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Sicherheit ist auch weiblich

Der Frauenanteil in der Armee liegt derzeit bei weniger als einem Prozent. Mit gezielten Massnahmen soll diese Quote nun erhöht werden. Denn gemischte Teams sind äusserst erfolgreich und leisten einen wertvollen Beitrag für die Sicherheit der Schweiz. Zudem ist der Militärdienst eine Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln. Diese Chance hat auch Wachtmeister Joëlle Pfister genutzt und leistet aktuell ihren Dienst in Thun in der Panzerschule 21.

09.03.2020 | Kommunikation Verteidigung, Nicole Anliker

Sicherheit ist auch weiblich

Joëlle Pfister ist eine 22-jährige Frau, die schon als Kind wusste, dass sie Militärdienst leisten möchte. Als Sicherungssoldat bei den Panzertruppen absolvierte sie letztes Jahr ihre Rekrutenschule in Bière. Der Start war jedoch schwieriger, als Joëlle es sich vorgestellt hatte, denn es waren viele Leute, die ihr als Frau den Einsatz bei einer Kampftruppe nicht zugetraut hätten. So hatte sie anfangs das Gefühl, sich mehr behaupten zu müssen als ihre männlichen Kollegen. Zusätzlich hatte Joëlle Angst, ihren eigenen Erwartungen nicht gerecht werden zu können. Dieser Umstand habe sie rückblickend besonders mental sehr gefordert.

Wert der Kameradschaft

Vor dem Militärdienst war Joëlle nach eigenen Angaben eine Chaotin. Der neue und streng strukturierte Alltag half ihr aber, umgehend mehr Ordnung und Disziplin in ihr Leben zu bringen. Nach ihrer kaufmännischen Ausbildung fand die langjährige Geräteturnerin in der Rekrutenschule auch eine physische Herausforderung. Sie lernte, dass schwierige Aufgaben nur mit einem starken Team erfolgreich gelöst werden können und wie wichtig es dabei ist, sich gegenseitig zu unterstützen. Die vielen Facetten der Kameradschaft haben Joëlle denn auch nachhaltig beeindruckt und geprägt. Diese Erfahrungen gaben ihr denn auch die Bestätigung, mit dem Entscheid für den Militärdienst die richtige Wahl getroffen zu haben.

Führungserfahrung sammeln

Zur Ausbildung als Sicherungssoldat gehört der Häuser- und Ortskampf ebenso wie Personen- und Fahrzeugkontrolle und auch die Ausbildungen an der Panzerfaust, der Handgranate und weiteren Waffen. Wenn man Joëlle zuschaut, mit welcher Begeisterung und welch hohem Drive sie die Dinge auf dem Feld angeht, weiss man, dass diese Art von Action genau das richtige für die junge Frau ist.

Deshalb war bald einmal klar, dass sie «weitermachen» würde. Heute ist Joëlle Pfister Wachtmeister. Ihr Ziel ist es, den Grad des Offiziers zu erlangen. Die Selektion fordert sie und zeigt ihr ab und an auch ihre Grenzen auf. Der starke Wille und die Freude am Militäralltag jedoch geben ihr den Ansporn, sich weiter zu verbessern. Mit Einsatz und einem guten Coaching will Joëlle ihrem Ziel sukzessive näherkommen. Die Lernkurve geht denn auch stetig nach oben.

Motivation teilen

Ihre Freude, Überzeugung und Erfahrung gibt Wachtmeister Pfister auf ihrem privaten Instagram-Account gerne weiter. Damit möchte sie andere motivieren, ebenfalls Militärdienst zu leisten. Die grosse persönliche Entwicklung in relativ kurzer Zeit sowie das neu erlangte Verantwortungsgefühl für sich und andere sind für Joëlle Pfister ein Gewinn, der sie im Leben auch ausserhalb des Armeedienstes weiterbringen wird. Definitiv das Intensivste aber sei die grosse Verbundenheit und Kameradschaft, erzählt sie. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl empfindet Joëlle als grössten Antrieb für gute Leistungen.
Wachtmeister Pfister ist eine von fünf Frauen, die der Kampagne «Sicherheit ist auch weiblich» Einblick in ihr militärisches und ziviles Leben geben. Sie ist stolz, Teil von #teamarmee zu sein.