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Drei Länder – eine Übung

Die jährliche Übung Common Roof zur IT-Betriebsführung findet dieses Jahr erstmals unter der Verantwortung der Führungsunterstützungsbasis statt. Gemeinsam mit Deutschland und Österreich proben die Fachleute und Soldaten aus der Armee Prozesse in der Informatik und der Kommunikation. Als Szenario dient ein Erdbeben in der Bodensee-Region.

12.08.2021 | Kommunikation Verteidigung, Anna Muser

Die Übung Common Roof findet seit 2017 statt. ©VBS/DDPS, Anna Muser

Bei einem Notfall schnell zum Telefon greifen, eine Mail verschicken oder Dateien auf einer gemeinsamen Ablage zur Verfügung stellen: das funktioniert gut und hilft, unübersichtliche Situationen wie beispielsweise bei einem Erdbeben rasch unter Kontrolle zu bringen. Voraussetzung dafür ist aber, dass sich die Akteure in derselben IT-Umgebung befinden.

Zur Herausforderung wird die Koordination bei einem grossen Ereignis, welches sogar über die Landesgrenze hinaus bewältigt werden muss. Dann müssen die Notfallorganisationen wie auch die Armeen der verschiedenen Länder zusammenarbeiten. Fragen der sicheren Dateiablage oder nach einer gemeinsamen Plattform für Videotelefonie müssen bei einem Notfall bereits im Vorfeld beantwortet sein.

Vorbereitungen für Lerneffekt mit grosser Wirkung

Seit 2017 üben die Streitkräfte von Deutschland, Österreich und der Schweiz den IT-Verbund. Im Zentrum steht dabei das IT-Service-Management (siehe Kasten). Im 2021 ist zum ersten Mal die Schweiz für die Übungsleitung verantwortlich. Die Zuständigen aus der Führungsunterstützungsbasis der Armee (FUB) haben sich ein besonders herausforderndes Szenario ausgedacht. «Wir sind bereit, in der Vorbereitung und der Übungsgestaltung eine Extrameile zu gehen. So können wir den Lerneffekt von allen Beteiligten erhöhen. Zudem schaffen wir so eine solide Grundlage für die darauffolgenden Übungen», sagt Christian Peier, Sektion Operationen FUB. Ein Team aus rund 50 Personen wird an der Übung teilnehmen. Es besteht aus Angehörigen der Armee, Zivilangestellten und Lernenden der FUB sowie aus Teilnehmenden aus dem Kommando Operationen und der RUAG

Interesse über die Armee hinaus

Nicht nur über die Landesgrenze hinweg ist der IT-Verbund eine Herausforderung. Mit dem föderativen System in der Schweiz steht beispielsweise das Bundesamt für Bevölkerungsschutz vor ähnlichen Herausforderungen. Die Übung und deren Erkenntnisse stossen darum seit jeher auf grosses Interesse. Die diesjährige Übungsleitung der Schweiz wird darum auch zum Anlass genommen, ein breiteres Publikum zur Übung einzuladen. So können die wertvollen Erkenntnisse auch über die Organisation hinaus genutzt werden.

IT-Service-Management

IT-Service-Management (ITSM) umfasst alles, was nötig ist, um die bestmögliche Unterstützung von Prozessen und Abläufen in einer Organisation durch die Informatik- und Telekommunikation (IKT) zu erreichen. Im Vordergrund stehen dabei die Angebote aus der IKT, welche von den Nutzenden direkt angewendet werden. Das Ziel ist es, sowohl für die IKT-Abteilung wie auch für die Nutzenden mehr Effizienz, Qualität und Wirtschaftlichkeit zu schaffen. Dabei will ITSM wissen, was der IT-Nutzende braucht und erwartet. Mit ITSM werden Dienstleistungen standardisiert und IT-Prozesse, gebrauchte Rollen und Tools etabliert. Die erbrachten Dienstleistungen werden dann gemessen, ausgewertet und optimiert.