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Dem Berg gewachsen

Für die Gebirgsspezialisten der Armee bestehen höchste Anforderungen, denn der Berg kann ein gnadenloser Einsatzort sein. Das Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee bietet auch Ausbildungen für andere Armeebereiche sowie für die Partner von Schutz und Rettung an.

25.01.2021 | Kommunikation Verteidigung, Ruth van der Zypen

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Die Gebirgsspezialisten der Armee haben besondere Kompetenzen und geniessen grosse Anerkennung. © VBS/DDPS, Philipp Schmidli

Im Mittelland kann es schneefrei sein, während auf dem Waffenplatz Andermatt auf fast 1500 Metern über Meer tiefer Winter herrscht. Die Armee schult und trainiert deshalb an diesem Standort alle Kompetenzen, die für die Herausforderungen des Gebirges benötigt werden. Und derer sind es viele: Zwei Drittel der Schweiz bestehen aus gebirgigem und schwer passierbarem Gelände. Auch dort muss die Armee ihre Aufträge erfüllen können.

Ausbildung und Materialprüfung

Der ehemalige Kommandant, Oberst im Generalstab Marco Mudry, macht seine Arbeit mit Freude. «Wir können den angehenden Gebirgsspezialisten wichtiges Wissen vermitteln.» Das Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee bildet nicht nur aus, sondern ist auch zuständig für die Weiterentwicklung des verwendeten Materials, vom Karabinerhaken über die Skier bis zu den Motorwinden oder den alpinen Relais, die Funk- oder Telefonverbindungen in jeder topografischen Lage erlauben. Dabei gilt es, technisch stets auf dem neusten Stand zu sein.

Verantwortung tragen für die Sicherheit

Die Lawinenzentrale Andermatt beurteilt ausserdem die Lawinengefährdung für die Strassen des Kantons Uri und liefert damit eine wichtige Dienstleistung für die Sicherheit der ansässigen Bevölkerung. Es werden zudem Gebirgskurse für Partner des Sicherheitsverbunds Schweiz angeboten, etwa für die Polizei oder das Grenzwachtkorps. Einzigartig in diesem Zentrum ist, dass neben den Armeebergführern auch zwanzig zivile Vertragsbergführer bereitstehen, die aber bei den Schulungen in Uniform ausbilden.

Für Oberst im Generalstab Marco Mudry ist die Ausbildung zum verantwortungsvollen Entscheidungsträger eines der wichtigsten Ziele seines Kommandos. «Wir wollen die Leute so weit bringen, dass sie die Lage beurteilen können und überlegte Entscheide treffen. Dabei kommt die Sicherheit zuerst.»

Gebirgskurse für junge Offiziere

Auch Wochenkurse für angehende Berufsoffiziere sind gefragt, wie beispielsweise das «Führen unter besonderen Bedingungen». Dabei üben die Kursteilnehmer das Skifahren im Tiefschnee und das Erstellen eines Schneeprofils. Dafür graben sie durch die Schneedecke bis zum Boden, messen und vergleichen: Neuschneemenge, Temperatur, Härte des Schnees und Korngrösse. Weiche, schwache Schichten unter mehreren harten und nassen bedeuten zum Beispiel Schneebrettgefahr. Oder sie montieren aus drei Rucksäcken und sechs Stöcken eine Nottrage für den Verletztentransport. Zuletzt geht es in einer Nachtübung ums Überleben am Berg. Die angehenden Berufsoffiziere übernachten dabei gleich selber im fachmännisch erstellten Iglu.

Die Gebirgsspezialisten der Armee haben während ihrer Ausbildung besondere Kompetenzen erworben, mit denen sie sich am Berg behaupten. Nicht umsonst geniessen sie grosse Anerkennung, die sie durch den Dienst an der Allgemeinheit fast täglich legitimieren.

Werde Gebirgsspezialist/-in der Schweizer Armee!

Es bestehen hohe technische und physische Anforderungen für die Rekrutierung von jungen Gebirgsspezialisten. Kompetenzen in der Sommer- und Wintergebirgstechnik müssen bereits vorhanden sein, am besten durch die Absolvierung von J+S-Leiterkursen, etwa in den Bereichen Bergsteigen, Sportklettern oder Skitouren. Zudem werden Bergführer als Teil des Ausbildungsteams gesucht. Voraussetzungen: Sehr gutes Sportresultat an der Rekrutierung (80 Punkte) Vordienstliche Eignungsprüfung: Grundwissen; Seilhandhabung; Klettern; sportliche Leistungsfähigkeit; Skitechnik/Skifahren; gebirgstechnische Leistungsfähigkeit

Mehr unter: www.miljobs.ch / Gebirgsspezialist

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