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Einer für alle, alle für einen

Engagiert, nahbar und gewissenhaft sind Eigenschaften, die dem abtretenden Chef Kommando Operationen, Korpskommandant Aldo C. Schellenberg, zugeschrieben werden. Als Vorgesetzter, als Arbeitskollege und als Führungsvorbild pflegte er eine offene Kommunikation und zeigte sich stets menschlich. Zugleich oder gerade deshalb führte er mehrere Projekte im Kommando Operationen zu einem erfolgreichen Abschluss. Für seine Leistungen gebührt ihm ein grosser Dank.

15.12.2020 | Kommunikation Verteidigung, Eve Hug

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Korpskommandant Schellenberg hält eine Rede (2013). © VBS/DDPS, Kaspar Bacher

Korpskommandant Aldo C. Schellenberg war von Januar 2018 bis Dezember 2020 Chef Kommando Operationen und Stellvertreter Chef der Armee. Er übergibt die Leitung des Kommandos Operationen per Ende Jahr an seinen Nachfolger, Korpskommandant Laurent Michaud. Die Funktion Stellvertreter des Chefs der Armee übernimmt per 1. Januar 2021 Korpskommandant Hans-Peter Walser, Chef Kommando Ausbildung.

Militärisches Engagement

Aldo C. Schellenberg kann auf eine lange militärische Karriere zurückblicken: Anfang der 1990er-Jahre entschied er sich für eine Generalstabslaufbahn und kommandierte ab 1997 als Major im Generalstab die Leichte Fliegerabwehr Lenkwaffenabteilung 12. Ab 2000 wurde er als Generalstabsoffizier im Stab der Gebirgsdivision 12 und im Stab der Gebirgsinfanteriebrigade 12 eingesetzt. Per 1. Juli 2010 ernannte ihn der Bundesrat zum Kommandanten der Gebirgsinfanteriebrigade 12 unter gleichzeitiger Beförderung zum Brigadier. 2012 wurde er zum Chef Armeestab ernannt unter gleichzeitiger Beförderung zum Divisionär. Per 1. Januar 2013 erfolgte die Ernennung zum Kommandant Luftwaffe und die Beförderung zum Korpskommandanten.

Die Luftwaffe öffnet ihre Tore

Als Kommandant Luftwaffe war Korpskommandant Schellenberg unter anderem für die Planung und die erfolgreiche Durchführung des Grossanlasses «Air14» verantwortlich: eine riesige, internationale Flugshow zur Feier des 100-Jahr-Jubiläums der Schweizer Luftwaffe im Sommer 2014 auf dem Militärflugplatz Payerne und eines seiner persönlichen Highlights als Kommandant Luftwaffe. Während der «Air14» fand zusätzlich die Konferenz der Luftwaffenchefs von Europa in Brunnen statt, die sogenannte Eurac14 (European Air Chiefs Conference). Durch die Verbindung dieser beider Anlässe konnten diverse ausländische Besuche organisiert und wertvolle internationale Kontakte geknüpft werden.

Gewissenhaft für die Zukunft planen

Per 1. Januar 2017 übernahm Korpskommandant Schellenberg zusätzlich die Funktion als Projektleiter Weiterentwicklung der Armee (WEA) für den Bereich Operationskommando. Es galt, frühere Teile des Heeres, der Luftwaffe sowie des Führungsstabs zu einem neuen Kommando Operationen zusammenzuführen und damit die Armee modern und flexibel auf künftige Einsätze und Aufträge auszurichten. Am 1. Januar 2018 übernahm Korpskommandant Schellenberg die Führung des neu gebildeten Kommandos Operationen, das er mitgestaltet und aufgebaut hatte.

Neue Strukturen bewähren sich 2020

Das Kommando Operationen muss jederzeit die lagegerechte Bereitschaft der Armee sicherstellen. Der Chef ist verantwortlich für die Planung und die Führung aller Operationen und Einsätze der Armee sowie für die Grund- und Einsatzbereitschaft der ihm unterstellten Stäbe und Formationen für planbare und nicht planbare Ereignisse. Als im März 2020 infolge der ersten Welle der Covid-19-Pandemie in der Schweiz die Mobilmachung der Armee veranlasst wurde, zeigte sich schnell, dass die neuen Strukturen einen erfolgreichen Einsatz der Armee ermöglichten. Insbesondere die neuen Abläufe beim Aufgebot der Truppen, sprich die wieder eingeführte Mobilmachung, funktionierten einwandfrei, dank guter Planung vor und während des Einsatzes.

Abschluss Projekt Luftpolizeidienst 24

Das Projekt Luftpolizeidienst (LP24) begleitete Korpskommandant Schellenberg seit seiner Zeit als Kommandant Luftwaffe: Der Ausbau der Bereitschaft für Luftpolizeieinsätze auf 365 Tage im Jahr, 24 Stunden pro Tag erforderte jahrelange Vorbereitung und eine akribische Umsetzungsplanung. In den letzten Jahren wurden die Flugzeiten kontinuierlich ausgedehnt, und per 1. Januar 2021 werden schliesslich rund um die Uhr zwei F/A-18-Kampfjets bereitstehen, um den Schweizer Luftraum zu schützen. Mit Abgabe seiner Funktion als Chef Kommando Operationen kann Korpskommandant Schellenberg somit auch das Projekt LP24 wie geplant abschliessen.

Die richtigen Worte zur richtigen Zeit

Gerade in schwierigen Situationen zeigte Aldo C. Schellenberg sein grosses Einfühlungsvermögen: Im Umgang mit Familienangehörigen, Mitarbeitenden und Freunden von verunglückten Personen, beispielsweise nach Flugunfällen, half er den Trauernden mit seiner Ruhe und seiner Menschlichkeit, auch wenn er schlechte Nachrichten überbringen musste. Der direkte Kontakt und die Unterstützung der Familien waren ihm sehr wichtig. Dieser Charakterzug wurde in der Luftwaffe und später im Kommando Operationen ebenso sehr geschätzt wie von den betroffenen Familien. Korpskommandant Schellenberg war und ist spürbar für seine Mitmenschen da. Dafür gebührt ihm der grösste Dank. 

Fotos

Neuer Chef Kdo Op

Neuer Chef Kommando Operationen ab 1. Januar 2021

Brigadier Laurent Michaud wird per 1. Januar 2021 neuer Chef Kommando Operationen und gleichzeitig zum Korpskommandanten befördert.

Laurent Michaud hat an der Universität Dijon in Frankreich ein Studium in Weinbau abgeschlossen, bevor er 1990 in das Instruktionskorps der Infanterie eintrat. Von 1991 bis 1997 war er Einheitsinstruktor der Grenadierschule in Isone. Von 1998 bis 2000 war er Mitglied der Koordinationsgruppe Armee XXI. Nach einem Einsatz als zugeteilter Stabsoffizier des Inspektors der Kampftruppen und einem Studienaufenthalt am US Army Command and General Staff College in Forth Leavenworth wurde Brigadier Michaud 2003 zum zugeteilten Stabsoffizier des Kommandanten Heer ernannt. 2006 wurde er Kommandant der Grenadier- und Fallschirmaufklärer-Schulen. Von 2012 bis 2013 führte er das Kommando Spezialkräfte. Von 2014 bis 2017 war er stellvertretender Chef und Stabschef des Führungsstabes der Armee. Parallel zu seiner beruflichen Laufbahn absolvierte er einen Master-of-Advanced-Studies-Lehrgang in interkultureller Kommunikation an der Università della Svizzera Italiana in Lugano. Von 2018 bis 2019 war er Stabschef des Kommandos Operationen und anschliessend bis Oktober 2020 stellvertretender Kommandant der internationalen Kosovo Force (KFOR). Seit November 2020 bereitet sich Laurent Michaud auf die Übernahme seiner künftigen Funktion als Chef Kommando Operationen vor.