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«Demo 19»: Volle Kraft voraus dank Teamwork

An der «Demo 19» gelang es einem Verband aus Soldaten verschiedener Truppengattungen gemeinsam eine Gruppe von Terroristen zu bekämpfen und ein belagertes Dorf zu befreien. Die Truppen des Lehrverbandes Genie/Rettung/ABC ergänzt mit Infanterie, Panzertruppen, Grenadieren, Luftwaffe und Führungsunterstützung schlossen sich zusammen und machten den vom Lehrverband organisierten Anlass zum Erfolg.

09.10.2019 | Kommunikation Verteidigung, Michael Senn

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Grenadiere stürmen das Hauptgebäude der Gegenseite.

«Ich hoffe, ich habe Ihnen nicht zu viel versprochen», sagte Brigadier Stefan Christen, Kommandant des Lehrverbands Genie/Rettung/ABC (LVb G/Rttg/ABC) in die Runde, als er nach der erfolgreichen Demonstration das Wort ergriff. Der Hauptverantwortliche für die «Demo 19» stellte wenig später freudig fest, dass das Gezeigte auf Begeisterung stiess – der grosse Applaus des Publikums für die involvierten Angehörigen der Armee bestätigte dies. Vertreter der Politik, ausländische Offiziere, zahlreiche Verteidigungsattachés und Angehörige der Armee sämtlicher Truppengattungen waren als Gäste eingeladen. Der Kommandant betonte, dass hier grösstenteils Rekruten in der 15. Rekrutenschulwoche am Werk waren.

Zwei Jahre zuvor war die «Demo Rettung» als erster Anlass dieser Art über die Bühne gegangen. Damals zeigten die Rettungstruppen mit den zivilen Partnern ihr Können. Ein Jahr später dann standen in Bremgarten die Genietruppen mit den Panzersappeuren im Fokus. Die vom LVb G/Rttg/ABC ins Leben gerufenen Vorführungen haben den Zweck, das breite Fähigkeitsspektrum sowie den hohen Ausbildungsstandard der Truppe unter Beweis zu stellen. An der «Demo 19» wurde nun zum ersten Mal das Zusammenspiel eines Einsatzverbands im Rahmen eines Bedrohungsszenarios gezeigt. Ein Verband bestehend aus Kampfelementen und Grenadieren, Truppen der Luftwaffe, der Logistik und des LVb G/Rttg/ABC stellte in einem von Terroristen besetzten urbanen Gelände die Integrität der Schweiz wieder her.

Eine fast einjährige Planung

Der minutiös vorbereitete Einsatz wurde im Übungsdorf des Waffenplatzes Wangen an der Aare / Wiedlisbach (BE) durchgeführt und einem grossen Publikum gezeigt. Um den straffen Zeitplan einhalten und den Einsatz möglichst dynamisch vorführen zu können, wurden die Gäste ausdrücklich gebeten, doch bitte «im militärischen Marschtempo» von der einen zur anderen Tribüne zu verschieben.

Allgemein wurde viel Wert auf einen möglichst praxisnahen Ablauf gelegt. Es sollten mögliche Leistungen der heutigen Armee gezeigt werden, betonte Brigadier Christen. Und es würden nur Mittel verwendet, wie sie auch tatsächlich im Einsatz stehen, fügte er an und wies darauf hin, dass die anschliessende Ausstellung auf dem Waffenplatzareal einen Blick in die Zukunft erlaube.

Der Einsatzverband geht in den Angriff

Zurück zum Szenario: Das Übungsdorf «Weiler» wurde von Terroristen belagert und verbarrikadiert. Um überhaupt Zutritt zum Dorf zu erlangen, musste ein schwerer Radlader die erste Strassenbarrikade vor der Aarebrücke beseitigen. Zuvor hatte ein Kampfmittelbeseitigungs-Spezialist eine Sprengladung kontrolliert gezündet. Nun war der Weg frei für die Infanterie, die sowohl in Fahrzeugen über die Brücke, als auch per Boot ans andere Flussufer übersetzte.

Dort angekommen, versperrte jedoch eine noch grössere Blockade den Zugang zum Dorfzentrum. Gesichert durch einen Kampfpanzer «Leopard» und flankiert durch die Infanteristen, kam nun der Bergepanzer «Büffel» zum Einsatz. Der 60 Tonnen schwere Koloss hatte keinerlei Mühe, die Geröllbrocken, brennenden Autowracks und Holzelemente aus dem Weg zu räumen.

Doch so einfach gab sich der Gegner nicht geschlagen. Verzweifelt sprengten die verbliebenen Terroristen das Hotel am Dorfeingang und setzten ein anderes Gebäude in Brand. Infanteristen preschten nun vor, um Gebäude für Gebäude zu durchsuchen und den Weg für weitere Einsatzelemente zu bahnen. Eine Gruppe Grenadiere nahm das Hauptgebäude unter Beschlag und hisste nach der erfolgreichen Räumung die Schweizerfahne auf dessen Dach. Das Signal «libero» bedeutete, dass nun auch die ABC-Abwehr mit ihrem Einsatzfahrzeug nachrücken konnte. Zudem nahmen die Rettungskräfte die Bergung von Zivilpersonen im gesprengten Hotel in Angriff.

Leistungsfähige Milizarmee

Währenddessen stiess die Infanterie weiter in Richtung Ostteil des Dorfes vor. Bald war auch dieser Teil gesichert und mit Hilfe eines Super-Puma-Helikopters wurden zwei Schwerverletzte in Sicherheit gebracht. Die ABC-Spezialisten stellten eine radioaktive Quelle sicher und begannen mit deren Beseitigung. Der Gegner wurde gefangengenommen und abgeführt. Damit war der Höhepunkt der Vorführung erreicht und die Protagonisten versammelten sich vor der Zuschauerplattform. «Nach nur 15 Wochen Ausbildung eine Demonstration auf diesem Niveau durchzuführen: Das kann nur unsere Milizarmee», bilanzierte Brigadier Christen.