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Die Armeespitzensportler brillieren in Tokio

Die Spitzensportförderung der Armee zahlt sich aus. Am letzten Wochenende haben Nina Christen im Dreistellungsmatch mit dem Kleinkaliber-Gewehr Gold und der Schwimmer Jérémy Desplanches in seiner Paradedisziplin 200 Meter Lagen Bronze gewonnen. Beide sind Zeitmilitär-Spitzensportler. Nach der ersten Olympiawoche stammen sieben der bisher zwölf gewonnenen Medaillen für die Schweiz von Sportsoldatinnen und -soldaten.

02.08.2021 | Komm BASPO, Kurt Henauer

Am letzten Wochenende haben Nina Christen im Dreistellungsmatch mit dem Kleinkaliber-Gewehr Gold und der Schwimmer Jérémy Desplanches in seiner Paradedisziplin 200 Meter Lagen Bronze gewonnen. Beide sind Zeitmilitär-Spitzensportler.
Am letzten Wochenende haben Nina Christen (re.) im Dreistellungsmatch mit dem Kleinkaliber-Gewehr Gold und der Schwimmer Jérémy Desplanches in seiner Paradedisziplin 200 Meter Lagen Bronze gewonnen. Beide sind Zeitmilitär-Spitzensportler. ©KEYSTONE / Patrick B. Kraemer / Peter Klaunzer

Sportsoldatin Nina Christen holt nach Bronze mit dem Luftgewehr auch Olympia-Gold im KK-Dreistellungswettkampf über 50 Meter. Die 27-jährige Nidwaldner Zeitmilitär-Spitzensportlerin Nina Christen kann nur mit Superlativen beschrieben werden: nervenstark, extrem ruhig und im entscheidenden Moment voll da. Sie gewinnt nach Bronze mit dem Luftgewehr beim Olympia-Auftakt – der ersten von nun mehr schon 12 Schweizer Medaillen in Tokio – mit Olympiarekord als erste Schweizer Schützin eine Olympia-Goldmedaille. Im spannenden Kleinkaliber-Final in den drei Stellungen Kniend, Liegend, Stehend, traf sie im Stehend-Anschlag mit den letzten fünf Schüssen immer ins Zentrum. Die Weltnummer 1 aus Wolfenschiessen, beendete damit für die Schützennation Schweiz eine langjährige Durststrecke: Nach 73 Jahren Wartengab es endlich wieder Gold. Zuletzt hatte 1948 Emil Grünig in London eine Olympia-Goldmedaille in der Kategorie «Freies Gewehr» gewonnen.

Erste Schwimmmedaille seit 37 Jahren

Zeitmilitär-Spitzensportler Jérémy Desplanches fügte seinem internationalen Palmarès einen weiteren Puzzle-Teil hinzu: In seiner Paradedisziplin 200 Meter Lagen holte er beim vierten Grossanlass in Serie eine Medaille: Nach EM-Gold und -Silber sowie WM-Silber schwamm er zu Olympia-Bronze. Damit sorgte der in Nizza trainierende Genfer für die erste Schweizer Schwimm-Olympiamedaille seit 37 Jahren. 1984 in Los Angeles hatte der Bieler Etienne Dagon über 100 Meter Brust Bronze gewonnen.

Seit Helsinki 1952 nie mehr so erfolgreich

Die Schweiz feiert in Tokio bisher ihre erfolgreichsten Sommerspiele seit 1952 in Helsinki. Das hat sie vor allem den Frauen zu verdanken, die für neun der zwölf bisher gewonnenen Medaillen besorgt waren. Das Minimalziel von sieben Medaillen hatte die Schweizer Delegation bereits am Donnerstag nach einem Drittel des Wettkampfpensums übertroffen. Übers Wochenende, pünktlich zum Schweizer Nationalfeiertag vom Sonntag, setzten die Athletinnen und Athleten von Swiss Olympics noch einen drauf. Nach 9 von 16 Tagen hat die Schweiz bereits 12 Medaillen gewonnen. Erfolgreicher hatte letztmals vor 69 Jahren in der finnischen Hauptstadt eine Schweizer Delegation abgeschlossen – mit 14-mal Edelmetall.