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Im Einsatz für die Sicherheit

Die Luftwaffe ist täglich im Einsatz, um für die Sicherheit des Schweizer Luftraums zu sorgen. Sie ist zudem bereit, in ausserordentlichen Situationen zu intervenieren. Die operative Verfügbarkeit von Jagdgeschwadern zugunsten des Luftpolizeidiensts, die innerhalb von 15 Minuten einsatzbereit sein müssen, wird ab Ende 2020 auf 24 Stunden pro Tag ausgedehnt. Hauptmann Martin «Jaydee» Schär ist einer der Piloten, die zum Schutz des Schweizer Luftraums ihren Dienst verrichten.

23.06.2020 | Kommunikation Verteidigung, Saskia Graber

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Bild: VBS, Philipp Schmidli

Morgens in Payerne: Schichtbeginn im Luftpolizeidienst (LP24) für Hauptmann Martin «Jaydee» Schär. Als Berufsmilitärpilot auf der F/A-18 steht er rund viermal jährlich für eine halbe Woche am Stück für Einsätze im Luftpolizeidienst bereit, der in Friedenszeiten den Schutz des Luftraumes gewährleistet. Gemeinsam mit einem weiteren F/A-18-Piloten ist er dann jeweils in Payerne einquartiert – direkt neben den Flugzeugen. Im Ernstfall müssen die beiden bereitstehenden bewaffneten F/A-18 innert 15 Minuten in der Luft sein. Doch bis ihn ein Einsatzbefehl erreicht, widmet sich Hauptmann Schär anderen Aufgaben, beispielsweise administrativen Pendenzen.

Hot Missions und Live Missions

Ein Ernstfall – eine sogenannte «Hot Mission» – kann jederzeit eintreten, im Schnitt geschieht dies einmal pro Monat. Dabei handelt es sich in der Regel um Luftraumverletzungen oder technische Probleme, wie beispielsweise einen Funkausfall bei einem Privatflugzeug. Während des Luftpolizeidienstes werden aber auch Routinekontrollen, «Live Missions» genannt, bei ausländischen Staatsluftfahrzeugen durchgeführt. Diese finden häufiger statt, sodass die LP24-Piloten unter der Woche normalerweise täglich einen Flug absolvieren.

Sobald der Alarm ertönt, muss alles schnell gehen: Der Chief Air Defence (CAD) kontaktiert die beiden Piloten direkt aus der Einsatzzentrale des Air Operation Centers in Dübendorf und erteilt ihnen den Einsatzbefehl. «Als Pilot lässt man dann alles stehen und liegen und begibt sich sofort zu den Flugzeugen. Dabei ist es wichtig, sich mental rasch umzustellen und sich auf den bevorstehenden Flug zu konzentrieren», erklärt Hauptmann Schär. Denn anders als im Arbeitsalltag erfolgt der Flug nicht nach einem vorbereitenden Briefing, sondern aus einer anderen Tätigkeit heraus.

Ab Ende 2020 rund um die Uhr

Mit dieser schnellen Umsetzungsfähigkeit leisten die Piloten der Schweizer Luftwaffe einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Luftraums. Das ist ihre Kernaufgabe. Während heute bereits an 365 Tagen im Jahr jeweils zwei Piloten von 6 Uhr bis 22 Uhr abrufbereit sind, wird die Einsatzbereitschaft ab Ende 2020 rund um die Uhr gewährleistet sein.

LP24

Luftpolizeidienst 24

Die Wahrung der Lufthoheit besteht aus passiven (Luftraumüberwachung) und aktiven (Interventionen) Luftpolizeimassnahmen. Hierfür wird täglich der Luftpolizeidienst (LP24) durchgeführt. Im Rahmen des Luftpolizeidiensts kontrolliert die Luftwaffe Überflüge von ausländischen Staatsluftfahrzeugen. Es wird überprüft, ob die Flüge gemäss den Bewilligungen – der sogenannten Diplomatic Clearances – erfolgen. Diese Kontrollen werden als «Live Mission» bezeichnet. Luftpolizeieinsätze für Hilfeleistungen an zivilen Flugzeugen oder aufgrund schwerwiegender Verletzungen der Lufthoheit oder -verkehrsregeln bezeichnet man als «Hot Mission».

Die Interventionsfähigkeit im Luftpolizeidienst wird gegenwärtig ausgebaut. Ab Ende 2020 werden rund um die Uhr an 365 Tagen zwei bewaffnete Kampfjets bereitstehen. Luftpolizeieinsätze erfolgen in der Regel ab dem Militärflugplatz Payerne. Es kann aber vorkommen, dass Einsätze aufgrund des Wetters oder einer Pistensperre ab Meiringen oder Emmen geflogen werden.

Die Luftverteidigung beinhaltet auch die Bodengestützte Luftverteidigung – die Fliegerabwehr. Hierbei vertraut die Schweizer Luftwaffe auf die Kombination von drei Systemen: Die leichten Fliegerabwehr-Lenkwaffen Stinger, 35-Millimeter-Kanonen und die mobilen Fliegerabwehr-Lenkwaffen Rapier.

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