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Vielseitige Tätigkeit und Austausch mit Menschen

Als Mathematikstudentin und Mitbegründerin eines Bildungs-Start-ups konnte Sofia Hasler*, Zugführerin der Militärpolizei, von der praxisorientierten Ausbildung zur Offizierin profitieren. Eine Erfahrung, welche die junge Frau geprägt und auf die Führungsaufgabe als Leutnant bei der Militärpolizei und im Zivilleben vorbereitet hat.

22.07.2021 | Kommunikation Verteidigung, Jonas Hugentobler, PIO MP Bat 4

Als Teil der Übungsleitung erkennt die Zugführerin mögliches Potential ihrer Soldaten und kann dieses in zukünftigen Ausbildungseinheiten thematisieren. ©VBS/DDPS, Jonas Hugentobler, PIO MP Bat 4

Leutnant Sofia Hasler, Sie sind ihn Ihrem ersten Wiederholungskurs mit dem Militärpolizeibataillon 4. Verraten Sie uns Ihre Motivation, freiwillig als Offizier Dienst zu leisten?

An meiner Arbeit als Zugführerin schätze ich besonders meine Rolle aus Ausbilderin und Anführerin meines Zuges und die einzigartige Kameradschaft der Einheit. Die Vielseitigkeit meiner Tätigkeit und der Umgang und der Austausch mit Menschen aller Hintergründe machen meinen Militärdienst zu einem wichtigen Teil meines Lebens.

Welchen Mehrwert hat Ihnen das Militär und die Kaderausbildung im zivilen Leben gebracht?

Beim Abverdienen in der Westschweiz hatte ich die Chance, einen mehrsprachigen Zug mit Armeeangehörigen unterschiedlichster Herkunft zu führen. Das war eine spannende Herausforderung, an der ich wachsen konnte. Ein klarer Mehrwert war es, bereits in jungen Jahren Führungserfahrung zu sammeln. Ich habe gelernt zu priorisieren, zu delegieren und unter Druck zu entscheiden. Diese Erfahrung hat mich gestärkt und war mir während der Gründungs- und Aufbauphase meines Unternehmens von entscheidendem Vorteil.

Was davon konnten Sie im zivilen Leben übernehmen und verinnerlichen?

Ich bin eine Person, die Herausforderungen und Abwechslung sucht und braucht. Mir hat die Kaderausbildung besonders im Bereich Organisation und Planung geholfen, mich weiterzuentwickeln. Nebst der Belastbarkeit konnte ich auch meine Problemlösungsfähigkeiten steigern. Stehe ich einem neuen Problem gegenüber, versuche ich, es nicht als solches zu sehen, sondern beginne direkt, in Möglichkeiten zu denken und Lösungen zu erarbeiten. Ich kenne meine Stärken und Schwächen, ich weiss, was ich kann, und wann ich Hilfe brauche.

Was hat Sie motiviert, im Militär zu dienen und weiterzumachen?

Ich bin eine neugierige und wissbegierige Person. In meinem Umfeld hörte ich die unterschiedlichsten Meinungen zur Armee – doch ich wollte mir selbst ein Bild machen. Zudem war ich mir zum Zeitpunkt meiner Entscheidung, Dienst zu leisten, sicher, dass es das Richtige ist – und dieser Meinung bin ich auch heute noch.

Was geben Sie dem Militär zurück?

Ich schätze mich selbst als analytische und doch empathische Führungspersönlichkeit ein. Ich setze mich mit Leidenschaft für das Wohl meiner Unterstellten ein und bin eine loyale Unterstützung für meine vorgesetzte Stufe. Meine Ausbildungen sind stets praxisorientiert und sinnvermittelnd. Ich gehe mit Vorbild voran, ich ziehe, unterstütze und motiviere. Besonders wichtig sind mir die Werte Integrität und Authentizität. Ich lebe sie vor und erhalte sie im Gegenzug auch von meinen Unterstellten zurück.

Zur Person

*Sofia Hasler (fiktiver Name) ist Mathematikstudentin mit Nebenfach Volkswirtschaftslehre und wird im Sommer ihren Bachelor abschliessen. Zudem ist sie Mitgründerin eines im September 2019 gegründeten Bildungs-Startups. Seit Februar 2020 ist die Firma operativ und beschäftigt heute 16 Mitarbeitende. Hasler leitet die Bereiche Human Resources und Training. Aus Sicherheitsgründen will sie anonym bleiben. 

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