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Tonnenschwere Massarbeit

Angehörige des Katastrophenhilfe-Bereitschaftsbataillons haben in Wangen an der Aare eine Brücke errichtet. Die Baufirmen, die für den anstehenden Neubau der Kaserne zuständig sind, erhalten so einen separaten Zugang zum Gelände. Teamwork, Präzision und Qualität zeichneten die zentimetergenaue Platzierung von 130 Tonnen Stahl aus.

21.09.2020 | Kommunikation Verteidigung, Michael Senn

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Teamwork, Präzision und Qualität: Die 130 Tonnen Stahl wollen zentimetergenau platziert sein. (Fotos: VBS/DDPS, ZEM, Corinne Glanzmann)

Mit dem Bau der Brücke wird auf dem Waffenplatz Wangen an der Aare der Ausbau der Infrastruktur eingeläutet. Bis zum Jahr 2025 wird eine neue Kaserne gebaut, ein neues Feuerwehrgebäude errichtet sowie ein Multifunktionsbau für Wache, Administration und ein regionales medizinisches Zentrum erstellt. Durch den separaten Zugang wird der militärische Betrieb weniger beeinträchtigt und somit für alle Parteien ein effizienter Ablauf garantiert. Der Auftrag wird als VUM-Leistung für die Bauherrin armasuisse ausgeführt.

Modulares Brückensystem

Das verwendete Brückensystem stammt aus dem Armeebestand. Es handelt sich um den gleichen Typ, der bereits in Bondo, Kandergrund oder beim Schwingfest in Burgdorf eingesetzt worden war. Die gesamte Länge beträgt etwas mehr als 85 Meter, wobei die Brücke aus zwei Teilen à 58 und 27 Metern besteht. Sie führt von einem Kiesplatz über einen Zwischenpfeiler zum hinteren Teil des Kasernenareals. Durch seinen modularen Aufbau konnte das System relativ flexibel den Gegebenheiten vor Ort angepasst werden.

Am Ende wird die Brücke Fahrzeugen von maximal 40 Tonnen Gewicht die Überfahrt ermöglichen können. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten soll sie wieder zurückgebaut werden, da sie dann ihren Zweck erfüllt haben wird und so wieder für andere Einsätze zur Verfügung steht.

Armeeinternes Know-how

Die Kompetenz über diesen Brückentyp obliegt einzig dem Katastrophenhilfe-Bereitschaftsbataillon, da sie nicht in den Rekrutenschulen ausgebildet wird. Die Durchdienereinheit aus Bremgarten zeichnete sich auch für die Vorbereitungsarbeiten verantwortlich, die das Errichten von Gehwegen, Zäunen und den Brückenfundamenten umfassten.

Um die insgesamt 130 Tonnen Stahl an Ort und Stelle zu schieben, war einiges an Motorenleistung vonnöten. Von der Panzerschule 21 aus Thun war deshalb eine Besatzung des Bergepanzers «Büffel» auf Platz, die mit ihrem 1500 PS starken Unterstützungsfahrzeug für Schub sorgte. Der 60-Tönner, der ansonsten für die Bergung anderer Panzer zuständig ist, kam somit zu einem eher ungewohnten Einsatz, meisterte die Herausforderung aber bravourös. Nur einmal, als der Schwerpunkt auf den tiefer gelegenen Zwischenpfeiler verlagert und die Brücke wieder auf das höher gelegene Ufer geschoben werden musste, benötigte der Panzer seine ganze Kraft.

Erfolgsfaktor Miliz

Durchdienersoldaten und Rekruten haben unter der Führung erfahrener Kader innert eines Tages eine anspruchsvolle Arbeit erledigt, die viel Teamwork, Präzision und Qualität erforderte. Durch die gewinnbringende Kombination der fachdienstlichen Kompetenzen konnte der Zeitplan sogar unterschritten und der Einschub der Brücke somit frühzeitig erfolgreich abgeschlossen werden.

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