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Erfolgreiche Mission: Spezialkräfte üben am Albulapass

Milizsoldaten des Grenadierbataillons 20 bekämpften mit den Profis des Militärpolizei-Spezialdetachements erfolgreich eine bewaffnete Gruppierung. Das Übungsdrehbuch des Bataillonsstabs sah fast 30 Missionen in der ganzen Ostschweiz vor, die ein Netz aus Informationen ergaben.

10.12.2020 | Kommunikation Verteidigung, Michael Senn

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Ab hier gilt es ernst: Zwei Grenadiere tasten sich am Eingang des Bunkers vor. (Fotos: VBS/DDPS, Nicola Pitaro)

Abseits von einer der zahlreichen Kurven am Albulapass ereignete sich Ende November etwas, was sonst gar nicht in die ruhige Bergidylle passt: Je ein Detachement des Grenadierbataillons 20 (Gren Bat 20) und des Militärpolizei-Spezialdetachements (MP Spez Det) stürmten einen ausrangierten Kommandoposten der ehemaligen Grenzbrigade 12, in dem sich Angehörige einer paramilitärischen Gruppierung eingenistet hatten. Die Mission war Teil einer mehrwöchigen Übung, die Einsätze in der ganzen Ostschweiz beinhaltete.

Hindernisreicher Vorstoss

Um Zugang zum Bunker zu erhalten, mussten zuerst zwei Wachen am Eingang durch die Scharfschützen des Bataillons neutralisiert werden. Kurz darauf erfolgte der erste Stoss, also das Vordringen einer Gruppe. Die 1963 in Betrieb genommene Anlage zeichnet sich durch einen besonders langen Gang aus, der 160 m in den Felsen hineinreicht. Doch nicht nur der schmale Korridor stellte eine Herausforderung dar, sondern auch einer der Seitentunnel, in dem die paramilitärische Gruppierung zwei Sprengfallen installierte. Die Grenadiere hatten die Gefahr jedoch erkannt und lösten Spezialisten des Kommandos KAMIR aus, die sich um die sogenannten unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen kümmerten.

Zusammen mit den Profis des MP Spez Det stürmten die Grenadiere darauf die letzten beiden Räume, in die sich die Infanteriedurchdiener, welche die Gegenseite darstellten, zurückgezogen hatten. Ohne eigene Verluste oder Verletzungen konnten neun Paramilitärs neutralisiert werden, von denen nur zwei tödlich verletzt wurden. Somit konnten durch Befragungen und Sicherstellung von Material wertvolle Informationen gewonnen werden.

Aufwendige Planungsarbeiten

Der Aktion am Albulapass waren mehrere andere Missionen vorausgegangen. Die Übungsleitung des Grenadierbataillons hat insgesamt 27 Einsätze geplant, die alle eng miteinander verknüpft waren. Jeder erfolgreiche Einsatz sollte Hinweise liefern zu Standorten, geplanten Machenschaften oder sogenannten high-value individuals, also Personen, die für die Gegenseite von besonderer Wichtigkeit waren.

Kommunikation als Erfolgsfaktor

Für den Erfolg war vor allem die Kommunikation und Koordination zwischen den Grenadieren und Angehörigen des MP Spez Det sowie des Kommandos KAMIR verantwortlich. Auch war zu jeder Zeit die Verbindung zum Bataillonsstab gewährleistet. Der Übungsleiter fasste entsprechend zufrieden zusammen: «Wir konnten sehen, dass jene zwei Detachemente, die sehr selten miteinander trainieren und die unterschiedliches Material gebrauchen, unterschiedliche Einsatzverfahren anwenden und über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen, trotzdem auf Anhieb erfüllen konnten.»

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