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Die Digitalisierung im Dienst des Bürgersoldaten

Die Digitalisierung muss in den Dienst des Menschen gestellt werden – seine Bedürfnisse müssen immer im Zentrum stehen. Dieser Herausforderung hat sich das Team «Langfristige Entwicklung Gruppe Verteidigung und Armee» (LE V/A) angenommen. Mit einer soeben gestarteten Workshop-Reihe versucht sie zu ergründen, welche Probleme die Miliz in der Interaktion mit der Armee als Institution sieht. Der erste Workshop fand am 19. April mit Armeeangehörigen der Rekrutenschule Airolo statt und war ein grosser Erfolg.

06.05.2021 | Kommunikation Verteidigung, Jonathan Binaghi

Die Teilnehmerinnen des Workshops betrachten die schematische Visualisierung ihrer militärischen Laufbahn. © VBS/DDPS, Jonathan Binaghi

Am 19. April 2021 fand auf dem Waffenplatz Airolo im Hinblick auf die Initiative «Digitalisierung der Miliz» ein Design-Thinking-Workshop mit einer Gruppe weiblicher Milizsoldaten statt, die gerade ihre Rekrutenschule durchlaufen. Ziel des Workshops war, ausgehend von der Lebensrealität und den persönlichen Erfahrungen der Teilnehmerinnen ein Verständnis dafür zu entwickeln, welches die tatsächlichen Probleme in der Beziehung zwischen der Armee als Institution und den Bürgern in Uniform sind.

Die Digitalisierung in der Vision 2030

Zu den Zielen der Vision «Digital schlagkräftig» gehört, dass die Interaktion zwischen der Armee und ihren Milizangehörigen verbessert wird und in Zukunft zunehmend über digitale Kanäle erfolgen soll. Das erfordert eine Digitalisierung der Prozesse, die ständig neue und innovative Verbesserungen erlauben.

Die Digitalisierung ergibt nur dann Sinn, wenn die Menschen und deren Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Sie muss die Steuerung und die Ausführung der Aufgaben erleichtern sowie die Kommunikation zwischen der Armee und den Bürgersoldaten während, aber vor allem auch ausserhalb des Dienstes verbessern.

Ein aktuelles Beispiel für die Digitalisierung in der Armee ist die neue Applikation für die Urlaubsgesuche, die deren administrative Bearbeitung deutlich vereinfacht und beschleunigt, was für alle Seiten Vorteile bringt. Die App ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. In Zukunft könnte beispielsweise auch das Dienstbüchlein digitalisiert und die Kommunikation stärker personalisiert werden. Mit der Initiative «Digitalisierung der Miliz» sollen diese Lösungen schnellstmöglich erstellt werden.

Auf den Menschen ausgerichtet

Damit dieser Fokus auf den Menschen nicht zu kurz kommt, müssen die Erfahrungen verschiedener Personengruppen eingeholt werden. Nach dieser ersten Durchführung mit italienischsprachigen Angehörigen der Armee wird der Workshop daher in den kommenden Monaten mit anderen Armeeangehörigen (andere Sprachen, Grade, Dienstarten) wiederholt, aber auch mit Zivilpersonen, die bald mit der Armee in Berührung kommen werden (Lernende, Mittelschüler/innen).

Lösungen wurden noch keine definiert, denn die Lösungsfindung war nicht das Ziel. Auf einem langen Weg sind die Workshops der Beginn, bei dem es darum geht, die Problemstellungen zu identifizieren. Das ist vielleicht sogar wichtiger als das Finden von Lösungen. Alle jetzigen und zukünftigen Teilnehmenden der halbtägigen Workshops werden – wenn sie das möchten – ausserdem in die Beurteilung der Lösungen für die von ihnen erkannten Probleme eingebunden. Von den jungen Tessiner Soldatinnen wurde dieses Angebot äusserst positiv aufgenommen.

Fotos

Die Vision 2030

Die Vision 2030

Zu Beginn dieses Jahres hat der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, der Öffentlichkeit seine Antworten auf die Herausforderungen und Bedrohungen, mit denen die Armee in den nächsten zehn Jahren konfrontiert sein wird, vorgestellt: die Vision 2030. Die Vision gliedert sich in sieben Bereiche, denen sich die Armee vertieft widmen will, damit sie für zukünftige Herausforderungen gerüstet ist.

Design Thinking

Design Thinking: Das BIT unterstützt die Armee mit seinem Know-how

Für die Workshop-Reihe zur Digitalisierung der Miliz arbeitet das Team Langfristige Entwicklung der Gruppe Verteidigung und Armee (LE V/A) eng mit dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) zusammen. Das BIT arbeitet seit längerem mit etablierten Innovations-Ansätzen wie Design Thinking: Hierbei stehen Lernende sowie Angehörige der Armee als Benutzerinnen und Benutzer bei der Entwicklung von Digitalisierungslösungen im Zentrum. Das BIT unterstützt die Kolleginnen und Kollegen bei LE V/A und der Miliz auf dem gesamten Weg – von der Bedürfnisklärung und Ideenfindung bis zur Entwicklung eines getesteten Prototyps. Der Einsatz dieser Methoden zahlt sich aus: So entstehen benutzerfreundliche Lösungen, die auf den effektiven Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger als Jugendliche und in Uniform ausgerichtet sind. «Die Zusammenarbeit ist sehr inspirierend - erste wichtige Erkenntnisse zu digitalen Potenzialen sind äusserst lebendig mit der Miliz erarbeitet worden», sagt Carlo Dietiker, Projektleiter Digitalisierung im Team LE V/A.