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50 Jahre Waffenplatz Bure – der äusserste Westen im Zentrum

Ein halbes Jahrhundert seit der Eröffnung des Waffenplatzes Bure (JU) will gebührend gefeiert werden. Am Freitag, 15. Juni, lud der Kommandant des Waffenplatzes, Oberst im Generalstab Philippe Brulhart, Gäste aus Politik, Armee und Wirtschaft nach Bure, bevor er am Tag danach die Tore fürs grosse Publikum öffnete.

18.06.2018 | Kommunikation Verteidigung

Soldaten des Mechanisierten Bataillons 17

«Es freut mich sehr, dass Sie alle nach Bure gekommen sind», begrüsste Oberst Brulhart am Freitag seine Gäste. «Sie zeigen damit nicht nur Ihre Verbundenheit zu unserem Land, sondern auch zu unserer Armee.»

Nathalie Barthoulot
Die Chefin des Departements des Inneren (JU), Nathalie Barthoulot

Als erste Gastrednerin trat Nathalie Barthoulot ans Mikrofon. Die Chefin des Departements des Inneren des Kantons Jura erzählte von der bewegten Geschichte des Waffenplatzes. Eine Geschichte, die eng verbunden ist mit der Gründungsgeschichte des Kantons. In den 1960er Jahren habe die Bevölkerung dem Bau eines Waffenplatzes in ihrer Region grundsätzlich sehr skeptisch gegenübergestanden. «Dass zur Eröffnung 1968 nur offizielle Gäste, nicht aber die Bewohnerinnen und Bewohner der Region eingeladen worden waren, versöhnte Armee und Gegner des Waffenplatzes nicht», so die Politikerin. «Nichtsdestotrotz entspannte sich das Verhältnis zwischen Militär und Bevölkerung zunehmend», fuhr Nathalie Barthoulot fort. «Die Armee hat massgeblich dazu beigetragen, dass sich Bure, die Ajoie und der gesamte Kanton Jura positiv entwickeln konnten.» Sie sei insbesondere Oberst Brulhart dankbar für seinen Einsatz. «Sie suchen immer den Dialog mit der Bevölkerung, mit der Politik, das hat Spannungen und Befürchtungen abgebaut», wandte sich Barthoulot direkt an den Kommandanten.

Korpskommandant Baumgartner und Oberst i Gst Brulhart salutieren vor dem Denkmal
Korpskommandant Baumgartner und Oberst i Gst Brulhart salutieren vor dem Denkmal (Foto: PIO Mechanisierte Brigade 1)

Auch der Chef des Kommandos Ausbildung, Korpskommandant Daniel Baumgartner, dankte dem Kommandanten des Waffenplatzes in seinem Grusswort. Er unterstrich, dass Bure als grösster Waffenplatz der Schweiz auf verschiedenen Ebenen positiv sei für die Region: «Mit über 100 Millionen Franken an Investitionen über die Jahre und heute 129 zivilen Angestellten ist die Schweizer Armee ein nicht mehr wegzudenkender Partner in der Region.»

«Gestern, heute und morgen» waren die Schwerpunkte der Ansprache des Gastgebers, Oberst i Gst Philippe Brulhart. 1957 habe Bundesbern einen Kredit von 20,2 Mio Franken für den Bau des Waffenplatzes bewilligt, 1960 begannen die Bauarbeiten, welche 1968 schliesslich in der Eröffnung des Waffenplatzes mündeten. «Heute sind wir dabei, die Infrastruktur zu erneuern. Schlafsäle mit 20 Betten sind Geschichte», so Brulhart, die Renovation der Mehrzweckhalle sei ein nächstes Projekt. «Am 1. September 2019 wird die neue Offizierskaserne eröffnet und den Namen des ersten Kommandanten des Waffenplatzes, Oberst i Gst Johann Rudolf Hüssy, tragen.» Von allen Bauschritten seit der Eröffnung unterstrich er insbesondere die Errichtung des Übungsdorfes Nalé, eingeweiht 2003. «In naher Zukunft sind der Bau von künstlichen Flüssen, zusätzlichen Pisten und der Vergrösserung des Übungsdorfes vorgesehen», so Brulhart weiter. Um den Häuserkampf realistischer üben zu können, seien der Bau einer «Industriezone» und eines «Wohnquartiers» geplant. Dank der Zusammenarbeit vor Ort mit der RUAG Training Support könnten heute in Nalé modernste Simulationen durchgeführt werden.

Einer solchen Simulation konnten die Besucherinnen und Besucher kurz danach live beiwohnen. Das Mechanisierte Bataillon 17 unter dem Kommando von Oberstleutnant i Gst Pierre-Olivier Moreau zeigte im Übungsdorf Nalé in einer Gefechtsübung Panzer- und Häuserkampf.

Nach einer geführten Besichtigung der Einsatzzentrale für Gefechtsübungen enthüllten Oberst i Gst Brulhart und Nathalie Barthoulot zum Abschluss des Tages ein Monument zu Ehren des 50-jährigen Bestehens des Waffenplatzes Bure. Das Denkmal mit den Zeichen der Infanterie, Artillerie, der Panzertruppen und der Panzersappeure «soll mindestens die nächsten 50 Jahre überdauern», so Brulhart.

Der Tag der offenen Türe am Samstag, 16. Juni, war ein voller Erfolg. Nicht nur das Wetter spielte mit: Gefechtsübungen, Besuche der renovierten Gebäude, eine Flugshow des PC-7-Teams sowie Demonstrationen eines Super Puma und einer F/A-18 Hornet lockten rund 10'000 Besucherinnen und Besucher nach Bure.