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Die RS als selektionierter Truppenkoch als optimale Chancen für die Zukunft

Mit der Frühjahrs-Rekrutenschule (RS) 2021 startete auch die erfolgsversprechende Rekrutenschule für selektionierte Truppenköche. Die beiden selektionierten Kochtalente, Rino Zumbrunn und Sandro Steger absolvieren nun nach erfolgreicher allgemeinen Grundausbildung ihre restlichen 14 Wochen RS in Thun beim Ausbildungszentrum Verpflegung. Nebst hausinternen Ausbildungssequenzen bei ausgewiesenen Kochspezialisten unterstützen die zwei aktuell die zivilen Kochlehrlinge der Armee bei ihren Prüfungsvorbereitungen.

01.04.2021 | Kommunikation Ausb Zen Vpf, Leila Chaabane

Rino Zumbrunn (links) und Sandro Steger in der Küche des Ausb Zen Vpf.
Rino Zumbrunn (links) und Sandro Steger in der Küche des Ausb Zen Vpf.

Stellt euch vor, ihr erfahrt jetzt, dass in einer Stunde ein Bundesrat zum Mittagessen kommt. Was kocht ihr?

Rino: Uff, aktuell haben wir frischen Fisch. Ich würde einen Grillteller mit Fisch, Gemüse und einer frischen Sauce Hollandaise vorbereiten.
Sandro: Ich würde mit einem Rindstatar als Apéro beginnen.

 

Und wenn es ein vegetarisches Gericht sein müsste?
Rino:
Ich bleibe bei einem schlichten Essen und würde ein Risotto mit Kräutern und Pilzen zubereiten.
Sandro: Ich nutze die Gelegenheit und würde einen Teller mit meiner eigenen Kreation aus elf verschiedenen Komponenten mit Tomaten vorbereiten. Tomaten haben wir definitiv genügend auf Vorrat.

 

Warum habt ihr euch für die Rekrutenschule als selektionierter Truppenkoch beworben?
Sandro:
Kochen ist meine grosse Leidenschaft und ich nutze jede Gelegenheit, mich weiterzubilden.  Bevor ich in die RS eingerückt bin, war ich in Thailand und wollte mich für ein Jahr im Centara Grand Beach Resort Hua Hin in der asiatischen Küche ausbilden lassen. Leider musste ich aufgrund von Covid-19 nach acht Monaten zurückkommen. Da kam mir das Angebot sehr gelegen.
Rino: an den SwissSkills informierte mich Adjutant Unteroffizier Sascha Heimann, der Chef SACT (Swiss Armed Forces Culinary Team) über die RS als selektionierter Truppenkoch. Für mich war schnell klar, dass ich mich bewerbe.

 

Was macht diese RS aussergewöhnlich?
Rino:
Weil sich nach der Grundausbildung in dieser RS alles um das Thema Kochen dreht, können wir uns voll und ganz auf unsere Passion fokussieren und unser Fachwissen erweitern.
Sandro:  Sich weiterzubilden ist aktuell nicht einfach. Das bemerken wir auch im Ausbildungszentrum Verpflegung (Ausb Zen Vpf), weil viele Anlässe und die Teilnahme an Events abgesagt werden mussten. Trotzdem profitieren wir von einer ausgezeichneten internen Ausbildung und auserwählten externen Kursen.

 

Wie sieht ein Tagesablauf bei euch aus?
Sandro:
Das ist sehr unterschiedlich. Zurzeit unterstützen wir vor allem die zivilen Lehrlinge, die bei der Armee die Kochlehre machen. Sie kommen in ca. 4er-Gruppen zu uns ins Ausb Zen Vpf und lernen für die Abschlussprüfung. Wir kümmern uns um ihr Frühstück und unterstützen sie danach bei ihren Prüfungsarbeiten. Manchmal, indem sie direkt Feedback von uns erhalten oder indem wir ihnen ein bisschen Prüfungsfeeling geben und nur mit Notizblock umhergehen.

 

Esst ihr viel?
Rino:
Oh ja! Ganz besonders während der Prüfungsvorbereitungen der Lehrlinge müssen wir sehr viel degustieren.

 

Und schmeckt’s?
Sandro:
Ja, meist sehr gut. Natürlich gibt es die klassischen Fauxpas: „Versalzen oder Fade“, aber das gehört zum Ausprobieren und zum Vorbereitungsstress einer Prüfung dazu.
Rino: Wir sind auch bei unseren eigenen Kreationen sehr streng und können rigoros sein: Wenn’s nicht schmeckt, wird’s gleich nochmal gekocht.

 

Wie sehen eure Pläne nach der RS aus?
Sandro:
Eines Tages will ich mein eigenes Restaurant haben. Bis dahin sammle ich weiter Berufserfahrung. Am liebsten in verschiedenen Betrieben mit Michelin-Sternen, damit ich meinen eigenen Stil in der Küche finde.
Rino: Pläne können sich zurzeit sehr schnell wieder ändern. Ich hätte dieses Jahr an den Berufs-Weltmeisterschaften «WorldSkills» in Shanghai teilgenommen. Leider wurden diese auf 2022 verschoben. Ich will mich auf jeden Fall zum Chefkoch weiterbilden, den Berufsbildner und das Wirtepatent machen. Hoffen wir, dass sich bald alles etwas normalisiert.

 

Apropos Weltmeisterschaft. Rino, du hast die SwissSkills 2020 gewonnen. Wie hast du dich vorbereitet und wie fühlst du dich als Gewinner?
Rino:
Ich habe definitiv mehr Zeit in das Organisatorische investiert als in die Küche. Das Rezept, der Ablauf und ganz besonders der Zeitplan müssen bis ins Detail durchdacht sein.
Nach dem Sieg war das ein cooles Gefühl, aber das ist kaum noch präsent. Das Leben geht weiter und ich hab noch viel zu lernen!

 

Warum würdet ihr jemandem die RS als selektionierter Truppenkoch empfehlen?
Rino:
Weil du zwei Fliegen auf einen Schlag schlägst: Du absolvierst deine RS und hast die Möglichkeit, die eigenen kulinarischen Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Du profitierst von einem umfangreichen Fachwissen der Ausbildner, lernst coole Leute kennen und bekommst Zugriff zu einem breiten Netzwerk.
Sandro: Genau! Das vermittelte Knowhow ist sehr wertvoll, und sobald sich die Covid-Situation normalisiert hat, finden wieder viele interessante Anlässe und Events statt, an denen die Kochtalente teilnehmen können. Wer diese einmalige Chance nicht nutzt, ist wirklich selber schuld!