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Schweizer Armee kooperiert mit Start-Up für nachhaltigen Onlineversand

Die Logistikbasis der Armee (LBA) lanciert mit dem St. Galler Start-Up Kickbag ein Pilotprojekt. Online bestellte persönliche Ausrüstung versendet die LBA neu in einer wiederverwendbaren Versandtasche, dem Kickbag. Die Armee fördert so innovative und nachhaltige Lösungen für Angehörige der Armee.

28.07.2021 | Marc Roth, LE V/A

Kickbags können bis zu 30 Mal wiederverwendet werden. ©VBS/DDPS, Nique Nager
Kickbags können bis zu 30 Mal wiederverwendet werden. ©VBS/DDPS, Nique Nager

Seit Anfang 2021 können rund 1000 Angehörige der Armee als TestnutzerInnen persönliche Ausrüstungsgegenstände online im neuen Webshop der Logistikbasis der Armee (LBA) bestellen. Zur Auswahl stehen gemäss ihrer Bezugsquote etwa T-Shirts, Unterwäsche, Dienstabzeichen oder Konsummaterial. Das Material wird je nach Bedarf nach Hause oder an die Militäradresse geschickt. Auch können über diesen Weg ausgewählte Artikel ersetzt werden, beispielsweise in die Jahre gekommene Tarnanzugsjacken. Basierend auf den Erfahrungen mit der ersten Testgruppe schaltet die LBA den Zugang zum Webshop für weitere Angehörige der Armee frei. Auch das Sortiment erweitert sie laufend.

Wiederverwendbare Versandtasche

Neu erfolgt der Versand mit den Versandtaschen des St. Galler Start-Ups Kickbag. Nach Erhalt der Ware können die EmpfängerInnen den Kickbag zusammenfalten, mit einem Klettverschluss verschliessen und in den nächsten Briefkasten werfen – er wird dann an die LBA retourniert. Sollte die Ware nicht passen oder ein alter Artikel zurückgeschickt werden, legen die EmpfängerInnen diesen in den Kickbag und geben ihn in einer Postfiliale ab. Kickbags können bis zu 30 Mal wiederverwendet werden. Damit leistet die Armee einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen und Kartonabfall im Onlineversand.

Positives Feedback

Das Feedback der Testgruppe – grösstenteils Milizangehörige – ist bestechend: 87% der Befragten befürworten die Einführung eines nachhaltigen Versandkonzepts. Die Armee unterstreicht mit dem nachhaltigen Onlineversand von persönlicher Ausrüstung eine in ihrer Vision 2030 kommunizierte Ambition: Sie will Innovation und Digitalisierung fördern und integrieren. Laut Korpskommandant Thomas Süssli, Chef der Schweizer Armee, veranschaulicht die Kooperation mit Kickbag mehrere Elemente der Vision 2030: «Wir zeigen der Miliz unsere Wertschätzung, indem wir den physischen Gang ins Logistikzentrum überflüssig machen. Wir nutzen das Potenzial der Schweiz, indem wir wie in diesem Fall mit dem junge Start-Up Kickbag und der Post zusammenarbeiten.»

Tobias Zingg, Mitgründer von Kickbag zeigt sich froh, die Schweizer Armee als Pilotpartner gewonnen zu haben und mit ihr Erfahrungen mit der Kickbag-Nutzung zu sammeln. «Die Dynamik und Konsequenz, mit welcher der neue Webshop weiterentwickelt wird, ermöglichen uns, gemeinsam wegweisende Erkenntnisse zur Kickbag-Nutzung zu gewinnen. Wir sind stolz, zusammen mit der Armee ein innovatives Pilotprojekt im Schweizer Onlineversand voranzutreiben.»

Die beiden Partner

Die Schweizer Armee muss zu jedem Zeitpunkt auf künftige Bedrohungen und Gefahren vorbereitet sein. Sie ist gezwungen, stets einen Blick in die nächste Geländekammer zu richten. Dies tut sie mit der «Vision 2030». Sie schafft die Voraussetzung für die Gruppe Verteidigung als Verwaltung, damit die Schweizer Milizarmee ihren Auftrag zu Gunsten der Sicherheit des Landes erfüllen kann. Die Kickbag GmbH wurde 2020 aus einer Initiative der beiden Online-Shops Stadtlandkind.ch und Stoff&so gegründet. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung im E-Commerce wurde der Kickbag als innovative, umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Einwegverpackungen entwickelt. Durch den einfachen Rückversand der Kickbags können CO2-Emissionen und Verpackungsmüll substanziell reduziert werden.