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Es war wie ein zweites Mal Weihnachten

Sie beschreibt ihre Erfahrungen in der Rekrutenschule, wirft Fragen auf und beantwortet sie: Ramona Wyssen will als «Just a Swiss Military Girl» auf Instagram jungen Frauen die Armee näherbringen. Sie gibt – innerhalb der Vorgaben, was das Fotografieren betrifft – Einblicke in ihren Alltag. Die angehende Nachrichtensoldatin hat kürzlich in Thun ihr persönliches Material gefasst.

31.01.2020 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

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Das Foto der neuen Kampfstiefel postet Ramona Wyssen in ihrem Instagram-Profil «Just a Swiss Military Girl». (Fotos: VBS)

Zufrieden könne sie nun nach einem anstrengenden Tag ins Bett gehen, schreibt Ramona Wyssen auf ihrem Instagram-Profil, und über 1200 Follower können ihren Post oder ihre Story lesen. Als «Just a Swiss Military Girl» setzt sich die junge Bernerin mit ihrer Rekrutenschule auseinander, die sie Mitte Januar an der Elektronische Kriegführung-Schule 64 (EKF S 64) in Jassbach BE begonnen hat. Die angehende Nachrichtensoldatin hat letzte Woche in Thun ihr persönliches Material, unter anderem das Sturmgewehr und die neuen Schuhe, gefasst und beschreibt, was in ihr vorgegangen ist: «Es hat sich wie ein zweites Mal Weihnachten angefühlt.» Und dies, obschon ihre Füsse geschmerzt hätten.

Wyssen will, wie sie schreibt, junge Frauen unterstützen, sich für den Militärdienst zu melden, «indem ich hier meine Vorbereitungen und Erlebnisse zeige». Ihre Posts werden aufmerksam gelesen, und sie erhält grossen Zuspruch, vor allem von anderen Frauen. Am Morgen nach dem Einrücken schrieb zum Beispiel eine Followerin, die vor rund 35 Jahren beim Frauenhilfsdienst gedient hatte: «Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.» Andere Follower wünschten ihr viel Erfolg und Spass bei der RS. Vereinzelt erhielt sie auch Kritik – doch ganz offensichtlich wohlwollend-kollegial. «Bett ist noch nicht ganz korrekt» – so eine Anmerkung, jedoch mit dem Smiley-Symbol versehen und also nicht ganz ernst zu nehmen.

Auf ihrem Kanal werden ihre Erfahrungen auch schon eingehend diskutiert, insbesondere, was die Schuhe betrifft – die Rekruten fassten aus dem Schuhmagazin die Standard-Kampfstiefel-Modelle 90 und 14. Ob die neuen Kampfstiefel 19 noch nicht ausgeliefert worden seien, fragt jemand und erhält die Antwort, dass diese wohl kaum vor 2021 kommen werden. Jemand anders fragt, ob man die Fussbekleidung nicht wie früher schon weit im Voraus erhalte, um sie einlaufen zu können. Und der Kommandant der EKF Abteilung 52, Oberstleutnant im Generalstab Micha Grimm, wünscht ihr «viel Erfolg, tolle Kameradschaft und genügend Power zum Durchbeissen» für ihren weiteren Weg. Er schreibt ihr unter einen Post: «Wir hoffen natürlich auf eine Einteilung bei uns.»

Nachrichten sind ihr Business

Nach der Grundausbildung werden Wyssens Kameraden und sie in der Kaserne Jassbach bei der Elektronischen Kriegsführungs-Schule 64 ihr Wissen vertiefen und beispielsweise schiessen lernen. Anschliessend geht es ums Eingemachte, die Spezialisierung. Der Nachrichtensoldat trägt – wie der Name schon sagt – Informationen zusammen und stellt sie dem Kommando in geeigneter Form zur Verfügung.

Fotos

Frauen in der Armee

Der Frauenanteil in der Schweizer Armee beträgt rund ein Prozent, unter ihnen ist nun auch Ramona Wyssen. Sie lädt ihre Follower ein, sie virtuell durch ihre Rekrutenschule zu begleiten, mit ihr zu lernen und mitzudiskutieren. Ihre geteilten Erfahrungen als «weibliche Angehörige der Armee» (wAdA) sollen andere Frauen dazu animieren, über den Militärdienst nachzudenken. Rekrutenschule, Wiederholungskurse und andere Engagements zugunsten der Sicherheit des Landes ermöglichen ihnen, Netzwerke zu knüpfen und sich Wissen anzueignen, die sie später auch im Zivilleben gut brauchen können.