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Digitale Ausbildung rasch umgesetzt

Die Berufsunteroffiziersschule der Armee (BUSA) passte sich in der Corona-Krise rasch an. Wegen eines Coronafalls an der BUSA wurden die Teilnehmenden im März in Quarantäne befohlen. Damit fiel der gewohnte Unterricht vor Ort aus. Innert kurzer Zeit schaltete die BUSA auf komplett digitalen Unterricht um. Die gesammelten Erfahrungen sind wertvoll und ebnen den Weg für eine künftig vermehrt digitalisierte Ausbildung.

16.06.2020 | Kommunikation HKA

Webinar
Die digitalisierte Ausbildung an der Berufsunteroffiziersschule der Armee (BUSA).

Unverhofft stand die Berufsunteroffiziersschule der Armee (BUSA) vor einer Herausforderung: Die angehenden Berufsunteroffiziere mussten zu Hause in Quarantäne bleiben. Das bedeutete, dass der bisherige Präsenzunterricht nicht mehr stattfinden konnte und für einige Wochen eine andere Lösung gesucht werden musste. Während der Lagebeurteilung wurden verschiedene Varianten von einem Abbruch des Lehrgangs bis zur Telearbeit geprüft. Die Ausbildung abzubrechen hätte bedeutet, dass der Grundausbildungslehrgang nächstes Jahr neu gestartet hätte werden müssen. Mit den bereits geplanten 55 neuen Anwärtern per Januar 2021 hätte dies den Rahmen der Kapazitäten an der BUSA völlig gesprengt.

WEBINAR auf der e-learning-Plattform

Der Lehrgangsleiter, Chefadjutant Andreas Hösli, der Chef Informations- und Kommunikationstechnik, Adjutant Unteroffizier Dominik Flammer, sowie weitere Spezialisten haben auf der e-learning-Plattform des Bundes (LMS) ein Webinar aufgebaut. Bevor Ende März das WEBINAR startete, bereiteten sich die Klassenlehrer anlässlich eines zweitägigen Kadervorkurses auf ihre neue Aufgabe vor. Die Ausbildung mit WEBINAR wurde ohne Verzögerung nach Lehrplan fortgeführt. Inhalte waren die Sprachausbildung und die Weiterführung der Ausbildung zum Erwachsenenbilder (SVEB).

Die anfänglichen Bedenken wichen rasch der Begeisterung. Mit jedem Tag nahm der Erfolg zu und die Klassenlehrer wurden motivierter und kreativer im Umgang mit der neuen Plattform.

Digitaler Unterricht setzt Planung voraus

Der komplett digitale Unterricht ist keineswegs einfacher durchzuführen als Präsenzunterricht. Nebst den technischen Kleinigkeiten, die gelöst werden müssen, ist der Fokus auf den Inhalt zentral für den Erfolg. Insbesondere den inhaltlichen und methodischen Aspekten soll Aufmerksamkeit geschenkt werden. Schon bei der Planung muss die Lehrperson einteilen, welche Inhalte auf welchem Weg vermittelt werden sollen. Lehrpersonen wie auch Teilnehmende müssen sich ausführlich auf die Echtzeit-Sitzungen vorbereiten. Nur so kann die knappe Zeit für lohnende Interaktionen genutzt werden. Zudem müssen die Online-Lektionen stark moderiert werden, damit jeder Teilnehmende seine Redezeit erhält. Als Herausforderung zeigt sich die Tatsache, dass fragende Gesichter und hilflose Gesten über Kameras schlechter erkannt werden. Das macht die Leitung für die Lehrperson anspruchsvoll. Sie muss sich darauf verlassen können, dass sich die Teilnehmenden bei Fragen aktiv einbringen.

Erfahrungen und Lehren

Die Ausbildung an der Höheren Kaderausbildung der Armee (HKA) wird zunehmend digitalisiert. Es soll vermehrt ein Mix aus Fern- und Präsenzunterricht entstehen. Der kurzfristige, aber erfolgreiche Aufbau des Webinars an der BUSA beweist, dass dies der richtige Weg ist. Gerade für die Vertiefung von Lernstoff im Selbststudium oder für den Unterricht im virtuellen Klassenzimmer für kleine, homogene Gruppen ist der Fernunterricht ideal. Dennoch haben sich gewisse Grenzen gezeigt. Unter der nötigen Moderation kann die Kommunikationsdynamik leiden. Daher sind nicht alle Lerninhalte für Onlineunterricht geeignet. Ein Teilnehmer berichtete, dass die Qualität des Unterrichts in keiner Weise nachgelassen hätte. Trotzdem stellten sie fest, dass es an Interaktion im virtuellen Klassenzimmer mangelte.

Für die Ausbildung an der HKA gilt es, nicht wieder in alte Muster zu verfallen, sondern aus den Erfahrungen zu lernen. Die Ausbildung soll weiter in Richtung «blended learning» digitalisiert werden, um so den Lehrgangsteilnehmenden die bestmögliche Lernerfahrung zu bieten.