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Der neue Mörser ist auf Kurs

Nachdem das Projekt zur Beschaffung des 12cm Mörsersystems 16 anfänglich nicht wie geplant lief, konnten unterdessen die Probleme behoben werden. Die neuen Mörser können voraussichtlich 2024 an die Truppe übergeben werden. Damit ist das Projekt auf Kurs.

08.03.2021 | G. Metzler, Kommandant LVb Pz/Art

Radschützenpanzer 93 (Spz 93) Piranha mit 12cm Mörser 16
Radschützenpanzer 93 (Spz 93) Piranha mit 12cm Mörser 16. © VBS/DDPS, Philipp Schmidli

Mit der Armeebotschaft 2016 bewilligte das Eidgenössische Parlament die Beschaffung von neuen 12cm Mörsersystemen. Insgesamt sollen 32 Stück inklusive 12 Lastwagen, Munition und Logistikmaterial beschafft, sowie 16 vorhandene Führungsfahrzeuge angepasst werden. Infolge anfänglicher Probleme beim Mörsergeschütz konnte das Projekt nicht wie ursprünglich geplant abgewickelt werden. Die Verzögerung von 34 Monaten führte dazu, dass die Projektplanung im Jahr 2018 neu aufgesetzt werden musste. Seither ist das Projekt auf Kurs: Die Übergabe an die Truppe beziehungsweise der Beginn der Ausbildung am neuen 12cm Mörsersystem ist für 2024 geplant.

Truppentauglichkeit erreicht

Nach umfangreichen Truppenversuchen konnte im August 2020 die Truppentauglichkeit mit Auflagen ausgesprochen werden. Das bedeutet, dass sowohl das Trägerfahrzeug (Radschützenpanzer PIRANHA IV 8x8 von GDELS-MOWAG), als auch das Mörsergeschütz (Waffensystem COBRA der RUAG AG) die militärischen Anforderungen erfüllen und die beantragten und freigegebenen Änderungen aus den Truppenversuchen im Rahmen der Serienreifmachung umgesetzt werden.

Die Serienfertigung beginnt

Mit der Unterzeichnung des Serienvertrags, der vollständig im gesprochenen Budget von 404 Millionen Franken für das Gesamtprojekt liegt, beginnt nun die Serienfertigung. Das aktuell grösste Risiko im Projekt liegt bei der zeitgerechten Synchronisation, Bereitstellung und Integration der Komponenten der Telekommunikation der Armee (neue Generation Funkgeräte).

Leider begleiteten das Projekt teilweise negative Medienmitteilungen, die immer noch die Typenwahl und die Verzögerungen kritisierten. Auch werden die Verbesserungspunkte der Truppenversuche bemängelt. Hierbei ist unbedingt festzuhalten, dass die Schweizer Armee nicht den Prototypen kauft, sondern ein ausgereiftes Serienfahrzeug, in das die im Truppenversuch festgestellten Verbesserungspunkte eingeflossen sind.

Produktion grösstenteils in der Schweiz

Mit dem 12 cm Mörser 16 beschafft die Armee ein zeitgemässes, leistungsfähiges und präzises System, das sich sehr gut für den Einsatz im urbanen Gelände eignet. Damit wird die Fähigkeitslücke der unmittelbaren Feuerunterstützung der Ebene Bataillon durch ein System geschlossen, das grösstenteils in der Schweiz entwickelt und produziert wird. Insgesamt kann festgehalten werden: Das Projekt ist auf Kurs.