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Neue Strukturen in der Kosovo Force

Seit über 20 Jahren erfüllt die Kosovo Force ihren Auftrag, für ein sicheres Umfeld im Kosovo zu sorgen. Per 15. August 2019 reorganisierte die multinationale Friedenstruppe ihre Strukturen, um diesen Auftrag auch zukünftig wirksam umzusetzen. Neu gibt es ein Regional Command East und ein Regional Command West, in welchen jeweils alle unterschiedlichen Truppengattungen vertreten sind.

04.11.2019 | Sandra Stewart-Brutschin, Kommunikation SWISSINT

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Mit dem Kontingentswechsel am 10. Oktober 2019 wurde die Swisscoy von bisher 190 auf neu 165 Armeeangehörige reduziert.


Basierend auf einem Mandat des UNO-Sicherheitsrats nahm am 12. Juni 1999 die Kosovo Force (KFOR) unter Führung der NATO ihre Mission im Kosovo auf. Seither hat sie ihre Strukturen immer wieder der veränderten Sicherheitslage und den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Zum letzten Mal tat sie dies am 15. August 2019, als die bis dahin bestehenden Multinational Battlegroup East (MNBG-E) und Multinational Battlegroup West (MNBG-W) sowie die drei Joint Regional Detachments (JRD) South-East, North und West in zwei Regional Commands überführt wurden.

Die zwei MNBG hatten das Kommando über die Einsatzkräfte, die zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Stabilität eingesetzt werden. Man spricht hier auch von den kinetischen Kräften. Die drei JRD hingegen waren für die Verbindungs- und Überwachungsteams (LMT) verantwortlich, die auch als non-kinetische Kräfte bezeichnet werden. Diese Aufteilung war für den zielgerichteten Informationsfluss, die Einsatzplanung und Einsatzführung sowie die Koordination von gemeinsamen Einsätzen nicht mehr optimal. Eine Zusammenführung der kinetischen wie auch der non-kinetischen Kräfte in den Regional Commands (RC) soll die Kommandostruktur vereinfachen sowie die Führung vereinheitlichen und aus einer Hand garantieren.

Rascher Informationsfluss ist entscheidend

Die Raumverantwortung wurde deshalb neu auf zwei RC aufgeteilt: Die MNBG-E sowie die zwei JRD North und South-East wurden im RC East unter amerikanischer Führung vereint, während die MNBG-W sowie das JRD West im RC West unter italienischem Kommando zusammengeführt wurden (siehe Karte). Die neue Struktur ermöglicht den beiden Kommandanten, die aus den LMT zurückfliessenden Informationen umgehend in die Einsatzplanung und Koordination der kinetischen Kräfte in ihrem jeweiligen Einsatzgebiet einfliessen zu lassen. Denn die Informationen, welche die LMT in ihren Gesprächen mit der Bevölkerung sowie mit Vertretern von Behörden und nichtstaatlichen Organisationen sammeln, werden nun direkt in das entsprechende RC weitergeleitet, so dass noch zielgerichteter entschieden werden kann, ob und wie Truppen zur Aufrechterhaltung der Sicherheit eingesetzt werden müssen.

Im RC East setzen sich die kinetischen Kräfte aus amerikanischen, polnischen und türkischen Soldaten zusammen, während die non-kinetischen Kräfte der LMT aus der Schweiz, aus Slowenien, Italien, Finnland, Griechenland und Ungarn stammen. Im RC West stellen Soldaten aus Italien, Österreich, Slowenien und Moldawien die kinetischen Kräfte, während die LMT-Angehörigen aus Polen sowie der Schweiz und Türkei stammen.

KFOR hat weiterhin denselben Auftrag

Trotz veränderter Struktur bleibt der Auftrag der KFOR unverändert bestehen: für ein sicheres und stabiles Umfeld und Bewegungsfreiheit für alle Bürgerinnen und Bürger des Kosovo zu sorgen. Weiter hat sie die humanitäre Hilfe und den Aufbau eines stabilen, demokratischen, multiethnischen und friedlichen Kosovo zu unterstützen. Dazu verfügt die KFOR aktuell über rund 4000 Soldaten aus 28 Ländern.

Die Swisscoy trägt mit maximal 165 Frauen und Männern zur Erfüllung dieser Aufträge bei. Sie erbringt weiterhin wichtige Leistungen zugunsten der KFOR mit dem Kampfmittelbeseitigungsteam dem Lufttransport-Detachment, den Militärpolizisten und dem medizinischen Team. Weiter sind im RC East Schweizer Armeeangehörige mit den zwei LMT in Mitrovica und Zubin Potok sowie mit Stabsoffizieren vertreten. Im RC West befinden sich mit den zwei LMT in Prizren und Malishevo sowie Stabsoffizieren ebenfalls Schweizer Soldatinnen und Soldaten.

Zum ersten Mal stellt die Schweizer Armee den stellvertretenden Kommandanten der KFOR für die Rotationsdauer Oktober 2019 bis Oktober 2020. Die Übernahme dieser Funktion unterstreicht das langjährige Engagement der Schweiz bei der Stabilisierung des Westbalkans und die Bereitschaft, vor Ort Verantwortung zu übernehmen. Die Schweiz gibt die Funktion nach einem Jahr wieder ab. In der kommenden Frühlings-, respektive Sommersession wird das Parlament über eine Verlängerung des Swisscoy-Mandats für die Jahre 2021 bis 2023 entscheiden.
 

Karte Kosovo d inkl Grenze
Seit der Umstrukturierung der KFOR im August 2019 besteht ein Regional Command East und ein Regional Command West, in denen jeweils die kinetischen sowie die non-kinetischen Kräfte vereint sind.

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