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SWISSCOY Update - Die MOVCON - Hier funken alle rein

«Charlie Hotel, this is Charlie Hotel 171, over!» So klingt es aus dem Funkgerät im Büro der Movement Control (MOVCON) bei der SWISSCOY im Kosovo. Funkspezialisten wie der 24-jährige Oblt Nadir Ethenoz antworten als «Charlie Hotel» zurück und notieren sich die wesentlichen Informationen zu Passagieren und Routen. Es ist eine wichtige Aufgabe, die die MOVCON hat. Das Büro ist die erste Anlaufstelle für Notfälle und diverse Auskünfte für das gesamte Kontingent.

01.12.2021 | Wm Selina Berner, Stv. Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 45

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Sämtliche Verschiebungen der Kontingentsangehörigen werden der MOVCON über Funk gemeldet

 

Der erste Funkspruch, den Nadir Ethenoz heute entgegennimmt, kommt um kurz nach acht Uhr rein. Der 24-jährige Oblt trägt die PAX-Nummern (persönliche Identifikationsnummer) der Passagiere im entsprechenden Fahrzeug in einer grossen Excel-Tabelle ein und notiert sich, wohin der Puch fährt. Dann dreht er sich zu einer grossen Landkarte um und schaut sich dort den Weg nochmals an, den das Fahrzeug fahren will. «Es gibt einige Brücken im Kosovo, die aktuell nicht befahrbar sind, ebenso wie diverse Strassenabschnitte.» Doch auf der Strecke, die das Fahrzeug heute nimmt, scheint alles in Ordnung zu sein. Nach spätestens einer Stunde muss sich der Puch erneut bei der MOVCON über Funk melden. Das ist eine Sicherheitsmassnahme. Funkspezialist Ethenoz fragt nach, wenn er nichts mehr hört von den Fahrzeugen. Es könnte ja etwas passiert sein. «Wir sind auch die erste Anlaufstelle bei Unfällen. Die Leute melden über Funk, wo sie sind und was passiert ist und wir geben das dann weiter an die Militärpolizei und andere Stellen, die informiert sein müssen. » Die Mitglieder der MOVCON üben in regelmässigen Abständen, wie sie mit Notfällen umgehen müssen. «Das ist enorm wichtig für uns als erste Kontaktstelle. Denn wenn etwas passiert, müssen wir schnell richtig reagieren können und nicht noch lange überlegen müssen», so Ethenoz. Überhaupt sei die Herausforderung in der Movement Control, dass man wach und aufmerksam bleibe, auch nach einigen ruhigen Tagen. «Manchmal habe ich nur fünf bis zehn Autos, die mir ihre Informationen funken. Dann gibt es aber auch wieder Tage, an denen 30 Autos draussen sind! »

Daneben fungiert er auch noch als Postschalter-Angestellter, wenn die Kontingentsmitglieder ihre Päcklein holen. «Die MOVCON ist wie eine kleine Kanzlei. Wir kümmern uns um diverse administrative Dinge und sind ein wichtiger Informationspunkt für das Kontingent. » Wer eine Frage hat, der findet in der MOVCON Antworten – oder auf jeden Fall hilfsbereite Kameraden.

Heute klingen die Funksprüche nicht nur aus dem MOVCON-Funkgerät, sondern es läutet auch immer wiedermal das Büro-Telefon. «Die Leute funken nicht immer», erklärt Ethenoz. «Wenn sie sich zum Beispiel in einem Funkloch befinden, nehmen sie das Telefon und melden so ihren Standort. » Zwei MOVCON-Spezialisten machen einmal pro Woche eine Relais-Tour, um zwei Funkanlagen zu warten und zu kontrollieren. «Beim letzten Mal als wir diese Tour gemacht haben, ist der Strom bei einem Relais zeitweise ausgefallen. Auf dieser Frequenz ging dann zeitweise gar nichts mehr. » Heute bleibt es bei der Routinekontrolle, d.h. die Antennen erhalten einen Service und das Funkgerät wird neu aufgesetzt.

Die Arbeit bei der MOVCON gefällt Nadir Ethenoz sehr. Kein Tag sei gleich und das schätze er: «Ich weiss nie, was mich erwartet, wenn ich am Morgen aufstehe und das finde ich spannend! »