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Zivile Baumaschinen für die Truppe

Wenn die Armee zusätzliche Baumaschinen braucht, mietet sie welche von Privaten zu. Das ist wirtschaftlicher und praktischer, als selbst eine Gesamtflotte zu beschaffen. Die Bestellung und die Übergabe müssen aber garantiert werden können. Ein Sicherstellungsvertrag regelt das Verfahren. Die Umsetzung müssen die Partner regelmässig üben.

25.11.2020 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

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Optimale Bedingungen: Der Ablad erfolgte abseits der Strasse auf einem überdachten Platz mit solidem Betonuntergrund. (Fotos: VBS/DDPS)

Die Flotte der Armee deckt die planbaren Bedürfnisse der Truppe für schwere Baumaschinen weitgehend ab. Die Armee habe aber aus wirtschaftlichen, technischen und logistischen Gründen auf eine Vollausrüstung verzichtet, weiss Oberst im Generalstab Chris Scherer, Projektoffizier bei der Logistikbasis der Armee (LBA): «Diese Unterdeckung ist sinnvoll und vertretbar. In der Schweiz ist ein grosses Angebot an zivilen Baumaschinen verfügbar, auf das die Armee im Bedarfsfall zurückgreifen kann.»

Anmiete aus Privatwirtschaft

Die Armee mietet zusätzlich zu ihren eigenen Systemen gleiche oder ähnliche Modelle aus der Privatwirtschaft an. Im Fall einer Mobilmachung müssen innert Tagen zahlreiche Formationen ausgerüstet und zum Einsatz befähigt werden. Den Rahmen dazu bildet ein Sicherstellungsvertrag, wie er als Pilot mit der Firma Liebherr geschlossen wurde. Diese führt eine grosse Flotte von Mietmaschinen. Der Vertrag sieht vor, dass die Firma kurzfristig reagieren und bestelltes Material am richtigen Ort zum gewünschten Zeitpunkt ausliefern muss.

Diesen Prozess von der Bestellung bis zur Übergabe der Maschinen überprüft die LBA mit der Firma regelmässig, um die operationellen Fähigkeiten jederzeit sicherzustellen und die Umsetzbarkeit des Vertrags zu überprüfen. Dies geschah kürzlich mit einem 1:1-Durchlauf unter den Argusaugen eines Beobachtungsteams der Armee.

Erfolgreicher Testlauf

An einem Abend im Gewerbegebiet in der Nähe von Genf: Mitarbeitende der Firma fahren mit zwei Tiefladern vor und laden zwei Raupenbagger mit Zusatzausrüstung ab. Angehörige des Rettungsbataillons 1 nehmen sie entgegen. 48 Arbeitsstunden zuvor hatte der Pikettdienst der Firma überraschend und ausserhalb der Geschäftszeiten einen Anruf der LBA mit der Bestellung erhalten.

Der Ablad sei ohne Probleme und speditiv über die Bühne gegangen, fasst Oberst Scherer zusammen: «Der Systemspezialist von Liebherr steuerte die Arbeiten und stellte die problemlose Übergabe der beiden Geräte sicher.» Die Truppe konnte die Maschinen übernehmen.

Der Testlauf sei erfolgreich verlaufen, so Scherers Bilanz. «Der Bestell- und Auslieferungsprozess hat wie vereinbart funktioniert.» Weitere Lehren könne das Beobachtungsteam bei der Rücknahme der Baumaschinen ziehen.