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Para-Sportler sind in der Spitzensportförderung der Armee ein fester Wert

Ende Woche werden die Para-Leichtathletin Elena Kratter und der Handbiker Fabian Recher zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus anderen Sportarten nach 18 Wochen aus der Spitzensport-RS 2/21 in Magglingen entlassen. Brigadier Stefan Christen zog mit den beiden Parasportlern, den Verantwortlichen des Kompetenzzentrums Sport der Armee sowie Vertretern von Plusport Schweiz und von Rollstuhlsport Schweiz in Magglingen Bilanz.

17.03.2022 | Kurt Henauer, COM BASPO/Komm Komp Zen Sport Armee

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Das unter der Führung von Oberst im Generalstab Marco Mudry stehende Kompetenzzentrum Sport Armee gehört zum Lehrverband Genie/Rettung/ABC, der von Brigadier Stefan Christen kommandiert wird. Im Rahmen seines Truppenbesuches in Magglingen erhielt Christen im End der Welt unter anderem nicht nur Einblick ins Training der drei Golfer und einer Golferin, sondern auch in die Trainingsarbeit von Elena Kratter und Fabian Recher. Die Paralympic-Dritte von Tokio erklärte und zeigte, wie sie mit ihrer Prothese, an der ein federndes Blade befestigt ist, trainiert. Sie sagte, was die Eigenheiten sind und wie sie in Magglingen zusammen mit Plusport-Leichtathletik-Nationaltrainer Georg Pfarrwaller in ihren Sportarten Sprint und Weitsprung arbeiten konnte.

Lernen zu Regenieren

Anhand eines Videos, das der Handbike- und Swiss-Cycling-Trainer Michael Würmli zeigte, und in einem Gespräch mit Fabian Recher erhielt Christen Einblick in den Handbike-Sport. Der Spiezer, der an den Paralympics in Tokio zweimal Siebter geworden war, hatte während der militärischen Grundausbildung im Rollstuhl – wie Elena Kratter mit der Prothese - eine 24-Stunden-Übung mit einem 15-km-Gepäckmarsch mitgemacht. Das beeindruckte auch seine Kameradinnen und Kameraden, die zu Fuss unterwegs waren. Sowohl Kratter wie auch Recher zogen ein positives Fazit zu ihrer RS. Kratter, von Beruf Orthopädistin, sagte, dass es eine Herausforderung gewesen sei, nicht zu viel zu trainieren, weil man in Magglingen mehr Zeit hatte. Sie hätte lernen müssen, dass auch die Regeneration ein wichtiger Trainingsbestandteil sei. Recher vermisste in der trainingsfreien Zeit etwas den Kontakt mit den anderen Rekruten, weil er als Rollstuhlfahrer nicht im gleichen Gebäude untergebracht werden konnte wie die anderen.

Professionalisierung auch im Parasport

Die Schweizer Armee und die Parasport-Verbände werden den mit den ersten zwei Spitzensport-Rekruten eingeschlagenen Weg weitergehen. So werden am Oster-Dienstag und Ende Oktober wieder Parasportlerinnen und -sportler in die Spitzensport-RS in Magglingen einrücken. René Will, Präsident des Dachverbandes Swiss Paralympic Committee, betonte wie wichtig die Spitzensportförderung der Armee auch im Parasport sei. Die Paralympics in Peking hätten erneut gezeigt, dass bei vielen anderen Nationen praktisch nur Profi-Sportler an den Start gehen, so dass die Schere bezüglich Chancengleichheit immer weiter aufgehe.

Brigadier Christen hielt fest, dass sie auf die Spitzensportförderung der Armee zählen können. Er wies aber auch darauf hin, dass die Para-Sportlerinnen und -sportler während der RS von den zuständigen Verbänden auch gut betreut werden müssen, und dass die Armee eine kleine Gegenleistung erwarte, dass diese Unterstützung in der Öffentlichkeit auch eine Visibilität erhalte. Die Vertreter der Behindertensport-Verbände und die Trainer nehmen die Herausforderung noch so gerne an, denn die Spitzensport-RS und die darauffolgenden Spitzensport-WK ermöglichen den Schweizer Parasportlern den Weg zur Professionalisierung in den nächsten Jahren weiterzugehen.

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