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SWISSCOY Update - Zubin Potok – Eine spannende und herausfordernde Region

Die Region Zubin Potok befindet sich im Norden des Kosovos und wird mehrheitlich von Kosovo-Serben bewohnt. In der Vergangenheit kam es hier wiederholt zu Strassenblockaden, welche die Bewegungsfreiheit für die lokale Bevölkerung einschränkten. Die Region stellt ebenfalls das Zuständigkeitsgebiet eines Liaison and Monitoring Teams (LMT) der SWISSCOY zugunsten der KFOR dar. Wachtmeister Robi Curkovic erzählt uns von seinem Alltag als Beobachter im LMT Zubin Potok.

22.02.2022 | Wm Robi Curkovic, LMT Zubin Potok SWISSCOY 45

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Er geht lieber raus und spricht mit den Leuten, als im Büro zu sitzen und Berichte zu verfassen: Wm Robi Curkovic

Es ist 08:00 Uhr morgens und das Team Zubin Potok ist bereit, mit der Büroarbeit zu beginnen. Nach dem täglichen, gemeinsamen Morgenbriefing teilen wir uns in die verschiedenen Subteams auf und bereiten die Ausrüstung sowie unsere Fahrzeuge vor, damit wir hinausfahren können. Da unser LMT im Camp Novo Selo stationiert ist, begibt sich mein Team auf den Weg in Richtung Zubin Potok. Nach einer Stunde Fahrt sehen wir die ersten Bürgerinnen und Bürger. Dass man in der Gemeinde Zubin Potok angekommen ist, erkennt man daran, dass entlang der Strasse an fast jedem Laternenmast eine Fahne der serbischen Republik hängt. Hier im nördlichen Teil des Kosovos ist die lokale Bevölkerung gegenüber der Anwesenheit der KFOR kritischer eingestellt als in anderen Regionen des Landes. Dies erkennen wir bereits während der Fahrt durch die Stadt: Einige Leute grüssen und winken uns energisch zu, von anderen erhalten wir eher reservierte Blicke.

 

Wenn wir durch die Strassen der Stadt gehen, begegnen uns die unterschiedlichsten Menschen, die einer Beschäftigung nachgehen. Wir machen uns auf den Weg zu unserem örtlichen Ansprechpartner, mit dem wir heute ein Treffen haben. Nach der Besprechung setzen wir unsere Patrouillenarbeit in der Gegend fort. Unsere Patrouillen führen uns oft bis in die entlegensten Orte in unserem Zuständigkeitsgebiet. Ziel dieser ist beispielsweise das Feststellen von Veränderungen, welche von Relevanz für die Beurteilung der Sicherheitslage vor Ort sind sowie das Zeigen der Präsenz der KFOR. Hierbei begegnen wir auch verschiedensten anderen Elementen im Einsatzraum, wie der KFOR MSU (Multinational Specialized Unit), der EULEX (European Union Rule of Law Mission in Kosovo) oder Armeeangehörigen anderer Nationen der KFOR. Das ist für uns eine wertvolle Gelegenheit, neue Kameraden kennen zu lernen. Es entstehen auch gute Freundschaften, die manchmal auch wirklich von Dauer sind. Zurück im Camp Novo Selo gehen wir ins Büro, wo der Tagesbericht auf uns wartet. Das Verfassen von diesem macht mir zwar am wenigsten Spass, es ist aber der wichtigste Teil unserer Arbeit. Denn diese Berichte sind die Grundlage unseres Auftrags: Die Informationen aus diesen dienen der KFOR zur Beurteilung der Situation und der Lage über den gesamten Einsatzraum. Bevor wir Feierabend machen und unseren Tag beenden, putzen und tanken wir unsere Fahrzeuge und kontrollieren das Material. Sobald alles wieder an seinem Platz ist, können wir mit dem ruhigen Teil des Abends beginnen. Wir treffen uns zum Abendessen und schauen einen guten Film zusammen. So entspannen wir uns am Ende des Tages.

Ich arbeite gerne als Observer in Zubin Potok, weil es meiner Meinung nach eine der interessantesten Regionen hier im Kosovo ist. 


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