns darum», erklärt Sdt Dellapina. Die Waren wurden bei SWISSINT bestellt und entweder per Landfracht mit einem Konvoi oder bei kleineren Artikeln per Flugzeug verschickt. «In der Nachschubgruppe waren wir die Kontaktstelle zwischen dem Versorgungsbedarf des Kontingents im Kosovo und dem Kompetenzzentrum SWISSINT in Stans-Oberdorf», sagt Mike Dellapina. Seine Erfahrungen als Nachschubspezialist waren sehr positiv.  «In meiner Position im Camp Novo Selo arbeitete ich als Teil einer grossen Einheit, konnte aber sehr selbstständig arbeiten. Wenn ich Hilfe brauchte, konnte ich mich immer darauf verlassen, Hilfe zu erhalten.»

Am Ende des 45. Kontingents war Sdt Mike Dellapina bereit, seinem ursprünglichen Plan zu folgen und Observer in einem LMT zu werden. «Die meiste Zeit als Nachschubspezialist verbrachte ich im Camp in Novo Selo. Ich wollte Observer werden, um das Leben, das Land und die Menschen im Kosovo selbst zu erleben», sagt Mike Dellapina.

Nachdem er die Zusage für die Observer-Stelle im 46. Kontingent im Liaison and Monitoring Team in Obiliq erhalten hatte, kehrte Sdt Mike Dellapina für die spezialisierte LMT-Ausbildung nach Stans-Oberdorf zurück.  «Ich wurde ins kalte Wasser geworfen», sagt Mike Dellapina lachend, «aber ich denke, ich habe es geschafft, mich gut anzupassen.» Mike Dellapina musste nicht nur eine völlig neue Funktion kennenlernen, sondern sich auch in ein Team integrieren, das bereits mehrere Wochen lang gemeinsam den Ausbildungskurs absolvierte.

«Sich in das Team zu integrieren war eine Herausforderung. Jeder bringt viele, ganz individuelle Erfahrungen mit. Mein Ziel war es, mein Bestes zu geben, Disziplin zu zeigen und mit allen ein gutes Verhältnis aufzubauen», sagt Mike Dellapina. Die Erlebnisse der Ausbildung werde ihn ein Leben lang begleiten. «Ich werde mich immer an die verschiedenen Szenarien erinnern, wie beispielsweise das Üben des Umgangs mit schwierigen Situationen. Diese Szenarien haben mich gelehrt, wie man in Situationen mit hohem Druck ruhig bleibt und nicht in eine Schockstarre verfällt», erklärt er.

Seine Zeit als Observer ist so, wie er sie sich vorgestellt hat. «Eine meiner eindrücklichsten Erfahrungen als Teil des Liaison and Monitoring Teams hier in Obiliq ist es, das grosse und prägnante Kraftwerk hier von Nahem zu sehen. Es war wirklich erstaunlich zu sehen, wie es nach so vielen Jahrzehnten immer noch funktioniert, wie es arbeitet, die täglichen Herausforderungen zu verstehen und zu sehen wie die Mitarbeitenden diese bewältigen», sagt Sdt Mike Dellapina.

Sowohl in seiner Position als Nachschubspezialist im Camp Novo Selo als auch als Observer, stationiert im Camp Film City, ist Sdt Mike Dellapina stolz auf die Arbeit, die er leistet. «In meiner vorherigen Position im CNS habe ich mich gut gefühlt, weil ich das Kontingent unterstützt habe. Jetzt, da ich als LMT-Observer arbeite, fühle ich mich gut, weil sich meine Arbeit in das grosse Ganze der KFOR einfügt», sagt Mike Dellapina.

Aus beiden Kontingenten nimmt Mike Dellapina eine Menge Lebenserfahrung mit. «Durch meine Erfahrungen in den Kontingenten 45 und 46 habe ich gelernt, wie man mit Menschen auf positive und konstruktive Weise umgeht», sagt Std. Mike Dellapina. «Ich bin auf jeden Fall viel reifer geworden. Jetzt bin ich bereit, ein neues Kapitel in meinem Leben zu beginnen. Ich habe das Gefühl, dass meine Erfahrungen im Kosovo mich auf den nächsten Schritt in meinem Leben vorbereitet haben.»


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