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Rettungssanitäterin im Zivilen, Koordinatorin der Spitaleinsätze im Militär

Fachoffizier Astrid Biedermann hat Ihre ersten Erfahrungen im Rettungsdienst in der Armee sammeln können. Ihre militärische Ausbildung verfolgte sie im Zivilen weiter und kann dieses Wissen wiederum erfolgreich im Dienst verwenden. Im Spitalbataillon 75 koordiniert sie die Einsätze des Bataillons in Spitälern, Altersheimen und ähnlichen Einrichtungen.

02.10.2019 | PIO Stv Spit Bat 75, Wm Stefan Ledergerber / Komm V

Fachoffizier Astrid Biedermann ist auch im zivilen Leben mit Herzblut im Sanitätsdienst tätig.

Eine Überschwemmung, ein Erdrutsch, eine Pandemie oder auch ein Erdbeben; es gibt viele Szenarien, welche die zivile Gesundheitsversorgung schnell an ihre Grenzen bringen könnten. Für einen solchen Fall stehen vier Spitalbataillone der Schweizer Armee bereit, um die Spitäler und Pflegeinstitutionen im Notfall zu unterstützen. Damit die Zusammenarbeit im Ernstfall auch möglichst reibungslos funktioniert, trainieren die Spitalbataillone in jedem Wiederholungskurs den Einsatz mit einem zivilen Partner. Die Koordination dieser Einsätze übernimmt im Spitalbataillon 75 Fachoffizier Astrid Biedermann.

Ein Leben für die Medizin

Nach der Ausbildung zur Fachangestellten Gesundheit bildete sich Astrid Biedermann zur diplomierten Rettungssanitäterin HF weiter. «Nach der Lehre war ich noch zu jung, um die Ausbildung zur Rettungssanitäterin beginnen zu können, dafür muss man 21 Jahre alt sein und die Fahrprüfung haben», sagt Biedermann. «Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, die Rekrutenschule als Spitalsoldat zu absolvieren. Ich wusste, dass ich in der Armee viel lernen kann, was mir später in der Ausbildung wieder zugutekommt.»

Mittlerweile hat Astrid Biedermann ihr Berufsziel erreicht – sie arbeitet heute als Rettungssanitäterin bei einem Rettungsdienst.

Synergien nutzen

«Von der Ausbildung zum Unteroffizier profitiere ich immer noch», betont Biedermann. Insbesondere, wenn man zu einem grösseren Einsatz gerufen wird, sei es zentral, dass jemand den Lead übernimmt. Dabei greift Astrid Biedermann auch heute noch auf die militärische Führungsausbildung zurück. «Häufig arbeiten wir am Ereignisort mit mehreren Partnern, wie zum Beispiel der Polizei oder der Feuerwehr zusammen. In diesen Momenten muss man sich schnell einen Überblick verschaffen und unter Umständen auch Aufträge erteilen. Diese Fähigkeiten habe ich mir weitgehend in der Unteroffiziersschule angeeignet.» Auf der anderen Seite profitiert die Armee auch vom spezifischen Fachwissen von Astrid Biedermann. «Wenn die Soldaten am Sanitätswagen leicht, also der militärischen Ambulanz, geschult werden, stehe ich gerne als Ausbildnerin zu Verfügung. Die militärischen und zivilen Systeme sind sehr ähnlich. So kann ich den Soldaten den richtigen Umgang mit den Geräten beibringen.»

Viel Vorarbeit für einen Wiederholungskurs

Dank ihrem wertvollen Fachwissen leistet Astrid Biedermann ihren Militärdienst heute als Fachoffizier und ist für die Koordination der Einsätze in den Spitälern und Pflegeheimen verantwortlich. «Das bringt viel Arbeit mit sich, weil viele Spitäler uns und unsere Dienstleitungen noch nicht kennen. Bereits ein Jahr vor dem WK finden die ersten Absprachen mit den zivilen Partnern statt.» Auch wenn die Planung mit Aufwand verbunden ist, so ist sie für Fachoffizier Biedermann dennoch sehr wertvoll: «Dadurch erhalte ich Einblicke in unterschiedliche Spitäler. Ich lerne die Verantwortlichen vor Ort kennen und kann auch ein Netzwerk aufbauen.»

Viel Dankbarkeit von Seiten der Patienten

Braucht jemand, der sich so für die Notfallmedizin engagiert, nicht auch einmal ein Dankeschön? «Nein», sagt Astrid Biedermann, «wenn wir aber im Nachhinein Dankesbriefe oder -mails erhalten, dann freut mich das natürlich besonders.»

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