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Die Schweizer Armee: Ein Faktor des nationalen Zusammenhalts

Soldat Konan Pazzaia hat die Rekrutenschule im Januar 2021 in der Artillerie- und Aufklärungsschule 31 in Bière begonnen ‒ in einem mehrheitlich deutschsprachigen Zug; eine zusätzliche, sprachliche Herausforderung für den jungen Romand. Er hat sie gemeistert. Heute freut sich Pazzaia, dass er so die Chance erhielt, die Sprache und Kultur seiner deutschsprachigen Kameraden besser kennenzulernen.

12.05.2021 | Kommunikation Verteidigung, Jonathan Binaghi

Soldat Konan Pazzaia ist Aufklärungssoldat in der Rekrutenschule der Artillerie- und Aufklärungsschule 31. ©VBS/DDPS, Jonathan Binaghi

Konan Pazzaia fand die Aufgabe der Aufklärer spannend, und die Vorstellung, ein Eagle-Aufklärungsfahrzeug fahren zu dürfen, faszinierte ihn. Bei der Rekrutierung wurde er in seine Wunschfunktion Aufklärer eingeteilt. Der erste Teil der Rekrutenschule fand in Bière statt und er freute sich, in der Nähe von zu Hause zu sein. Er hielt es für selbstverständlich, dass er in Bière zwar auch auf deutsch- und italienischsprachige Rekruten treffen, aber hauptsächlich französischsprachige Kameraden haben würde.

Der erste Tag war ein Schock

«Als ich am ersten Tag den Dienst in der Rekrutenschule antrat, traf ich auf meine neuen Kameraden. Es war für mich ein Schock, festzustellen, dass in meinem Zug mit rund dreissig Personen nur ein einziger weiterer Westschweizer war», gesteht Soldat Pazzaia. «Von den Rekruten in meinem Zug konnten sich rund die Hälfte gut auf Französisch verständigen», fährt Pazzaia fort. «Die anderen versuchten am Anfang zwar, Französisch zu sprechen, doch mit zunehmender Müdigkeit aufgrund des Dienstes sank die Bereitschaft dazu.» Dass die zwei Westschweizer in der klaren Minderheit waren, trug natürlich nicht dazu bei, Gespräche in französischer Sprache zu fördern.

Eine Herausforderung und eine Chance

Aufgrund der besonderen Lage erhielten er und sein Westschweizer Kamerad in der zweiten Woche der Rekrutenschule die Möglichkeit angeboten, in einen französischsprachigen Zug zu wechseln. «Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits ein gutes Verhältnis zu unseren Kameraden aufgebaut und so beschlossen wir gemeinsam, die Herausforderung anzunehmen und von der Chance zu profitieren, die Deutschschweizer, ihre Sprache und Kultur besser kennenzulernen.»

Es war nicht einfach, sich daran zu gewöhnen, Befehle auf Deutsch zu erhalten und der Ausbildung in der Fremdsprache zu folgen, vor allem wenn, wie so oft in der Schweiz, Dialekt gesprochen wurde. Eine Sprache in der Kaserne lernen zu müssen, ist jedoch etwas anderes, als sie in der Schule zu lernen. «Hier ist man tagtäglich in ein Deutschschweizer Umfeld eingebunden und wenn man nicht abseitsstehen möchte, muss man Mut fassen und drauflosreden. Zum Glück hat man in diesem Umfeld auch weniger Angst, Fehler zu machen. Wenn man zudem die Militärsprache mit all den Abkürzungen und neuen Begriffen gleich in Deutsch lernt, ist alles viel einfacher.» Nach acht Wochen konnte Pazzaia fast alles verstehen, sich auf Deutsch ausdrücken und sogar auf Deutsch etwas erklären.

Die Armee: ein Querschnitt der Schweiz

Ab der zwölften Woche und mit der Verlegung der Ausbildung nach Thun wurden die Züge neu zusammengestellt und heute ist Soldat Pazzaia einem hauptsächlich französischsprachigen Zug zugeteilt. «Für einmal sind die Deutschschweizer in der Minderheit und ich gehöre zu den Soldaten, die sich mit ihnen am besten versteht. Die Armee ist ein Querschnitt der Schweiz und meine Erfahrung in einem Deutschschweizer Zug war wie eine kleine Reise innerhalb der Schweiz. Dank ihr konnte ich meine Mitbürger besser kennenlernen. Es war ein Abenteuer und eine Herausforderung, von der ich in Zukunft sicher profitieren werde.»

Der Soldat Konan Pazzaia kann jetzt bestens mit den deutschsprachigen Kameraden und Kadern kommunizieren.

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