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Die Sanitätskompanien als Mittel der Stunde

Sie sind das Einsatzmittel der Wahl im Vorgehen gegen die zweite Coronawelle: die Sanitätskompanien. Doch über welche Fähigkeiten verfügen die insgesamt acht Einheiten? Wie werden sie effektiv eingesetzt und was unterscheidet sie von jenen Spitalbataillonen, die bei der ersten Welle im Einsatz standen? Ein Porträt.

30.11.2020 | Kommunikation Verteidigung, Michael Senn

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Um die zweite Welle der Coronapandemie zu bekämpfen, wurden bislang drei Sanitätskompanien aufgeboten. (Fotos: VBS/DDPS, André Scheidegger und Alex Kühni)

Bereits zu Beginn des ersten Assistenzdiensts gegen die Coronapandemie im März dieses Jahres waren Sanitätskompanien (San Kp) im Einsatz. Damals standen sie noch im Schatten der vier Spitalbataillone (Spit Bat), die über die ganze Schweiz verteilt Krankenhäuser unterstützen. Nun aber stellen sie zusammen mit Ad-hoc-Einheiten aus Freiwilligen sowie dem Stab des Spitalbataillons 2 das Mittel der Stunde dar. Die Sanitätskompanien 1, 2 und 4 leisten diese Tage von Genf bis Basel wertvolle Arbeit im Assistenzdienst.

Zur Entlastung vielseitig einsetzbar

Zu Beginn des Assistenzdiensts absolvierten die Sanitätssoldaten jeweils das armeeeigene Ausbildungsprogramm «Curafit». In insgesamt neun Modulen werden sie dabei zielgerichtet für den Einsatz in den Spitälern ausgebildet. Zu den Inhalten gehören beispielsweise Mobilisation und Patientenlagerung, das Anbringen von Verbänden, Hygienemassnahmen oder das Erfassen von Vitalzeichen. So können die Angehörigen der San Kp zahlreiche Aufgaben der Grundpflege übernehmen und das Spitalpersonal entscheidend unterstützen und entlasten. Doch nicht nur innerhalb der Spitäler kommen die Sanitätssoldaten zum Einsatz: Auch im Bereich der Logistik werden Aufgaben übernommen, und mit den «Sanitätswagen leicht» können Patiententransporte durchgeführt werden.

Von Genf bis Basel im Einsatz

Die San Kp 1 steht derzeit in Genf im Einsatz, ihre Schwesterkompanie 2 ist in den Kantonen Waadt und Bern engagiert. Seit Mitte November erbringt die San Kp 4 in Baselstadt Hilfeleistungen im Universitätsspital. Sie ist als einzige der Territorialdivision 2 unterstellt, da sie in deren Einsatzgebiet agiert. Die Ad-hoc-Einheiten, die aus freiwilligen Angehörigen der Armee bestehen, beinhalten ebenfalls Sanitätssoldaten, jedoch nicht ausschliesslich. Auch Infanteristen, Motorfahrer und zahlreiche andere Truppengattungen sind vertreten. Sie stehen vor allem in den Kantonen Wallis und Freiburg im Einsatz.

Besondere Organisationsform

Anders als «gewöhnliche» Kompanien sind die insgesamt acht Sanitätskompanien der Schweizer Armee selbständige Einsatzverbände. Als solche können sie lage- und auftragsbezogen ausgebildet und eingesetzt werden. Sechs Sanitätszüge und ein Kommandozug stellen viel Manpower und Know-how bereit. Die Sanitätsschulen 42 erfüllen die Funktion des Truppenkörpers, indem sie für Material, Organisation und Fachtechnik zuständig sind. Einmal für den Einsatz ausgelöst, werden die San Kp jedoch meistens einem anderen Verband unterstellt, wie das aktuell der Fall ist. Die drei San Kp sind nämlich dem Spit Bat 2 angegliedert. Dank ihrer Organisationsform, der fachtechnischen Grundausbildung und der einsatzbezogenen Ausbildung sind die Sanitätskompanien ein probates Mittel im Corona-Assistenzdienst.