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Spitzensport-Rekrut Gaio nach schwerem Unfall auf dem Weg zurück

15.02.2021 | Komp Zen Sport A, Kurt Henauer

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Den 24. November 2020 wird der Spitzensport-Rekrut Finley Gaio nicht so schnell vergessen: beim Stabhochsprung-Training in Magglingen verunfallte er schwer. Rund 12 Wochen nach einer Gesichtsoperation ist der 21-jährige Zehnkämpfer froh, dass er wieder trainieren und Wettkämpfe bestreiten kann.

Finley Gaio hatte bei seinem Trainingsunfall Glück im Unglück: «Wenn mich der Stab etwas höher getroffen hätte, wäre ich wohl auf einem Auge blind. Und nur wenig tiefer, wäre er mir in den Hals gestochen», blickt der Baselbieter auf jenen Moment zurück. «Der Anlauf hatte nicht gepasst, und wie schon oft, habe ich den Stab vorne weggeworfen», so der Rekrut der Spi Spo RS 2/20. «Unglücklicherweise schnellte er aus dem Einstichkasten wieder zurück», sagt er zur Ursache für seine schwere Verletzung, die eine mehrstündige Operation und einen fünftägigen Aufenthalt im Inselspital in Bern erforderte.

Nur knapp über der EM-Limite

Der Unfall von Finley Gaio in der Halle End der Welt war zwar nicht alltäglich, wohl eher ein dummer Zufall. «Ich bin unglaublich froh, dass ich die Spitzensport-RS fortsetzen konnte», sagt der Zehnkämpfer des SC Liestal, wenige Tage nachdem er bei einem Hallenmeeting in Magglingen seine persönliche Bestzeit von 7,89 Sekunden über 60 m Hürden egalisierte. «Dieselbe Zeit hatte ich zwei Jahre früher erreicht», so Gaio, der damit nur einen Hundertstel über der Limite für die Hallen-EM blieb. «Ich hoffe, dass ich diesen Richtwert bei den Schweizer Hallenmeisterschaften am nächsten Wochenende in Magglingen unterbiete und auch eine Medaille gewinne».

Rundum gut betreut

Dass er überhaupt wieder so weit ist, hat er der guten Betreuung in Magglingen zu verdanken. «Ich bin froh, dass sich der Schulkommandant Hannes Wiedmer bereits unmittelbar nach dem Unfall für mich eingesetzt hat. Wenn ich die RS hätte verlassen müssen, wäre die Rückkehr zum Training viel schwieriger geworden». Das Kompetenzzentrum Sport der Armee in Magglingen bietet in Zusammenarbeit mit dem BASPO umfassende Möglichkeiten für die Rehabilitation von verletzten Athletinnen und Athleten, die als Sportsoldaten eingeteilt sind.

«Hannes Wiedmer hat mich auch im Spital besucht und gesagt, dass ich Zeit habe, um wieder nach Magglingen zurückzukehren», sagt Gaio, der rund drei Wochen nach der Operation wieder einrückte. Zuvor hatte der 185 cm grosse und normal 81 kg schwere Zehnkämpfer, neben den geplanten Trainingsstunden auch Gewicht verloren. «Fünf Tage bekam ich im Spital nur Flüssignahrung und schätzte mich nach rund drei Wochen glücklich, als ich erstmals wieder ein weiches Rührei essen konnte». Die BASPO-Küche pürierte ihm auch extra das Essen und in der Physiotherapie wurden ihm durch gezielte Behandlung die Schmerzen rund um die Operationsnarben genommen.

Sechs Wochen nach dem Unfall konnte er wieder alles machen. «Zusammen mit meinem Zehnkampf- und Zimmer-Kollegen Simon Ehammer sowie der Siebenkämpferin Caroline Agnou sind wir eine gute Trainingsgruppe, die sich gegenseitig pusht». Relativ schnell hat er auch das Stab-Training aufnehmen können. «Die ersten Trainings zwar mit viel Respekt, aber seit dieser Woche nun wieder mit dem ganzen Anlauf», so Gaio, der in Magglingen mit Swiss-Athletics-Mehrkampf-Kadertrainer Nicola Gentsch zusammenarbeitet. «Er ist erfreulich schnell wieder fit geworden», sagte Gentsch im Rahmen des Hürdentrainings von Ende letzter Woche.

Unglaubliches Privileg

Finley Gaio schätzt die Unterstützung durch die Schweizer Armee sehr. «Wir können in der Spitzensport-RS leben und trainieren wie ein Profi. Das ist ein unglaubliches Privileg». Mitte März geht die Zeit in Magglingen zu Ende. «Ich suche für den Sommer eine Stelle im kaufmännischen Bereich und mein sportliches Ziel sind die U23-Zehnkampf-Europameisterschaften. Da habe ich noch eine Rechnung offen». Bei den letzten EM gelang ihm kein guter Wettkampf und er wurde «nur» Zehnter.

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