print preview Zurück zur Übersicht Startseite

Wir befähigen die Leader von morgen

Korpskommandant Hans-Peter Walser ist seit dem 1. Januar 2020 Chef Kommando Ausbildung. In seinem Kommando lernen die Rekruten die Grundlagen des militärischen Handwerks, in den Kursen und Lehrgängen werden Kader zu Leadern ausgebildet.

25.03.2021 | Kommunikation Verteidigung, Franziska Walt

Korpskommandant Hans-Peter Walser, Chef Kommando Ausbildung, erklärt die Vorteile einer militärischen Führungsausbildung und wie Kader zu Leadern werden. © VBS/DDPS, Sam Bosshard

Wie definieren Sie gute Führung?

Gute Führung setzt Leadership voraus. Der oder die Vorgesetzte muss primär Vorbild sein und eine Vision haben: Wohin wollen wir, was ist unser gemeinsames Ziel, wie kommen wir dorthin? Leadership zeichnet sich aber auch dadurch aus, dass man Menschen motivieren und ihnen den Sinn einer Tätigkeit vermitteln kann. Ein guter Leader muss offen für konstruktive Kritik sein und Verständnis für sein Gegenüber aufbringen können. Ein Leader, der nicht empathisch ist, wird das Team nie zu Höchstleistungen bringen. Neben emotionaler Intelligenz zeichnen sich ein guter Chef oder eine gute Chefin auch dadurch aus, dass er bzw. sie Verantwortung übernimmt. Und schliesslich basiert erfolgreiches Leadership auf einer erarbeiteten gegenseitigen Vertrauensbasis.

Weshalb ist die Schweizer Armee eine der besten Führungsschulen im Land, von der auch die Privatwirtschaft profitieren kann?

Wir sind eine der wenigen praktischen Führungsschulen für junge Erwachsene. Begleitet von erfahrenen Berufsmilitärs, lernen junge Kader in der Armee, wie sich Aufträge mittels Methode, Systematik und Instrumenten unter Zeitdruck umsetzen lassen. Sie lernen in der Praxis die Führung in schwierigen Situationen – mit Menschen quer durch alle sozialen Schichten und Kulturen und über Sprachbarrieren hinweg. Kurz: Sie übernehmen Verantwortung für eine Gruppe Menschen und Material. Das sind Punkte, die für die persönliche Weiterentwicklung der Kader, aber auch für Arbeitgeber sehr wertvoll sind und den Milizkadern auf dem Arbeitsmarkt einen klaren Vorteil bieten.

Wie können wir Rekruten davon überzeugen, weiterzumachen und sich eventuell für eine Milizkarriere zu entscheiden?

Die Vorteile liegen auf der Hand. Die schon erwähnte praktische Führungsausbildung und die Führungserfahrung sind das eine. Hinzu kommt, dass die militärische Führungsausbildung an vielen Hochschulen anerkannt ist und bei uns abgeschlossene Kurse an Universitäten und Hochschulen mit ECTS-Punkten an das Studium angerechnet werden. Wir bieten Ausbildungsgutschriften an, schon für Unteroffiziere. Was für mich aber noch wichtiger ist: Wenn es uns gelingt, überzeugend zu vermitteln, weshalb es eine Milizarmee braucht und warum jeder Schweizer Bürger seinen Teil der Verantwortung übernehmen muss, und wenn sich dieser Verantwortung zusätzlich immer mehr Frauen stellen, dann haben wir gewonnen. Grundlage für all das sind eine gute Kommunikation, aber auch gute Kader. Glaubwürdige Vorbilder, die mit Respekt, Vertrauen, Herz und Verstand führen, fordern und fördern. Die eine Linie haben und aufzeigen, was geht und was nicht. Die ihre Aufgaben, ihre Verantwortung und die ihnen anvertrauten jungen Menschen ernst nehmen. Und so schliesst sich der Kreis: Gute, vorbildliche Kader überzeugen und motivieren Rekruten, ebenfalls Kader werden zu wollen.