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Krötenhochzeit neben der Flugpiste

Dank Massnahmen des Programms Natur-Landschaft-Armee NLA hat sich eine eindrückliche Population der seltenen Kreuzkröte auf einem Areal auf dem Flugplatz Payerne angesiedelt. Für Experten ist dies ein Beleg für den Erfolg des Naturschutzprogramms der Armee. Es wurde vor nunmehr 20 Jahren lanciert.

14.06.2021 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

Solche Kreuzkröten (im Bild auf dem Waffenplatz Bière) leben aktuell in grossen Mengen in einem Wassergraben und einer Feuchtwiese unmittelbar neben der Flugpiste in Payerne. © VBS/DDPS, David Külling

Die seltene Kreuzkröte hat auf dem Areal des Flugplatzes Payerne in der Gemeinde Estavayer (FR) eine Heimat gefunden, vor allem dank des Programms Natur-Landschaft-Armee (NLA) der Armee. In einem Graben in einer Feuchtwiese wurden kürzlich 200 bis 300 erwachsene Exemplare dieser stark vom Aussterben bedrohten Amphibienart gezählt. Der Verantwortliche vor Ort, Alain Maibach, ein vom VBS mandatierter Biologe, berichtet: «Die Frösche sangen und paarten sich.» Sie konnten beim Ablaichen beobachtet werden. Die Bewahrung und Förderung der Kreuzkröte ist seit 2016 Ziel des Programmes, so Maibach, aber: «Mit diesem Erfolg hatten wir nicht gerechnet.»

NLA verpflichtete den Bewirtschafter

Laut Experten ist das eine grosse Population auf ungewohntem Terrain. Generell sind Kreuzkröten in Kies- und Lehmgruben sowie auf Waffenplätzen mit Geländefahrschulen für Panzer, wie in Bure oder Thun, zu finden. Das Programm hatte im Rahmen der Biodiversitätsförderung den Pächter des Landes wenige Meter neben der Flugpiste zu einer schonenden Bewirtschaftung ohne Pflanzenschutzmittel verpflichtet. Diese Schutzauflagen haben sich nun als erfolgreich erwiesen. Generell gilt: Auf Armeearealen sind bedrohte Arten überdurchschnittlich häufig anzutreffen, weltweit.

Armee fördert Naturschutz

Vor einigen Jahren wurden auf dem Gelände die ersten Kreuzkröten entdeckt. Das allein war laut David Külling, Leiter Natur- und Denkmalschutz VBS, schon bemerkenswert. Und jetzt diese Erfolgsmeldung? Külling frohlockt: «Das ist absolut unglaublich – diese Menge von erwachsenen Tieren – und dies auch noch auf Grasland!»

Kreuzkröten waren in ganz Europa verbreitet, sind aber vielerorts selten geworden oder gar verschwunden. Sie leiden unter dem Verlust ihres natürlichen Lebensraumes durch die Kanalisierung von Flüssen und die Rekultivierung von Lehm- und Kiesgruben zu Gunsten intensiver Landwirtschaft. Deshalb ist es dem Programm NLA ein Anliegen, sie auf geeigneten Armeearealen gezielt zu fördern.