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Eine Armee für alle

In der Schweizer Armee sind Frauen und Männer unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Religion, Sexualität oder mit unterschiedlichen Bräuchen engagiert. Da sie ein Abbild der Gesellschaft ist, will die Armee offen sein für alle. Was aber bedeutet «Eine Armee für alle» wirklich? Eine Zwischenbilanz zur Diversität in der Armee.

31.05.2021 | Luc Bruttin, Projektleiter Diversität / Team LE V/A

Symbolbild, ©VBS/DDPS, André Scheidegger.

In den letzten Jahren hat das Thema Diversität an Bedeutung gewonnen und sich weltweit in vielen Unternehmen verbreitet. Der Begriff bezieht sich auf die Heterogenität in der Gesellschaft, gekennzeichnet durch Vielfalt und unterschiedliche Lebensstile und -formen.

Diversity is being invited to the party; inclusion is being asked to dance.

Vernā Myers, Cultural Change Catalyst


Das verstärkte Bewusstsein für das Thema lässt sich auch auf Armee-Ebene beobachten, wo versucht wird, das Potenzial aller Armeeangehörigen zu berücksichtigen und einzubeziehen, damit jede Frau und jeder Mann als vollwertiges Armeemitglied betrachtet wird. Diversität geht demnach mit Inklusion einher.

Diversität und Inklusion in der Schweizer Armee

Die Diversity-Vision der Schweizer Armee zielt auf eine Kultur der Offenheit und Inklusion zugunsten aller Armeeangehörigen ab: eine Armee, die sich der verschiedenen Realitäten, aus denen die Diversität besteht, bewusst ist; eine Armee, die ihre Vielfalt offen zum Ausdruck bringen will; eine Armee, welche die Integration ihrer Diversität bewältigen kann; eine Armee, die ihre Diversität schützt, indem sie die uneingeschränkte Achtung der Grundrechte ohne jegliche Diskriminierung garantiert.

Ein Potenzial, das es zu nutzen gilt

Das Potenzial der Diversität muss voll ausgeschöpft werden, denn es spielt eine wesentliche Rolle für die langfristige Tragfähigkeit der Armee und deren Attraktivität gegenüber der Bevölkerung. Da die Armeeangehörigen das Fundament der Armee darstellen, sollten Diversität und Inklusion die Grundpfeiler für die Funktionsfähigkeit der Armee und die Förderung der Kameradschaft bilden. Diversität sollte als Chance gesehen werden: Wenn jeder Mensch sich selbst sein kann, akzeptiert wird und mit den anderen verbunden ist, resultiert für die Armee und für ihre Angehörigen ein Mehrwert.

Zahlreiche Herausforderungen

Eine konsistente und transparente Entwicklung der Diversität geschieht allerdings nicht ohne grössere Herausforderungen, die sich namentlich im Diversity-Management und bei der Kommunikation rund um Diversity-Themen ergeben. Deshalb muss dieser Prozess mit Sensibilisierung, Schulung und Begleitung einhergehen. Nur so kann der sich abzeichnende Wandel stattfinden: hin zu einer Armee, die sich der sozialen Veränderungen bewusst ist und damit in Einklang steht und die in der Lage ist, sich davon leiten zu lassen – damit jede und jeder einen Platz und die Legitimität in ihren Reihen finden kann.

Perspektive zum Thema Diversität

Am 4. Mai 2020 beauftragte die Chefin VBS die Gruppe Verteidigung, eine genderorientierte Perspektive auf der Grundlage des Prinzips «Eine Schweizer Armee für alle» auszuarbeiten. Der Chef der Armee betraute das Team des Projekts Langfristige Entwicklung Gruppe Verteidigung und Armee (LE V/A) mit dem Auftrag. Im Laufe der Arbeiten hat sich herausgestellt, dass es notwendig ist, eine globalere Sichtweise einzunehmen und die Perspektive auf das Thema Diversität auszuweiten. So konzentriert sich die Perspektive auf die Diversity-Dimensionen Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung, Religion, Sprache, ethnische und kulturelle Zugehörigkeit sowie Behinderung. Für alle Dimensionen wird eine Leitlinie erstellt, damit die Armee ihre Positionierung klar kommunizieren und die Dimensionen berücksichtigen kann.

Massnahmenkatalog

Parallel zur Perspektive entwickelt das Projektteam LE V/A einen Massnahmenkatalog, der zur Umsetzung der Perspektive beitragen wird. Die Empfehlungen und konkreten Massnahmen dieses Katalogs werden den von der Perspektive vorgegebenen Rahmen (Studien, Projekte usw.) konkretisieren und die von der Armee angestrebte Kultur der Offenheit und Inklusion fördern.

Studie zum Thema Diversität

Im Mai 2021 ist der Startschuss zu einer Studie des Projektteams LE V/A gefallen, mit der die Perspektive zum Thema Diversität gestärkt werden und genau festgelegt werden soll, welche Massnahmen zugunsten einer Kultur der Offenheit und Inklusion innerhalb der Armee zu ergreifen sind. Die Studie beabsichtigt, die Interaktion und den Austausch zwischen den Armeeangehörigen zu untersuchen. Damit sollen die Merkmale ermittelt werden, die zusammengefasst ein Bild der Diversität in der Armee ergeben, und die Positionierung der Armee in Bezug auf das Thema Diversität klar festgelegt werden.

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