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Überschüssiges medizinisches Schutzmaterial ist begehrt

Die Armeeapotheke verkauft Hygienemasken mit nahendem Ablaufdatum für einen Rappen pro Stück an das zivile Gesundheitswesen. Seit Beginn der Kampagne wurden so bis 9. März 2021 rund 6,43 Millionen Masken veräussert oder an gemeinnützige Institutionen verschenkt. Mit den Verkäufen reduziert die Armeeapotheke den Vorrat, den sie im Auftrag des Bundes angelegt hatte.

12.03.2021 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

Dank der Beschaffung von dringend benötigtem Schutzmaterial durch die Armeeapotheke entstand keine Versorgungslücke.
Dank der Beschaffung von dringend benötigtem Schutzmaterial durch die Armeeapotheke entstand keine Versorgungslücke. © VBS/DDPS, Alexander Kühni

Die Armeeapotheke gibt seit dem 22. Februar Hygienemasken zu stark vergünstigten Preisen ab. Konkret können Kantone, Gemeinden, Heime und Schulen Masken zum symbolischen Preis von einem Rappen pro Stück kaufen. Dies, weil der Bund die Armeeapotheke während der ersten Pandemie-Welle zur Vermeidung von Versorgungslücken einen grossen Vorrat beschaffen liess. Viele Masken erreichen spätestens Ende 2022 ihr Ablaufdatum.

Erste positive Zwischenbilanz

Die Armeeapotheke hat für die Verkaufskampagne dieser demnächst verfallenden Produkte eine Direktvermarktung lanciert. Seit 22. Februar hat die Armee rund 6,43 Millionen Masken abgegeben. Total stehen noch 20,1 Millionen Masken mit Ablaufdatum Mai 2021 zum Verkauf (Stand 9. März 2021, 16 Uhr). Mit dem Ertrag kann der Bund, der für die Masken zum Höhepunkt der Pandemie hohe Marktpreise bezahlen musste, die Kosten nachträglich wieder senken. Die Institutionen, die in den Genuss des Angebots kommen, dürfen die Güter jedoch nur für den Eigengebrauch erwerben. Ein Weiterverkauf ist nicht erlaubt. Gemeinnützige Organisationen erhalten das Schutzmaterial auf Anfrage geschenkt. So hat die Armeeapotheke in den letzten Wochen gegen 34'000 Liter Desinfektionsmittel gratis abgegeben.

Keine Vernichtung von einwandfreien Masken

Die Verkaufskampagne entspricht der Absicht des Chefs der Logistikbasis der Armee, Divisionär Thomas Kaiser. Die Armee will vermeiden, dass einwandfreies Schutzmaterial vernichtet werden muss, nur, weil es zu verfallen droht. «Diese Masken gehören unserer Bevölkerung. Sie wurden mit Steuergeldern eingekauft.» Er hoffe, so Kaiser, dass die grosse Nachfrage nach Schutzmasken anhalte. Insgesamt rund 40 Millionen Schutzmasken verschiedener Typen aus den beschafften Corona-Reserven könnten veräussert werden. Die verbleibende Reserve im Umfang von 130 Millionen Hygienemasken, das entspricht 40 Tagesverbräuchen, dient der subsidiären Versorgung des zivilen Gesundheitswesens bei weiteren Krankheitswellen.

Auch Testmaterial wird verkauft

Neu hat die Armee zudem für Covid-19-Tests Probeentnahmematerial, Extraktionsmaterial und rund 870'000 PCR-Testkits mit nahendem Verfalldatum für den Verkauf zu reduzierten Preisen freigegeben. Da aktuell in diesem Bereich keine Lieferprobleme bestehen, hat das BAG die Armee beauftragt, auf diesem Weg ihre Vorräte abzubauen. Auch diese Artikel dürfen die Abnehmer nicht weiterverkaufen. Sie bekommen es dafür günstiger als der Einstandspreis.

Mit dem stark vergünstigten Verkauf von bald verfallendem Schutz- und Testmaterial an zivile Partner und der kostenlosen Abgabe von Gütern an Hilfsorganisationen unterstützt die Armee Gemeinden, Kantone und das Gesundheitswesen.