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SWISSCOY Update - Das jüngste SWISSCOY-Talent

3'500 Soldaten sind im Kosovo stationiert und arbeiten zu Gunsten der KFOR. Darunter gibt es Personen mit einem besonderen Talent. Dazu gehört Soldat Max Zöpfel aus der Schweiz. Der 20-Jährige ist Jungschütze und durfte schon einige Erfolge feiern.

03.08.2021 | Fachoffizier Michelle Steinemann, Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 44

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Schiessen ist in der Schweiz ein Traditionssport. Der Schweizerische Schiesssportverband zählt rund 130'000 Mitglieder in etwa 2'600 Schiessvereinigungen. Am Eidgenössischen Schützenfest, welches alle fünf Jahre stattfindet, traten letztmals rund 42'000 Schützinnen und Schützen in unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander an.

Einer von ihnen war Soldat Max Zöpfel. Er ist gerade mal 20 Jahre alt und leistet bereits seinen ersten militärischen Einsatz in der Friedensförderung. Er ist als Metallbauer im Pionierzug der SWISSCOY eingeteilt und deshalb Angehöriger der Schweizer Elemente im Freedom of Movement Detachement der KFOR. Er stammt aus der Ostschweiz und ist gelernter Metallgiesser. Sein grosses Talent ist das Pistolenschiessen.

Schiessen als Leidenschaft

Im Gespräch wirkt er zurückhaltend, fast ein wenig schüchtern. Doch sobald man mit ihm über den Schiesssport spricht, beginnt Soldat Zöpfel mit Elan zu erzählen: «Mein Cousin war derjenige, der mich damals mit zwölf Jahren zum ersten Mal zum Schiessen mitgenommen hat. Das hat mir sofort gefallen. » Die ersten Pistolen, mit denen er geschossen habe, waren Luftdruckpistolen. Erst ab einem Alter von 14 Jahren begann er mit dem Schiessen von Kleinkalibern.  

Konzentration und Körperbeherrschung

Im Schiesssport geht es um eine absolute Körperkontrolle. Der talentierte Schütze beschreibt, worauf es vor einer Schussabgabe ankommt: «Zuerst musst man Spannung im Körper aufbauen, dann in den Bauch atmen, den Griff fest halten und ganz ruhig sein. » Diese Abläufe würden immer und immer wieder trainiert. Ziel sei es, in einen Flow zu kommen. Für ihn sei die Präzision die Herausforderung und der Reiz am Schiesssport im Gegensatz zu anderen, die lieber taktisch schiessen. 

Er habe dank dem Schiessen gelernt auf seinen Körper zu hören und ein gutes Körpergefühl entwickelt. Vor einem Wettkampf sei der Aufbau der Konzentration ähnlich wie meditieren. Er fühle seinen Blutdruck, spüre, ob er sich noch aufwärmen oder dehnen muss und bereite sich so darauf vor.

Nebst dem verbesserten Körpergefühl kann er auch mental vom Schiesstraining profitieren. Gerade wenn es mal in einem Wettkampf nicht so lief, wie er sich das vorstellt, sei es essenziell, den Kopf bei der Sache zu behalten. Er beschreibt: «Wenn ein Schuss nicht gut war, dann darf ich nicht zu lange daran denken. Ich muss die negativen Gefühle vergessen, mich neu sammeln, mich auf die trainierten Bewegungsabläufe konzentrieren und wieder neu zielen und abdrücken. »

Erfolgreiches Jungtalent

Das konsequente Training hat sich ausbezahlt. Beispielsweise wurde er mit 18 Jahren Vizekönig am Eidgenössischen Schützenfest und später Schweizer Meister in seiner Alterskategorie in Schnellfeuer. Bis jetzt gehörten alle Waffen mit denen er an den Wettkämpfen teilgenommen hat dem Schiessverein. Das wird aber nicht mehr lange so bleiben. Nach seiner Rückkehr aus dem Einsatz im Kosovo möchte er sich seine erste eigene Waffe kaufen und damit hoffentlich noch weitere Erfolge feiern.