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Neue Kampfstiefel in der Rekrutenschule

Die Logistikbasis der Armee hat die Rekruten und Kader der Rekrutenschule 1-2021 mit dem neuen Kampfstiefel 19 und dazu passenden Socken ausgerüstet. Damit haben die Armeeangehörigen für den Dienst eine moderne, zeitgemässe und funktionale persönliche Ausrüstung erhalten. Seit spätestens dem Einrücken Anfang Februar sind die Stiefel nun offiziell im Einsatz. Der neue Stiefel wird nur in der Neuausrüstung eingesetzt und nicht bei bestehenden Armeeangehörigen nachgerüstet.

19.02.2021 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

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Der Kampfstiefel 19 als Endversion nach vielen Tests und Truppenversuchen. ©VBS/DDPS, Nicole Anliker

Die Fussbekleidung ist ein emotionales Thema. «Die Schuhe sind das Erste, womit sich ein Soldat befasst», weiss Stabsadjutant Tino à Porta. Er war einer der Ersten, der den neuen Kampfstiefel (KS) 19 getestet hat: «Schlechte Schuhe können Druckstellen erzeugen und höllisch schmerzhaft sein.» Der Stabsadjutant ist voll des Lobes für den KS 19: «Er ist grandios, ein Traum.» Der Stiefel sehe gut aus, habe ein ergonomisches Fussbett und fühle sich angenehm an. Daher auch die positive Bilanz der Truppenversuche: «Die Kameraden sind reingeschlüpft und fühlten sich sofort wohl.» Ein guter Kampfstiefel sei wichtig, betont Versuchsleiter Stabsadjutant Beat Burkhalter: «Er vereinfacht den Einsatz, verbessert die Leistung und optimiert die Auftragserfüllung.»

Mehrere Modelle im Truppenversuch

Das Projekt «Neue Fussbekleidung» begann 2007 als Vorprojekt mit ersten Tests. Die armasuisse übernahm das Projekt dann 2015, womit ein erfahrener Schuhhersteller beauftragt wurde, ein bestehendes Modell weiterzuentwickeln. Mit drei Modellen haben dann Truppenversuche stattgefunden. Getestet wurden etwa Tragekomfort, Witterungsschutz und Schwitzverhalten. Zudem wurde die Zusammensetzung der Sohle überarbeitet, damit der Soldat bei möglichst jedem Untergrund optimalen Halt hat.

Drei Paar Schuhe

Die Armeeangehörigen, die mit dem KS 19 ausgerüstet werden, erhalten entsprechend ihrer Funktion drei unterschiedliche Paar Schuhe: generell je einmal den KS 19 und den KS 90 sowie den KS schwer. «Der KS 19 deckt das Einsatzspektrum eines Kampfstiefels von Frühling bis Herbst weitgehend ab», bilanziert Burkhalter. Er besteht aus braunem Rauleder. Im neuen Tarnmuster der Armee wird kein schwarz mehr verwendet. Der Soldat entscheidet gemäss seinen Bedürfnissen selbst, welchen Schuh er anziehen möchte – abhängig von Einsatz, Gelände und Temperatur. In der Grundausbildung muss er allerdings abwechseln, damit die Schuhe gleichmässig eingetragen werden.

Leichte Pflege und Schnellschnürsystem

Die Pflege des Vorgängerschuhs KS 90 war aufwendig. Der KS 19 dagegen braucht zum Beispiel nicht mehr eingefettet zu werden, da er mit einer Membrane ausgestattet und wasserdicht ist. Für die Pflege reicht es, das Aussenleder zu imprägnieren. Auf Wunsch der Truppe hat der Schuh zudem ein Schnellschnürsystem. «Das ist ein Vorteil im Gelände. Man hat ihn rasch angezogen und bleibt mit den Schnürsenkeln nicht irgendwo hängen», so Burkhalter.

Hundert Tragtage und mehr

Der Stiefel müsse hundert Tragtage halten, so Burkhalter, «während dieser Zeit ist ein optimaler Tragekomfort gewährleistet.» Deshalb erhalte jeder Rekrut drei Paar Schuhe für seine rund dreihundert Standarddiensttage. «Reparaturen oder eine Neubesohlung wären zu teuer. Die Schuhe werden nicht mehr instandgesetzt, sondern ausgetauscht.» Er rechne aber damit, dass der KS 19 bei Normalgebrauch weit mehr als hundert Tragtage hält. Die moderne und funktionale Fussbekleidung für alle Lagen und jeden Untergrund wird sich nun im Dienst beweisen müssen.

Testlauf

Testlauf für die Übergabe

Im Spätherbst 2020 fassten rund 3000 Berufsmilitärs die neuen Kampfstiefel. So haben die Armeelogistikcenter Erfahrungen mit der Abgabe und dem Anpassen gesammelt. Die Schuhe werden seit Beginn der Winterrekrutenschulen Mitte Januar 2021 an die Rekruten und angehenden Kader abgegeben.

In einer ersten Tranche beschafft die Armee das Grundsortiment in allen Grössenvarianten. Dieser Grundstock reicht für die ersten Jahre, dann wird gemäss Bedürfnissen und Lücken nachbeschafft. Das Beschaffungsprogramm umfasst auch die neuen Socken 19, total acht Paar für Sommer und Winter, sowie Reinigungsutensilien.

MBAS

MBAS: Von Kopf bis Fuss neu ausgerüstet

Die Armee rüstet ihre Angehörigen von Kopf bis Fuss neu aus. Die aktuelle persönliche Ausrüstung samt Tarnanzug und Tragsystem stammt aus den 1990er-Jahren. Das neue modulare Bekleidungs- und Ausrüstungssystem für militärische Einsätze (MBAS) ersetzt sie. MBAS unterstützt die Armeeangehörigen bei der Auftragserfüllung und berücksichtigt technologische Entwicklungen. Die Hauptkomponenten sind eine komplette Kampfbekleidung, Schutz- und Trag- sowie Trinksysteme. Die rund 150 Komponenten können vielfältig kombiniert werden. Das MBAS ist im Multiumfeld-Tarnmuster 16 gehalten.

Die Truppenversuche nähern sich ihrem Abschluss. Ende 2022 ist der Start der Einführung geplant. Im Gegensatz zum KS 19 erhalten auch alle FDT-Formationen (Wiederholungskurse) das MBAS.

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