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Ausbildung auf Achse

Die Fahrerinnen und Fahrer der Armee erhalten eine ausgezeichnete Fahrausbildung und viele Vorteile für das Zivilleben, denn sie schult dabei auch Inhalte, die im Zivilen nicht vermittelt werden. Die Sicherheit hat oberste Priorität und bestimmt Ausbildung und Alltag.

31.07.2020 | Kommunikation Verteidigung, Ruth van der Zypen

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Die Fahrausbildung erfolgt aktuell mit Schutzmasken, ansonsten nach den üblichen strikten Inhalten und Regeln. (Fotos: VBS, Alexander Kühni / armasuisse / Komp Zen FAA)

Die erste Voraussetzung dafür, Fahrer bei der Armee zu sein, ist selbstredend der Besitz eines Führerausweises für Personenwagen Kategorie B. Danach braucht es nur noch das Bestehen der Eignungsprüfung an der Rekrutierung, Interesse sowie das Absolvieren der Fahrausbildung. Speziell am militärischen Fahrzeugführer: Sie werden während der Rekrutenschule in ihrer Einheit zur Ausbildung ausgewählt und haben in der Folge eine Doppelfunktion.

Dezentrale Schulung, zentral gesteuert

Die Fahrausbildung wird zentral im Kompetenzzentrum Fahrausbildung Armee in Thun vorgegeben, jede Schule bildet aber ihre Fahrer selber aus. Beim Mercedes G und Lieferwagen Sprinter – übrigens mit dem Ausweis für Personenwagen fahrbar – sind es 50 Stunden, für den Kleinlaster Mowag Duro sind es gar 74 Stunden. Der vierstündige Fahrsicherheitskurs beim TCS, Fahrzeugtechnik sowie zivile und militärische Vorschriften im Strassenverkehr sind ebenfalls Kursinhalte.

Zusätzliche Kategorien, technisches Plus

Die Ausbildung beginnt frühestens in der 2. Woche der Rekrutenschule. Zusätzlich zur speziellen Fahrausbildung absolvieren die Fahrer Schulungen zu Fahrzeugunterhalt sowie eine technische Spezialausbildung. Die Schulungen im Montieren von Schneeketten, Rad- oder Glühlampenwechsel sind auch für den zivilen Gebrauch von Nutzen. Auch der Umgang mit Gefahrgut beim Strassentransport bringt zusätzliches Know-how, das Gleiche gilt für die Ausbildung am Anhänger mit einem Gesamtgewicht von über 750 kg.

Der militärische Fahrausweis ist auch im Zivilen gültig. So erhalten Fahrer des Duro die Kategorie C1, zivil für Lastwagen bis 7,5 t Gesamtgewicht oder mit der Kategorie C1E den Anhängerausweis – der auch für den Wohnwagen oder Arbeitsanhänger des Baugeschäftes gültig ist.

Sicherheit ständig im Fokus

Die Sicherheit im Verkehr ist stets höchstes Gebot: «Ich pflege einen regelmässigen Austausch mit der Militärpolizei und unserem Schadenzentrum», so der Kommandant Kompetenzzentrum Fahrausbildung Armee, Oberst im Generalstab Marlis Jacot-Guillarmod. «Ich will wissen, was die Ursachen der Unfälle sind und was wir bei der Ausbildung verbessern können», betont sie. Man verteilt etwa zusätzlich Pocketcards mit den Verantwortlichkeiten von Fahrer, Beifahrer und Vorgesetzten zu Themen wie Ruhezeiten, Fahrtüchtigkeit und Aufgaben vor, während und nach der Fahrt – nicht unähnlich dem Prinzip einer Flugzeugcheckliste.

Viele gefahrene Kilometer

Aufgrund der aktuellen BAG-Richtlinien dürfen in den Armeefahrzeugen weniger Armeeangehörige mitgeführt werden, was zu zusätzlichen Fahrten führt. «Kann man Unfälle mit unseren strikten Regelungen vermeiden? Leider nicht alle – gerade bei so vielen Fahrkilometern», so der Kommandant. «Aber wir können unsere Soldaten und Kader fortwährend sensibilisieren und so die Sicherheit auf der Strasse erhöhen.» Die genaue Umsetzung von Sicherheitsregeln lässt sich denn auch messen: Im Vergleich zum zivilen Verkehr hat die Armee pro gefahrenen Kilometer weniger Unfälle zu verzeichnen.

Kompetenzstelle Fahrausbildung Armee

Das Kompetenzzentrum Fahrausbildung Armee (Komp Zen FAA) gibt die Ausbildungsinhalte teilweise in Zusammenarbeit mit den Lehrverbänden für sämtliche Fahrausbildungen der Armee vor.

Kompetenzzentrum Fahrausbildung Armee

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