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Antreten zum internationalen Cyberwettkampf

Wer findet den Angreifer im System? Wer holt sich die Kontrolle über die eigene technische Infrastruktur möglichst schnell zurück? Bei der Cyberübung «Locked Shields» trainieren die Fachkräfte der Armee genau das – und müssen dabei den internationalen Vergleich nicht scheuen. Die Übung findet vom 19.-22. April statt, im Cyberraum zwischen Tallinn und Bern.

30.03.2022 | Kommunikation Verteidigung, Anna Muser

Die Teilnehmenden der Übung bleiben anonym
Die Teilnehmenden der Übung bleiben anonym (Bild aus der Übung von 2019) ©VBS/DDPS

Es dürfte das Highlight von manchem Teilnehmer vom Cyberlehrgang und von Milizangehörigen aus dem Cyber-Bataillon sein: die jährlich stattfindende Übung «Locked Shields». Die Begeisterung für die Übungswoche kommt nicht von ungefähr, die Übungsleitung sitzt im NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence CCDCOE in Tallinn und scheut bei der Erstellung der raffinierten Szenarien keinen Aufwand. Rund 500 fingierte Angriffe sind von den sogenannten «Red Teams», den Angreifern, geplant. Den 24 teilnehmenden Nationen, den «Blue Teams» soll während den sechs Übungstagen alles an Cyber-Kenntnissen abverlangt werden. Um sich in diesem internationalen Wettkampf zu behaupten, haben auch die Teilnehmenden aus der Schweiz schon manche Nacht auf dem Boden neben dem Computer verbracht. Die Motivation, alles zu geben, ist seit Jahren ungebrochen. «Die Übung war in der Vergangenheit jedes Mal sehr real aufgebaut, darum ist auch der Lerneffekt riesig», sagt Ives, der bereits zum dritten Mal an der Übung teilnimmt und dabei anonym bleiben möchte. Die letzten Tage vor der Übung nutzen die Teilnehmenden aus der Schweiz dazu, die eigene IT-Infrastruktur aufzubauen und die Abläufe im Team zu klären.

Übung auch auf strategischer Stufe

Bei Auseinandersetzungen im Cyberraum ist nicht nur die taktische, operative und technische Ebene gefordert. Rechtliche Fragen sind sehr komplex und auch Prozesse und Zuständigkeiten können eine Herausforderung darstellen. Auch diese Dimensionen werden in der Übung trainiert und basieren auf demselben Szenario wie die Hauptübung. Die trainierten Personen sind grösstenteils Berater von Entscheidungsträgern der verschiedenen Bundesressorts, die von grossen Cyberkrisen betroffen sind. Da auf strategischer Stufe die teilnehmenden Länder nur schwer miteinander verglichen werden können, gibt es in diesem Bereich keine Rangliste. Eine Bewertung findet aber danach statt, ob die im Vorfeld ausgearbeiteten Einsatzregeln eingehalten werden. Die Übung bereitet so alle involvierten Parteien spezifisch nach ihren Fähigkeiten für einen möglichen Angriff im Cyberraum vor. 


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