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Wertvolle Unterstützung aus der dritten Dimension

Nicht nur am Boden entlastete die Armee das zivile Gesundheitswesen und die Eidgenössische Zollverwaltung mit Unterstützungsleistungen in der Coronakrise. Auch aus der dritten Dimension trug sie mit Transport- und Überwachungsleistungen dazu bei, dass Leben gerettet und die Grenzen geschützt wurden. Sie erbrachte zudem Leistungen zugunsten des privaten Luftverkehrs, indem Abstellplätze für nicht benötigte Verkehrsflugzeuge zur Verfügung gestellt wurden.

11.06.2020 | Kommunikation Verteidigung, Saskia Graber

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Briefing vor dem Flug: Bevor der FLIR-Super-Puma abhebt, besprechen die militärische Besatzung und der Fliegende Einsatzleiter der Eidgenössischen Zollverwaltung letzte Einzelheiten.

Verkehrsflugzeuge auf dem Militärflugplatz Dübendorf. Als infolge des reduzierten Flugangebots nach der Ausrufung der «ausserordentlichen Lage» diverse Flugunternehmen einen Antrag auf Unterstützung bei der Schweizer Luftwaffe gestellt hatten, wurde dem Begehren unbürokratisch und rasch stattgegeben, worauf nicht benötigte Verkehrsflugzeuge vorübergehend auf dem Militärflugplatz Dübendorf abgestellt werden konnten. Dies ist eine der vielen Hilfestellungen der Luftwaffe im gemeinsamen Bestreben, die COVID-19-Pandemie in der Schweiz zu überwinden. Wichtige Beiträge leistet die Luftwaffe auch bei überlebenswichtigen Transporten und bei der intensivierten Grenzkontrolle.

Lufttransport: Schnelle Hilfe rettet Leben

Bei der Bekämpfung von COVID-19 sind Beatmungsgeräte überlebenswichtig. Doch zu Beginn der Coronakrise waren sie ein knappes Gut. Im März hatte der Bund deshalb via Armeeapotheke eine Grossbestellung für 900 Stück beim Hersteller in Domat/Ems GR aufgegeben.

Die ersten Beatmungsgeräte konnten wenige Wochen später ausgeliefert werden: Super-Puma-Helikopter der Luftwaffe flogen sie von Domat/Ems nach Bern, wo sie von der Armeeapotheke entgegengenommen wurden. Binnen 12 Stunden nach Eintreffen der letzten Ladung – und nach erfolgter Konfiguration der entsprechenden Landessprache sowie der Beilage lebenswichtigen Verbrauchsmaterials – wurden die Geräte in einem definierten Zeitfenster abgeholt und durch die jeweiligen Kantone weiter an die Spitäler verteilt. Pro Flug konnten rund 50 Beatmungsgeräte transportiert werden und je nach Destination mit dem Lufttransport gegenüber jenem im Strassenverkehr kostbare Stunden gewonnen werden – Stunden, die Leben retteten.

Schutz der Grenzen

Auch im Bereich Schützen leistete die Luftwaffe einen wichtigen Beitrag. Neben der Militärpolizei unterstützte sie die Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) bei Kontrollen von abgelegenen, nicht bewachten Grenzübergängen und im Zwischengelände.

Bereits in der normalen Lage kommt es nicht selten vor, dass die Luftwaffe mittels Drohnen oder Helikoptern die EZV bei der Grenzüberwachung unterstützt. Mittels Sensoren können Informationen aus der Luft beschafft, ausgewertet und dem Auftraggeber übermittelt werden. Während der Coronakrise führte die Luftwaffe intensiv Flüge mit EC-635 zugunsten der EZV durch, wobei teilweise auch ein mit dem FLIR-System ausgestatteter Super Puma zum Einsatz kam.

Die Flüge dienten primär der Kontrolle des Grenzgängerverkehrs sowie allfälliger Wanderer, Radfahrer, Reiter oder Hundehalter bei den abgelegenen, nicht bewachten Grenzübergängen und dem Zwischengelände. Grundsätzlich unterschieden sich diese Einsätze zwar nicht von jenen in der normalen Lage, doch nach der schweizweiten Schliessung kleinerer Grenzübergänge zur Kanalisation des Grenzverkehrs auf grössere Grenzübergänge, um die verschärften Massnahmen an den Schweizer Grenzen durchsetzen zu können, waren sie wichtiger denn je.

Was ist FLIR?

«Forward Looking Infrared» (FLIR) gilt inzwischen als Synonym für Wärmebildsysteme. Die heutzutage eingesetzten Sensorpakete der dritten Generation decken nicht nur den Bereich Infrarot (IR) ab, sondern beinhalten mehrere elektrooptische, bildgebende Sensoren. Sie zeichnen sich durch eine vollständige Stabilisierung der Sensoren gegenüber Bewegungen und Vibrationen des Helikopters aus, sodass auch aus grosser Distanz hoch aufgelöste Bilder möglich sind.

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