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Einblicke in aktuelle Technologien zur Drohnenabwehr

Gefahren, die von Kleindrohnen heute und in Zukunft ausgehen, die erfolgreiche Abwehr von Drohnenangriffen und der Stand der Technologie in diesem Bereich: Diese und weitere Themen wurden an der Tagung «Abwehr von Mikro- und Minidrohnen» in Bure (JU) thematisiert und diskutiert. armasuisse und das Gefechtsausbildungszentrum West der Armee haben den Anlass gemeinsam organisiert.

17.09.2021 | VBS/DDPS, armasuisse Wissenschaft und Technologie

Eine Abfangdrohne mit integrierten Netzwerfern in Aktion. ©VBS/DDPS, armasuisse Wissenschaft und Technologie

Sie fliegen, sind einfach zu bedienen und günstig zu erwerben, sie durchdringen immer mehr Aspekte des Alltags: Kleindrohnen. Auch im militärischen Umfeld nimmt ihre Bedeutung zu, sowohl bezüglich ihrer Nutzung als auch ihrer Abwehr. Kleindrohnen können allerdings auch für kriminelle oder terroristische Zwecke missbraucht oder zur Kriegsführung eingesetzt werden. So wurden weltweit Störungen des Flugbetriebs an Flughäfen registriert oder illegale Substanzen in Gefängnisse geschmuggelt.

Fachleute erörterten den aktuellen Stand der Technologie an der Tagung «Abwehr von Mikro- und Minidrohnen» auf dem Waffenplatz in Bure (JU). Rund 300 Interessierte aus Industrie, Hochschulen und Verwaltung sowie aus Blaulichtorganisationen nutzten die Gelegenheit, Aktuelles über die Drohnenabwehr zu erfahren.

Eine Einführung in die Drohnenabwehr

Die Eröffnung machte Thomas Rothacher, Leiter armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T). Er thematisierte die Ökosysteme Gesellschaft, Industrie und Bund sowie ihr Zusammenspiel. Die Gesellschaft hat einen Bedarf nach Sicherheit und Stabilität. Diesen wahrt die Armee zusammen mit weiteren Institutionen. armasuisse W+T erforscht, erprobt und testet für die Armee Technologien und Produkte.

Die gewonnene Expertise lässt sie in die Beschaffung von Systemen einfliessen, welche die Armee wiederum für die Wahrung der Sicherheit nutzt. Und hierbei zählen auch Drohnen zu den neueren Technologien, die intensiver betrachtet werden müssen.

Armee steht in der Verantwortung

Korpskommandant Hans-Peter Walser, Chef Kommando Ausbildung, vertiefte das Thema Drohnen. Er betonte dabei ihre steigende Bedeutung, etwa als Sensoren- oder Übermittlungsplattformen. Der stellvertretende Chef der Armee verdeutlichte ihre zunehmenden Anwendungsgebiete. Die Armee müsse den steten Fähigkeitsaufbau im Bereich der Drohnenabwehr fördern und das Potenzial der Schweiz nutzen.

Hier schloss Daniel Krauer, Chef des Militärischen Nachrichtendienstes und des Dienstes für präventiven Schutz der Armee, an. So zeige jüngst etwa der Bergkarabach-Konflikt zwischen Aserbeidschan und Armenien, dass Drohnen eine reale Bedrohung für Nationen sind. Sie dürften nicht ignoriert werden können. Umso wichtiger werde die aktive Auseinandersetzung im Bereich der Drohnenabwehr für die Sicherheit der Schweiz.

Austausch unter Fachleuten und Interessierten

Im Rahmen einer Ausstellung folgte der Austausch und Wissenstransfer der Gäste mit Fachpersonen. Dabei konnten Schweizer Firmen ihre Produkte präsentieren. Die ausgestellten Technologien deckten die gesamte Wirkkette der Drohnenabwehr ab: von Sensoren zur Detektion und Identifikation von Drohnen bis hin zu Effektoren zur Abwehr der Flugkörper. So waren Radare, akustische oder optische Detektionssysteme, aber auch eine 35 mm-Kanone, Abfangdrohnen mit integrierten Netzwerfern oder elektromagnetisch wirkende Systeme zu sehen. armasuisse W+T präsentierte zudem ihre Forschungsresultate.

Zusätzlich zur Ausstellung wurden bei einer Live-Vorführung Sensoren und Effektoren vorgeführt. Im Übungsdorf Nalé flogen Kleindrohnen kontinuierlich über das semi-urbane Gelände, in welchem die Beteiligten aus Industrie und Hochschulen ihre Sensorsysteme installiert hatten. Die Teilnehmenden hatten so die Möglichkeit, die Detektionssysteme in Aktion zu sehen und untereinander zu vergleichen.

Zum Abschluss wurden die Gäste auf die Bedrohung durch die technischen Einsatzmöglichkeiten von Kleindrohnen sensibilisiert. Die Verantwortlichen präsentierten schnelle Flächenflieger wie auch hochagile Renndrohnen. Eindrücklich war eine über das Mobilfunknetz gesteuerte Drohne, die nicht durch gängige Störsender abgewehrt werden kann.

Markt für Sicherheitstechnologie wächst

Der Anlass machte deutlich, dass Kleindrohnen keinesfalls nur für friedliche Zwecke eingesetzt werden können. Sie stellen ein zunehmendes Sicherheitsrisiko dar. Konventionelle Luftabwehrsysteme vermögen sie kaum abzuwehren. Deshalb wächst der Markt für die Drohnenabwehr seit Jahren stetig. Dabei werden neue Trends wie Künstliche Intelligenz oder autonome Navigation in marktreife Produkte umgesetzt.

Auch die Armee muss ihre Kompetenzen in diesen neuen Technologien ausbauen. Zusammen mit armasuisse W+T und der Industrie stärkt sie die Fähigkeiten zur Beurteilung und Integration dieser Technologien. So können die Partner den gesellschaftlichen Bedarf an Sicherheit und Schutz auch in Zukunft gewährleisten.

Anlässe wie die Tagung «Abwehr von Mikro- und Minidrohnen» fördern den direkten Austausch und festigen die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Einsatzkräften.