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Üben unter CORONA-Bedingungen

Weiterspielen trotz COVID-19? Die Formationen der Schweizer Militärmusik mussten beweisen, dass es funktioniert. Seit einem Jahr wurde der Probebetrieb angepasst, sodass auch beim Musizieren das Ansteckungsrisiko möglichst tief gehalten werden kann.

04.05.2021 | Komp Zen Mil Musik

Das Kompetenzzentrum Militärmusik ein robustes Schutzkonzept auf die Beine stellen und dies in allen dienstleistenden Formationen umsetzen. ©VBS/DDPS, Komp Zen Mil Musik

In der Kaserne Aarau (Rekrutenspiel) und seit kurzem auch in Bern (WK-Spiel) klingt es nach Militärspiel: Wie die anderen Truppen muss natürlich auch die Militärmusik weiterhin ihren Ausbildungsauftrag erfüllen. Durch die seit einem Jahr in Aarau gemachten Erfahrungen konnte das Kompetenzzentrum Militärmusik ein robustes Schutzkonzept auf die Beine stellen und dies in allen dienstleistenden Formationen umsetzen.

Maske … wenn immer möglich

Für gewisse Instrumente ist die Maskentragepflicht zum Glück nicht so problematisch: So haben die Tambouren und Schlagzeuger einen gewissen Vorteil gegenüber den Bläsern und können auf «engerem Raum» (beispielsweise die Tambouren für ein Show-Stück) zusammenspielen. Nichtsdestotrotz wird aber Wert darauf gelegt, Instrumente, die durch mehreren Personen gebraucht werden (wie etwa eine grosse Trommel), regelmässig zu desinfizieren. Und auch Aktivitäten wie Musiktheorie oder «Body-Percussion» lassen sich mit der Maske gut kombinieren.

Kleinere Formationen und grössere Abstände

Spätestens beim Spielen eines Blasinstrumentes wird aber die Maske zum Problem. Entsprechend wird darauf geachtet, dass die Abstände zwischen den Musikern genug gross sind, um eine allfällige Verbreitung des Virus via Aerosol zu verhindern. Alle Proberäume werden zusätzlich regelmässig gelüftet, vor allem zwischen verschiedenen Gruppen.

Damit die gesamte Formation mit bis zu 60 Bläsern mit diesen Abständen doch nicht allzu viel Platz braucht, ist es seit letzten Sommer Usus geworden, ein Orchester jeweils in zwei kleinere Formationen aufzuteilen. Aber auch hier kann es sein, dass die benötigte Fläche teilweise so gross ist, dass der Proberaum in der Kaserne Aarau nicht ausreicht und externe Säle dazu gemietet werden müssen.

Ein Vorteil für die Miliz

Nebst dem Nachteil der viel komplexeren Probeübersicht mit zwei Formationen hat dies aber auch zwei Vorteile: Erstens erhalten die Milizkader (besonders die Zugführer) mehr Praxis im Dirigieren, und, zweitens, sollte trotz aller Massnahmen eine der beiden Formationen durch eine Quarantäne betroffen sein, wäre die zweite immer noch einsatzbereit.

In diesem Sinne setzt also die Militärmusik alles daran, in einem möglichst sicheren Umfeld die Kader, Musikerinnen und Musiker weiterhin zu trainieren, damit schlussendlich alle «ready for mission» sind.

Die Militärmusik ist nach Beurteilung des Oberfeldarztes als professionelles Ensemble anzusehen. Es kommt Art 6f Absatz 3 der Verordnung (SR 818.101.26) über die Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie vom 14. April 2021 zur Anwendung. Hinzu kommt auch das etablierte Schutzkonzept in der Armee (inkl. den 4 m²/ Person und Tragen von Masken im Allgemeinen), die geschlossene Lebensgemeinschaft während den Dienstwochen (anders als bei Amateurmusikern, die immer wieder nach Hause gehen), sowie regelmässige Screening-Tests aller Musiker inkl. Contact Tracing, Isolation und Quarantäne.