print preview Zurück zur Übersicht Startseite

So kommen wir in den Einsatz

Die Schweizer Armee wird die zivilen Behörden unterstützen, die fünfte Welle des Coronavirus zu bewältigen. Diesen Einsatz im Assistenzdienst hat der Bundesrat genehmigt. Die Armee kommt dabei ausschliesslich subsidiär und auf Gesuch der zivilen Behörden zum Einsatz.

08.12.2021 | Kommunikation Verteidigung, Anthony Favre

Armeeangehörige vor einem Sanitätsfahrzeug.
Die Armee unterstützt das zivile Gesundheitswesen subsidiär bei der Bewältigung der ausserordentlichen Lage. @VBS/DDPS, Corinne Glanzmann

Die Schweiz ist in der fünften Coronawelle. Die Anzahl der Ansteckungen und Hospitalisierungen nimmt zu. Die Kantone Jura, Wallis und Neuenburg haben den Bund als erste zivile Behörden um Unterstützung ersucht. Der Bundesrat hat am 07. Dezember 2021 beschlossen, bis zu 2500 Armeeangehörige für einen Assistenzdienst in der Pflege, der Logistik und beim Impfen einzusetzen. Dieser Einsatz wird längstens bis am 31. März 2022 dauern.

Assistenzdienst nur auf Gesuch

Voraussetzung für die militärische Unterstützung ziviler Behörden ist das Prinzip der Subsidiarität (Unterstützung). Dies bedeutet, dass die jeweiligen Kantone und Gemeinden nicht in der Lage sind, eine ausserordentliche Lage mit eigenen Mitteln zu bewältigen. Ist dies der Fall, kann aufgrund eines entsprechendes Gesuchs der jeweiligen Kantone ein subsidiärer Einsatz der Armee erfolgen. Ein solcher Assistenzdienst der Armee muss vorgängig durch den Bundesrat genehmigt werden.

Bei grösseren Assistenzdiensteinsätzen mit mehr als 2000 aufgebotenen Angehörigen der Armee oder einem länger als drei Wochen dauernden Einsatz bedarf es zusätzlich einer Genehmigung durch die Bundesversammlung. Dies war beim ersten Coronaeinsatz im Frühjahr 2020 der Fall.

Zu erfüllende Kriterien

Um die Voraussetzungen des Subsidiaritätsprinzips zu erfüllen, müssen die Kantone in ihren Gesuchen aufzeigen, dass sie sämtliche zur Verfügung stehenden zivilen Mittel und Instrumente ausgeschöpft haben. Bei diesen Mitteln handelt es sich um Zivilschutz, Zivildienst und Feuerwehr sowie Anbieter des privaten Sektors. Unter anderem müssen die Kantone nachweisen, dass:

  • sie auf dem Arbeitsmarkt kein zusätzliches Personal rekrutieren können.
  • sie die Möglichkeit, Arbeitslose anzustellen, ausgeschöpft haben.
  • Studierende der Medizin, Samariter und weitere Freiwillige angefragt worden und nicht mehr verfügbar sind.

Darüber hinaus müssen die Kantone belegen, dass andere Gesundheitseinrichtungen keine Patientinnen und Patienten übernehmen können und medizinisch nicht dringende Eingriffe verschoben werden, insofern dies Kapazitäten freispielt.

Die Armee ist bereit

Die Armee ist gemäss Bundesverfassung verpflichtet, die Einsatzbereitschaft ihrer Truppen in allen Lagen sicherzustellen. Das abgestufte Bereitschaftssystem (siehe Infobox 1) erlaubt es der Armee, jederzeit aus dem Stand heraus mit genügend und geeigneten Kräften auf ausserordentliche Ereignisse zu reagieren. Ein erneuter Assistenzdiensteinsatz wie auch eine erneute Mobilmachung ermöglichen es den kantonalen Behörden, schnell effiziente Hilfe durch Armeeangehörige sicherzustellen. Die Armee ist bereit, wenn es sie braucht.

Bereitschaft

Das Bereitschaftssystem der Armee

Bild_zum_Webbericht_web_d


Im Ereignisfall gilt das System der abgestuften Bereitschaft: Wenn es nötig ist, können bis zu 35’000 Armeeangehörige innert 10 Tagen mobilisiert werden. Zuerst werden die «Mittel der ersten Stunde» einsetzt. Das sind die Berufsorganisationen und die Durchdiener der Armee. Anschliessend werden sich im Dienst befindende Verbände sowie Truppen aus Rekruten- und Kaderschulen einberufen. Falls diese Truppen nicht reichen oder spezifische Fähigkeiten erforderlich sind, werden weitere Formationen mobilisiert.

Die zusätzlichen Truppen können elektronisch alarmiert und innert kürzester Zeit eingesetzt werden. Zunächst werden die Milizformationen mit hoher Bereitschaft aufgeboten. Damit können mehrere Tausend Angehörige der Armee innert 24 bis 96 Stunden zusätzlich mobilisiert werden. Bei Bedarf lassen sich weiteren Milizformationen mittels Marschbefehl aufbieten. 

Freiwillige Dienstleistung

Die Armee rekrutiert Freiwillige für den Assistenzdienst «Corona»

Sie sind noch in der Armee eingeteilt, vor allem als Sanitätssoldat, Spitalsoldat oder Fahrer? Sie sind für mindestens drei Wochen verfügbar? Sind Sie daran interessiert, das zivile Gesundheitssystem zu unterstützen? Wenn ja, dann wenden Sie sich an das Armeepersonal. Weitere Informationen sowie das Meldeformular finden Sie hier: