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Sprengen für die Sicherheit

Das Kompetenzzentrum ABC-KAMIR hat vergangenes Jahr 297 Blindgänger durch kontrollierte Sprengungen unschädlich gemacht. Die Kampfmittelbeseitiger aus Spiez sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr im Einsatz. Ihr Engagement sorgt für sichere Wanderwege, saubere Seen sowie gefahrenlose Hausräumungen – und Sie können dabei mithelfen!

08.10.2020 | Kommunikation Verteidigung, Michael Senn

Durch kontrollierte Sprengungen werden Blindgänger beseitigt und für immer unschädlich gemacht. (VBS/DDPS, Alex Kühni und Michael Senn)
Durch kontrollierte Sprengungen werden Blindgänger beseitigt und für immer unschädlich gemacht. (VBS/DDPS, Alex Kühni und Michael Senn)

Die Blindgängermeldezentrale in Spiez ist der Ausgangspunkt eines jeden Einsatzes der Kampfmittelbeseitiger. Dort treffen per Handy-App, Mail oder Telefon Meldungen über gesichtete Munition ein. Die 738 eingetroffenen Meldungen letztes Jahr liegen stolze 24% über dem Zehnjahresschnitt. Anhand der erhaltenen Informationen wie Standort, Munitionstyp und dessen Zustand fällen die Experten den Entscheid darüber, wie in jedem einzelnen Fall vorgegangen werden soll.

Bis in den entlegensten Winkel

Mehr als 40% der Meldungen stammen aus den Kantonen Bern, Graubünden und Wallis. Das liegt nicht nur an der grossen Fläche dieser Kantone, sondern auch daran, dass sie bei Wanderern besonders beliebt sind. Zudem weisen sie eine hohe Anzahl an (ehemaligen) Schiessplätzen und Zielgebieten auf. Die zum Teil sehr abgelegenen Standorte machen Räumungen besonders anspruchsvoll. Nicht selten sind die Kampfmittelbeseitiger deshalb auf die Hilfe von Helikoptern angewiesen. Indes konnten letztes Jahr ganze 46 Tonnen Schrott aus solchen Gebieten abgeführt werden.

Gletscher nehmen ab, Arbeit nimmt zu

Trotz der verringerten Schiessaktivität der Armee nimmt die Anzahl Funde jährlich zu. Die Schnee- und Gletscherschmelze in hohen Lagen, die gute Zusammenarbeit mit der Truppe und der Polizei sowie die vielen beliebten Freizeitaktivitäten in den Bergen erklären diesen Anstieg. Langfristig gesehen darf aber mit einer Reduktion der gefundenen Blindgänger gerechnet werden, da tendenziell weniger geschossen wird und fortlaufend Schiessplätze und Zielgebiete ausser Betrieb gesetzt werden. Da Blindgängerfunde aufgrund von Schneeschmelzen, Gerölllawinen, grossen Räumaktionen oder anderen Umständen oftmals erst zeitverzögert gemacht werden, tritt der Rückgang jedoch nicht sofort ein.

Explosive Überraschung

Neben Bergregionen werden Blindgänger, Munitionsrückstande und Ähnliches auch immer wieder in Seen und Gewässern sowie bei Hausräumungen oder Grabungen gefunden. Solche Funde sorgen nicht selten für Schlagzeilen, da je nach Fundstück Häuser oder ganze Wohngebiete evakuiert werden müssen. Egal wie gross, verwittert oder verbeult ein Gegenstand auch aussehen mag.

Handle richtig und schütze dich und die anderen: Nie berühren – markieren – melden, per Telefon an 117 oder via App.

 

Der Merksatz hilft, die richtige Entscheidung zu treffen, kein Risiko einzugehen und die Fundstelle für weitere Personen und die Kampfmittelbeseitiger erkennbar zu machen. Mit Ihrer Meldung können die Profis aus Spiez ihrem Job nachkommen und auch weiterhin für unsere Sicherheit sorgen.

Blindgänger melden

Als Blindgänger bezeichnet man Munition, die nicht oder nicht vollständig explodiert ist; zum Beispiel, weil sie im Wasser, im Schnee oder in weichem Boden gelandet ist oder der Zünder nicht richtig funktioniert hat. Blindgänger und Munitionsreste finden Sie häufig auf Schiessplätzen, in Zielgebieten in den Bergen, auf Gletschern – aber auch im Nachlass von Verstorbenen als Erinnerung an die Dienstzeit. Um Unfälle zu verhindern, befolgen Sie bitte folgende Grundsätze: Nie berühren – markieren – melden, per Telefon an 117 oder via App. Verwenden Sie wenn immer möglich die App «Blindgänger melden». Sie können diese gratis im App Store oder Google Play Store herunterladen. Ansonsten können Sie den Fund per Telefon an 117 melden.