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Erfahrungsbericht Humanitäre Minenräumung

24.04.2020 | SWISSINT

Claudia Surer überprüft hier in der Westsahara ein bekanntes Minenfeld.
Claudia Surer überprüft hier in der Westsahara ein bekanntes Minenfeld.

Seit März 2020 setzt sich Claudia Surer als Explosive Ordnance Risk Education Spezialistin zugunsten der Humanitären Minenräumung in der Westsahara ein. Sie schildert, wie ihr beruflicher Alltag aussieht.

 

Als Explosive Ordnance Risk Education (EORE) Spezialistin bin ich Teil eines internationalen Teams in der United Nations Mine Action Service (UNMAS). Unser Büro befindet sich im Hauptquartier der UNO-Mission MINURSO in Laâyoune. Aktuell erarbeiten wir eine Strategie und deren Implementierung für die Sensibilisierung der Lokalbevölkerung gegenüber der Gefahr, welche von Minen und anderen explosiven Kriegsmunitionsrückständen, wie zum Beispiel Streumunition, ausgeht. Unser Auftrag konzentriert sich dabei auf die Bevölkerung östlich des Berms (siehe Kasten) und auf das zivile und militärische MINURSO-Personal beidseitig des Berms.

Zusätzlich beauftragen und überwachen wir östlich des Berms die Firmen, welche im Auftrag von UNMAS die Minenfelder und mit Streumunition belasteten Gebiete räumen. Ich arbeite dabei mit dem Chief of Operations zusammen und begleite ihn bei seinen Besuchen der neun MINURSO-Teamsites. Dort stellen wir mit Refreshing-Referaten sicher, dass das militärische Personal auf dem aktuellen Stand betreffend explosiver Kriegsmunitionsrückstände ist. Da die Standorte weit auseinanderliegen, sind wir auf einen gut funktionierenden Lufttransport angewiesen. Die Mission hat zwei Flugzeuge und drei Hubschrauber, welche unter anderem die Versorgung und gleichzeitig den Personentransport zwischen den Teamsites und dem Hauptquartier sicherstellen.

Unsere Tätigkeit ist sehr anspruchsvoll, da wir neben der Beauftragung und dem Controlling der technischen Minenräumung die bereits erwähnte übergeordnete Strategie entwickeln möchten, möglichst viele Menschen in ihrem alltäglichen Leben besser vor Minen zu schützen. Dies erscheint auf den ersten Blick simpel, die Vorgehensweise und Umsetzung ist jedoch schwierig, da die Kulturen eine unterschiedliche Lebensweise haben und individuell angesprochen werden müssen.

Es ist eine spannende Erfahrung in einem militärischen und internationalen Umfeld zu arbeiten.

Wir wünschen Claudia weiterhin viel Erfolg bei der Ausübung ihrer Tätigkeit!
Im kommenden Swiss Peace Supporter Magazin (Juni 20) gibt euch Surer einen noch tieferen Einblick in ihre Tätigkeit in der Westsahara. #staytuned