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Freiwillig im Einsatz gegen das Virus

Mitte November traten Angehörige der Sanitätskompanie 4 im Universitätsspital in Basel ihren Dienst an. Kurz vor Weihnachten wurden sie von freiwilligen Armeeangehörigen abgelöst. Einer von ihnen ist Soldat Nareth Ma. Der Einheitssanitäter erzählt von seiner Arbeit im Spital, von einprägsamen Erlebnissen, dem Respekt vor der Krankheit und gelebter Kameradschaft.

07.01.2021 | Kommunikation Verteidigung, Michael Senn und Alex Kühni

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Nur auf dem Weg von der Unterkunft zum Spital trägt Soldat Ma den Tarnanzug. Im Spital unterscheidet ihn nur noch sein Badge von den zivilen Angestellten. © VBS/DDPS Alex Kühni

Bereits im Frühling 2020 hatte sich Soldat Nareth Ma für den Freiwilligendienst gemeldet, wurde damals aber nicht berücksichtigt. Beim zweiten Corona-Assistenzdienst hat es dann aber geklappt – der 22-jährige rückte im Herbst in der Kaserne Moudon ein, wo er zuerst im rückwärtigen Raum eingesetzt worden war, bevor er am 18. Dezember im Universitätsspital in Basel seine Kameraden der Sanitätskompanie 4 abgelöst hat.

Schnittstelle zwischen den Zonen

Im Unispital übernimmt Ma eine Charge, die es vor der Pandemie und ohne die erhöhten Hygienemassnahmen nicht benötigte. Durch das Virus ist das Spital derzeit in drei Zonen unterteilt, die sich durch die erforderlichen Schutzmassnahmen unterscheiden. «Der Gangdienst ist die Schnittstelle zwischen den Zonen. Wir reichen dem Pflegepersonal in den Zimmern Ausrüstung und Material, damit sie mit ihren kontaminierten Schutzanzügen nicht in Kästen greifen müssen», erklärt er.

Mit Respekt, aber ohne Angst

Daneben wird der Freiwillige auch auf der Gynäkologie- und der Onkologie-Abteilung eingesetzt. Material- und Zimmerbewirtschaftung sowie Spaziergänge mit Pflegebedürftigen gehören hierbei zu seinen Aufgaben. Und er betritt auch selbst Zimmer, um Patientinnen und Patienten direkt zu helfen – wo nötig mit der entsprechenden Schutzausrüstung. «Als ich zum ersten Mal in den Anzug stieg, hatte ich besonderen Respekt, aber keine Angst. Ich habe mir gesagt, dass ich als Patient nicht wollte, dass mein Pflegepersonal mit Angst an meine Betreuung gehen würde. Das versuche ich mir immer wieder ins Bewusstsein zu rufen.»

Eine Patientin mit bellendem Husten ist ihm dabei besonders stark in Erinnerung geblieben; er habe zum ersten Mal die Auswirkungen des Virus auf den Körper so direkt erleben können. «Der Wille zu helfen ist aber schliesslich immer stärker als der Respekt vor der Krankheit», sagt Ma überzeugt.

Zusammenhalt und Motivation

Weniger als einen Monat nach seinem Antritt fühlt sich Ma bestens ins Pflegeteam integriert: «Ich werde gebraucht, und das merke ich. Wenn ich trotzdem mal nichts zu tun habe, frage ich nach, wo ich helfen kann. Ich glaube, dass mir das bei der Integration geholfen hat. Es fühlt sich so vertraut an, als ob ich schon seit einem Jahr hier wäre.»

Ma und seine Kameradinnen und Kameraden sind in einer Jugendherberge untergebracht. Auf sechs Tage Schichtbetrieb folgen jeweils drei Tage Urlaub. Der Einsatz im Spital schweisst ungemein zusammen: «Oft bleiben wir bis spät in die Nacht wach und warten, bis die anderen von ihrer Schicht zurückkehren. So können wir uns noch untereinander über den Arbeitstag austauschen. Wir sind alle freiwillig hier und deshalb sehr motiviert.»

Nicht nur in Basel leisten Armeeangehörige wertvolle Unterstützungsarbeit, sondern auch in anderen Teilen der Schweiz. Im Einsatz, wo es uns braucht.