print preview Zurück zur Übersicht Startseite

Eine offene Lernkultur

Die Armee hat den zivilen Behörden im vergangenen Jahr wertvolle Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus geleistet. Sie hat aus den Einsätzen entsprechende Lehren gezogen, um sich kontinuierlich zu verbessern. Am Ende des zweiten Corona-Einsatzes, der am 31. März 2021 endet, kann die Armee eine positive Bilanz ziehen und ist weiterhin bereit, wenn es sie wieder braucht.

30.03.2021 | Kommunikation Verteidigung, Jonathan Binaghi

Mit der Entlassung der letzten Assistenzdienstleistenden endet am 31. März 2021 der zweite Corona-Einsatz. © VBS/DDPS, André Scheidegger

Am 16. März 2020 verfügte der Bundesrat zur Bewältigung der Corona-Pandemie die erste Teilmobilmachung der Armee seit dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem Einsatz «Corona 20» begann der Assistenzdienst. Nach Abschluss des Einsatzes trafen sich am 23. Juni 2020 rund sechzig im Assistenzdienst eingesetzte Kommandanten zu einem sogenannten After Action Review. Die Absicht des Chefs der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, und des damaligen Kommandanten des subsidiären Einsatzes, Korpskommandant Aldo C. Schellenberg, war es, einen offenen und aufrichtigen Dialog zu führen mit dem Ziel, aus den erkannten Problemen und Fehlern die richtigen Lehren zu ziehen.

Der zweite Corona-Einsatz

In der zweiten Welle ab November 2020 wurde die Armee erneut eingesetzt, um die zivilen Behörden zu unterstützen. Die Lehren aus dem ersten Einsatz wurden dabei bereits berücksichtigt: Im Vergleich zum Einsatz während der ersten Welle, konnten die benötigten Angehörigen der Armee gezielter aufgeboten werden.

Zudem konnte die Armee auf die Verfügbarkeit von zahlreichen Freiwilligen zählen. Das Personelle der Armee versandte im Vorfeld der zweiten Welle ein Meldeformular an diejenigen Soldaten, deren Funktion den im Einsatz erforderlichen Profilen entsprach. Dazu gehörten in erster Linie Angehörige von Sanitäts- und Logistikformationen sowie Formationen, die zur Sicherheit und zum Schutz eingesetzt werden konnten. So konnte die Armee den zivilen Behörden eine massgeschneiderte Hilfe leisten.

Eine positive Bilanz

Mit der Entlassung der letzten Assistenzdienstleistenden wird am 31. März 2021 der zweite Corona-Einsatz zu Ende gehen. Die erste Bilanz des Chefs der Armee ist – gerade auch wegen der in der Schweizer Armee gelebten Lernkultur – positiv: «Die Armee hat sich bewährt! Sämtliche Einsätze der letzten Monate konnten erfüllt werden. Einsätze, die alles andere als einfach zu meistern waren. Der Schutz unserer Grenzen wurde dank der Armee verstärkt, das Gesundheitswesen wurde wo nötig entlastet und es wurden Kapazitäten geschaffen, die Beschaffung und Verteilung von für die Bewältigung der Pandemie notwendigen Güter wurde zuverlässig vollzogen. Natürlich ist nicht alles reibungslos verlaufen, natürlich wurden auch Fehler gemacht. Aber wir waren in der Lage, unmittelbar aus Fehlern zu lernen, diese zu korrigieren und uns entsprechend laufend zu verbessern».

Fehlerkultur

Dank eines After Action Review konnte die Armee einen offenen und aufrichtigen Dialog führen, um aus Fehlern zu lernen. © VBS/DDPS, Dominic Walser

Fehlerkultur

Nur, wenn man Fehler macht, kann man daraus lernen und somit Verbesserungen erzielen. Fehler ermöglichen uns, neue Informationen zu sammeln, unsere Fähigkeiten zu steigern und Prozesse zu optimieren, sie sind der Schlüssel zu Fortschritt und Erfolg. Fehler lassen sich nicht ausschliessen. Trotz aller Massnahmen, die man ergreifen kann um sie zu vermeiden, besteht immer ein Risiko. Aus diesem Grund ist es trotz der Tatsache, dass Fehler negativ wahrgenommen werden, notwendig, eine Fehlerkultur zu schaffen, in der man nicht dazu gedrängt wird, den Fehler zu rechtfertigen, sondern aus ihm zu lernen.