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Ausbildung zum «schönsten Beruf der Welt»

Berufsoffiziere der Schweizer Armee werden an der Militärakademie MILAK geschult. Nach Abschluss der Ausbildung besitzen sie einen eidgenössischen Fachausweis oder einen universitären Hochschulabschluss. Der Bachelor-Studiengang dauert dreieinhalb Jahre und gibt den Absolventen ein breites Fachwissen mit auf den Weg.

02.05.2018 | Kommunikation Verteidigung

MILAK Ausbildung

Die 16 Teilnehmer des Bachelor-Studienganges BSG 15 haben vor kurzem ihre Bachelor-Arbeiten eingereicht und damit den universitären Teil an der ETH Zürich fast abgeschlossen. Es folgen noch elf Monate Praxisausbildung, zusammen mit den Teilnehmern des Diplom-Studienganges, also jenen angehenden Berufsoffizieren, die bereits einen Hochschulabschluss haben. Zwei Dinge sind unübersehbar: Der hervorragende Klassen-Korpsgeist und der Wunsch, endlich mit der Arbeit als Berufsoffizier anfangen zu können.

Grosse Vielfalt im Lauf der Karriere

Ein vielfältiges Berufsleben erwartet die jungen Offiziere. Die meisten werden zuerst als Einheitsberufsoffizier oder als Kompaniekommandant in einer Schule ihres Lehrverbandes eingesetzt. Nach der Erstverwendung eröffnet sich eine ganze Palette an möglichen Funktionen: Klassenlehrer an einer Offiziersschule, eine lange Auslandkommandierung, Einsatz als Gruppenchef oder Stabsmitarbeiter in einem Lehrgang der Höheren Kaderausbildung, Zugeteilter Stabsoffizier eines Direktunterstellten des Chefs der Armee, … Die Liste liesse sich noch weiterführen.

Für Oberst im Generalstab Romeo Fritz, Kommandant des BSG, ist diese Vielfalt auch einer der grössten Vorteile des Berufs: Mit einer Ausbildung stehen fast unzählige Möglichkeiten und Tätigkeitsfelder offen. Ein weiteres Plus sei die Arbeit mit den Menschen, so der Kommandant. Das könne herausfordernd, aber gleichzeitig auch unglaublich belohnend sein, schwärmt Oberst Fritz.

Vorfreude und Respekt

Genau auf diesen letzten Punkt freuen sich die Berufsoffiziersanwärter. Christoph Rohrer kommt aus einer Lehrerfamilie. Das Ausbilden sei in seinem Blut, so der Hauptmann. Beim Abverdienen des Leutnantgrades habe es ihn gepackt, erzählt der angehende Berufsoffizier. Am meisten freue er sich darauf, am Ende einer Rekrutenschule das Resultat, also die voll ausgebildeten Soldaten, zu sehen, erklärt Rohrer strahlend.

Auch Oberleutnant Michael Kessler freut sich, trotz einem gesunden Respekt, auf seine Erstverwendung. Er hätte sich von der akademischen Ausbildung, wie übrigens auch Kamerad Rohrer, etwas mehr Tiefe erwartet. Sie seien zu Generalisten ausgebildet worden, wären jedoch lieber Militärspezialisten geworden, sagen beide Offiziere unisono.

Oberst im Generalstab Fritz schmunzelt ob der Kritik. Es sei ihm schon bewusst, dass die meisten Anwärter gerne mehr im Bereich Militär, Strategie und Taktik lernen würden. Das sei mit Blick auf die Erstverwendung bei der Truppe auch verständlich. Später in der Laufbahn, etwa in der Militärverwaltung, als Schul- oder Lehrgangskommandant, oder vielleicht auch einmal als höherer Stabsoffizier, komme einem die breite Ausbildung aber zugute, beruhigt der Kommandant.

Alle, die Berufsoffiziersanwärter wie auch der Lehrgangskommandant, sind sich bewusst, dass die Arbeit, die auf die jungen Offiziere zukommt, keine einfache sein wird. Die Arbeitstage sind lang, man ist wenig zu Hause und kann seinen Arbeitsort häufig nicht selbst bestimmen. Aber die grosse Vielfalt, die befriedigende Arbeit mit anderen Menschen und nicht zuletzt die Ehre, für die Schweizer Armee arbeiten zu dürfen, machten es zum schönsten Beruf der Welt, findet Oberst Fritz.